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STATEMENTS

Immer wieder sind in den Medien heftige Debatten und scharfe Angriffe auf die Gender Studies und Gender-Theoretiker*innen zu lesen. Der Aktionstag möchte die Vielfalt, Dichte und Bedeutung der Gender Studies aufzeigen und somit ihre Wahrnehmung als Forschung für ein demokratisches Zusammenleben fördern. Vielstimmige Beiträge und Kurzstatements quer durch Disziplinen und Institutionen betonen die hohe Relevanz, Plausibilität, empirische Begründung, gesellschaftlich aufklärende Funktion und – vor allem – die wissenschaftliche Qualität dieser Arbeiten.

Dies ist ein Plädoyer! Studierende, Wissenschaftlerinnen und Mitarbeiterinnen der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam erklären, warum das Nachdenken über „Geschlecht“ (und andere Differenzkategorien) für Forschung, Lehre, Hochschule, Alltag und Gesellschaft relevant, spannend und notwendig ist. Verdeutlicht werden soll erstens, dass die Gender Studies ein wichtiger Teil (kritischer) Wissenschaft sind und dass zweitens der Gender-Begriff in Forschung und Politik an reale, empirische Phänomene und Probleme ansetzt. Drittens schließlich sind die Gender Studies zwar institutionell sehr überschaubar präsent, dafür aber besonders forschungsstark.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Professorin für Medienwissenschaft/Medientheorie, Universität Potsdam

Vergangene Woche in Dresden. Hauptbahnhof, Bücherladen. Zu früh am Bahnhof und zu kalt, um draußen auf den Zug zu warten. Gleich am Eingang ein Kartenständer mit 3D-Tierkarten – Pferde, Marder, Hunde, Eichhörnchen, Seesterne – und dazwischen immer wieder eingestreut ein rosafarbener Bikini, besser: ein Busen mit pinkfarbenem Bikini-Top. Unser Kommentar: das kann doch nicht wahr sein! Doch was ist eigentlich der Kern dieser/unserer Aufregung? Dass Frauenkörperteile wie Tierbilder angeboten werden? Dass ein Busen als Wackelbild-Objekt verkauft wird?

Der Status des Weiblichen, so lautet(e) ein Mantra der feministischen Medien-, Kunst- und Filmtheorie seit den späten 1970er Jahren, ist jener des Im-Bild-Seins, der Status des Männlichen hingegen jener vor dem Bild, Träger des (voyeuristischen) Blicks. Der britischen Filmtheoretikerin Laura Mulvey, die diese Zweiteilung der Geschlechter als psychische Positionen beschrieben hatte, wurde oft vorgeworfen, eine faktische Beschreibung mit Analyse-Kategorien vermengt zu haben, wodurch die Frauen einmal mehr als passive Objekte aktiver Blicke definiert worden wären. So sehr die Gender Studies immer wieder auf den Unterschied von real, imaginär und symbolisch verwiesen haben, so sehr Pornographie nicht als (reale) Gewalt gegen Frauen bestimmt werden könne, ohne eine unzulässige Gleichung von Bild und Wirklichkeit vorzunehmen, so sehr zeigt sich an der Beharrlichkeit dieser selbstverständlichen Präsenz, dass den medialen Bildern (nicht nur den ganz offensichtlich sexistischen oder pornografischen) etwas anhaftet, welches das Begehren der Bilder vom Umfeld der BetrachterInnen nicht lösen lässt.

Manchen wird der pinkige Busen nicht auffallen, manchen vielleicht doch. Manche werden sich nichts dabei denken oder schmunzeln. Andere wiederum sind vielleicht angewidert. Und wiederum andere denken nach, was es mit diesem Busen inmitten der Kartentierwelt auf sich haben könnte – hierfür braucht es Orientierung, historisches Wissen, begriffliche und andere Analyse-Instrumente, die die Gender Studies über viele Jahrzehnte entwickelt haben, ein Wissensarchiv und -netz, das für viele, weil mitunter so selbstverständlich geworden, gar nicht mehr genug geschätzt wird: doch die aktuelle Zunahme von Attacken gegen ein differenziertes Denken im Allgemeinen und gegen ein differenziertes feministisches Denken im Besonderen machen mehr als deutlich, wie sehr dieses, das Archiv und das Netz, verteidigt und beschützt werden müssen.

