In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Im Seminar werden zwei miteinander verbundene Aspekte vertieft untersucht und gestalterisch bearbeitet:
Das neue Handwerk
Wie verändert sich Handwerk, wenn ein Roboterarm zum Werkzeug, Mitarbeiter oder sogar zum digitalen Partner im Produktionsprozess wird?
Im Seminar werden robotische Technologien mit klassischen handwerklichen und manufakturellen Verfahren verbunden und auf ihre gestalterischen Möglichkeiten untersucht. Dabei geht es nicht darum, handwerkliche Prozesse durch Maschinen zu ersetzen, sondern neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch, Material, Werkzeug und Maschine zu entwickeln.
Ausgangspunkt ist die Recherche konkreter handwerklicher Tätigkeiten und Produktionsprozesse in Manufakturen und Werkstätten. Diese werden beobachtet, dokumentiert und detailliert analysiert: Welche Bewegungen, Werkzeuge, Handgriffe und Abläufe bestimmen den Prozess? Welche davon sind spezifisch menschlich, welche lassen sich übertragen und was verändert sich, wenn ein Roboterarm diese Tätigkeit übernimmt oder erweitert?
Aus dieser Auseinandersetzung entstehen experimentelle Entwürfe und Ad-hoc-Versuche. Die Frage lautet dabei: Was wäre, wenn der Roboter diese Tätigkeit ausführen würde? Welche neuen Formen, Oberflächen, Strukturen, Objekte oder Artefakte könnten aus dieser Zusammenarbeit entstehen?
Der Roboter wird dabei nicht lediglich als automatisierte Produktionsmaschine verstanden, sondern als kollaborativer Roboter oder „Cobot“, der als kreatives Werkzeug im Gestaltungs- und Produktionsprozess fungiert.
Die Produktionsvision
Im zweiten Schritt wird der Blick vom einzelnen Handgriff auf das größere Produktionsszenario gelenkt. Untersucht werden Ökonomien und Produktionsformen, die traditionell im öffentlichen Raum, auf Märkten, in Werkstätten oder in historischen Handwerksstraßen stattfinden. Dabei stehen insbesondere funktionale Archetypen im Mittelpunkt, sprich Dinge und Produkte, die in ähnlicher Form in vielen Haushalten vorkommen und deren Herstellung eng mit alltäglichen, handwerklichen oder kulturellen Praktiken verbunden ist.
Ausgehend von einem solchen Archetyp entwickeln die Studierenden ein visionäres Produktionsszenario. Das Objekt wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines sichtbaren Herstellungsprozesses: Wie könnte seine Produktion aussehen, wenn Mensch und Roboter gemeinsam daran arbeiten? Welche Handgriffe übernimmt der Roboter, welche bleiben beim Menschen? Wie bewegen sich Material, Werkzeug und Produkt durch den Prozess?
Die Produktion wird dabei als öffentliche Inszenierung gedacht, vergleichbar mit einer gläsernen Bäckerei, einer Brotmanufaktur, einer Pizzeria oder einer offenen Werkstatt, in der Herstellung nicht verborgen, sondern selbst zum Erlebnis wird.
So entsteht eine Verbindung von Handwerk, Robotik, Produktion und Öffentlichkeit: Ein neues Produktionsbild, in dem die Bewegung der menschlichen Hand und die Bewegung des Roboters zu einem gemeinsamen gestalterischen Prozess werden = ein Gesamtkunstwerk.
Für diesen Kurs sind keine technischen Vorkenntnisse erforderlich und Zweierteams möglich.
Produktdesign
732 Produktdesign als Designforschung
21EPd-F Produktdesign als Designforschung
#Society + Public domain
Wintersemester 2026 / 2027
Donnerstag, 09:00 – 14:00
22.10.2026
Selbstorganisation, Aktive Mitarbeit, Analyse, Reflexion, Übersetzung, Kritik, Diskurs, Entwicklung, Evaluierung, Repertoireentwicklung, Präsentation.
D311
Februar 2032