Lisa Brunk, Ronja Lipp, Studierende BA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

Auf die Frage „Wie sind Jungs, wie Mädchen?“ haben Kinder meist schon sehr genaue Antworten, was die beiden Geschlechter ihrer Meinung nach definiert. Wie kommt es dazu? Einen nicht unbedeutenden Anteil daran hat die Industrie. Von Süßigkeiten über Kleidung bis hin zu Spielzeug gibt es alle Produkte in doppelter Ausführung und geschlechtsspezifischer Rollenverteilung. So sind z.B. Lego Bausteine für Jungen in dunklen Farben mit Kampf, Konflikt und Aggression konnotiert, während die speziell für Mädchen hergestellte Reihe Lego Friends auf Beziehungspflege, Schönheit, Sorge- und Reproduktionsarbeit setzt. Hier werden veraltete, stereotype Geschlechterrollen, die unserer Meinung nach schon lange nicht mehr aktuell sind, manifestiert. Der Nutzen dieser Strategie der Ökonomie besteht in erster Linie darin, dass es auf einem genderspezifischen Markt beinahe jedes Spielzeug in doppelter Ausführung geben und somit mehr verkauft werden kann. Mit der Gender-Perspektive lassen sich solch heteronormative Geschlechterordnungen an der Schnittstelle von Medien, Produktdesign, Ökonomie und Kultur untersuchen, kritisieren und verändern.

Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Professor für Geschichte und Theorie der technischen Medien, Fachhochschule Potsdam

Ende November 2017 begegnete mir in der Mensa der Universität Hamburg folgende Szenerie: Über vollen Tischen und geschäftigem Tun thronte ein ca. 2 x 4 Meter großes Werbebanner für eine Kaffeemaschine, die indes weniger als 1/4 des Bildes einnimmt; der Rest gehört einer speziell ausgeleuchteten jungen Frau mit Tablet, Brille, Kaffeetasse und T-Shirt sowie dem Spruch „Die NEUE in der WG, RICHTIG LECKER!“. Diese Szene zeigt einen Alltag, in dem an Hochschulen auch außerhalb von Lehre und Forschung Fragen aufgeworfen bzw. verhandelt werden, denen sich traditionell die Gender Studies und andere mit (Rollen-)Bildern befasste Disziplinen widmen. Die Mensa Academica gibt damit der Academia einen Auftrag. In einem Teil des Universitätsalltags zeigt sich die Präsenz einer Inszenierung von Gender, die der andere Teil in Form von Forschung und Lehre zu untersuchen herausgefordert ist.

Dr. Daniela Döring, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam

Wenn ich mich als Kulturwissenschaftlerin für mediale, kulturelle und soziale Gefüge interessiere, komme ich um die Geschlechterordnung nicht herum. Als zentrale Kategorie strukturiert sie – in Überkreuzung mit weiteren Differenzkategorien wie Schicht/Klasse, Ethnie, Sexualität, etc. – maßgeblich Gesellschaft. Vorstellungen von Normen und Normalitäten, Idealen und Abweichungen, Identitäten, Grenzen und Wahrheiten werden dabei immer wieder neu definiert und verhandelt. Historisch betrachtet sind viele Ungleichheiten und Differenzen variabel, vielfältig und dabei doch erstaunlich hartnäckig, sie reformulieren sich in immer neuen Konstellationen, oftmals sind sie nicht auf den ersten Blick erkennbar, sondern eingelagert in Ökonomien, Technologien, Symboliken und Alltagskulturen. An diesen Debatten mitzuarbeiten, heißt für mich, den Macht- und Herrschaftsstrukturen nicht einfach ausgeliefert zu sein, sondern sie mitgestalten, kritisieren und verändern zu können.

Sophie Ehrmanntraut, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachbereich Design, Fachhochschule Potsdam

Anekdote: Kürzlich war ich mit einer Freundin eine Mütze für ihren 1 Jahr alten Sohn kaufen. An der Kasse schaute uns die Verkäuferin entsetzt an. Sie hielt der jungen Mutter die in unseren Augen geschlechtsneutrale dunkelblaue (!) Mütze entgegen und sagte belehrend „Das ist aber eine Mütze für Mädchen!“ Meine Freundin nickte freundlich und kaufte die Mütze.

Beobachtung: Im Rahmen meiner Recherchen zur Diskursgeschichte des Personal Computers habe ich mehrere Archive aufgesucht. Vorrangig waren die Sammlungen zu diesem Abschnitt der Geschichte des Computers nach Unternehmen, Forschungsinstituten oder Personen (fast ausnahmslos Wissenschaftler) benannt. Dazu „passen“ die durch das US Department of Education statistisch festgehaltenen Zahlen, die für das Jahr 1986 in den Computer- und Informationswissenschaften 41.889 vergebene Bachelortitel und 316 Doktortiteln, davon gingen ca. 35% der Bachelortitel und 5% der Doktortitel an Frauen. Insgesamt stieg der Anteil der an Frauen verliehenen Bachelorabschlüsse von ca. 43% auf etwas über 50%, dies belegen Statistiken über die Vergabe von akademischen Titeln an US-amerikanischen Colleges und Universitäten. Trotz wachsender Bildungsgerechtigkeit änderte sich verhältnismäßig wenig an der Ungleichheit der Einkommen. Laut Erhebung des National Committee on Pay Equity belief sich das Jahreseinkommen einer vollbeschäftigten Frau in den USA im Jahr 1971 durchschnittlich auf 59,5 % des Einkommens eines Mannes in vergleichbarer Position, 1985 lag diese Zahl bei 64,3 %.

Die Anekdote aus meinem privaten und die Beobachtung aus meinem beruflichen Alltag sind für mich beispielhaft, dass die Kategorie Geschlecht und andere Differenzkategorien (Klasse, Ethnie, Sexualität) unbedingt Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion und Wissensproduktion und Bestandteil von Lehre und Forschung sein müssen. Solange Differenzkategorien in unseren kulturellen Archiven abgelegt und registriert werden; solange sich die Anstrengungen zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit nicht in der Wertschöpfung widerspiegeln; solange Ungleichheitskategorien als quasi natürlich gepflegt und reproduziert werden, und nicht als gesellschaftlich produziert in Frage gestellt werden, solange kann Geschlechterforschung oder die Reflexion ungleicher Verhältnisse nicht abgehakt werden. Ihre Kritik muss immer möglich bleiben.

GENDER; TECHNIK; MUSEUM. Strategien für eine geschlechtergerechte Museumspraxis

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt widmete sich von 2015 bis 2016 der Untersuchung von Genderwissen und -politiken in technischen Museen. Das Museum repräsentiert als Bildungsinstitution kulturelle Wertvorstellungen, gesellschaftliche Wahrheiten, Vorbilder und Identitätsentwürfe. In Technikmuseen dominiert bis heute das Bild des männlichen Erfinders und Genies, Frauen erscheinen hingegen zumeist als unbenannte Rand- und Hintergrundfiguren. In den Ausstellungen und Sammlungen werden bestimmte weibliche bzw. männliche Narrative, aber auch schichten- und klassenspezifische sowie ethnische Differenzen (re-)produziert. Zahlreiche Studien der Frauen- und Genderforschung haben auf die Ausschlüsse von Frauen aus den großen Geschichtserzählungen verwiesen und tiefgreifende strukturelle Ungleichheiten in Wissenschaft und Gesellschaft herausgearbeitet. Die Perspektive der Gender Studies kann dazu beitragen, neue Erzählungen, Sammlungs- und Vermittlungsstrategien zu entwickeln, die Zugänge zum Museum zu erweitern sowie neue Handlungs- und Möglichkeitsräume zu eröffnen. Weitere Infos: www.gendertechnikmuseum.de

Naomie Gramlich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam

Ungleichheitskategorien in den medien- und kulturwissenschaftlichen Blick zu nehmen, verstehe ich als ein kritisches Nachhaken bei vermeintlich selbstverständlichen Gegebenheiten wie z.B. der Zugehörigkeit zu einem Geschlecht. Werden Kategorien erst einmal weder als natürlich noch als selbstverständlich verstanden (wie es gegenwärtig am Urteil zum dritten Personenstand diskutierbar ist), geraten auch andere Grenzen, die maßgeblich das gesellschaftliche, politische und ökologische Handeln strukturieren, in den Fokus: zum Beispiel, die zwischen Tieren und Menschen oder zwischen Technik und Natur. Gender-Studies beschränken sich nicht auf die Themen »Frauen« oder »Geschlecht«, sondern interessieren sich grundlegend für strukturelle Ausschlüsse sowie für die widerspenstigen Unregelmäßigkeiten bei den Einschlüssen. Nirgendwo anders in der akademischen Landschaft bin ich der Beharrlichkeit, dem Engagement für die Welt und der Originalität des immer wieder neu, nah und durchquerenden Denkens, wie es die Gender-Studies und feministischen Theorien praktizieren, begegnet.

Theresa Hartmann, Studentin BA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

In meiner Hausarbeit „Nach Köln“ habe ich Strategien der Ethnisierung von Sexismus im Anschluss an die Kölner Silvesternacht 2015 untersucht. Die Diskursanalyse widmete sich der Frage nach Wirkmächtigkeit und Produktion von Herrschaftswissen innerhalb einer hegemonialen und (post-)kolonialen Machtordnung. Dabei konnten zahlreiche sprachliche wie visuelle Engführungen, Instrumentalisierungen und Umdeutungen ausgemacht werden. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung lag auf einem Titelbild der Süddeutschen Zeitung, das stark polarisiert und die „weiße“, „reine“ und „unschuldige“ Frau als zu beschützendes Objekt konstituiert. Dabei leistet eine Medienwissenschaft, die mit den Analysekategorien „Geschlecht“, „Ethnie“, aber auch „Nation“ und anderen arbeitet, einen wichtigen Beitrag, um Inszenierungen und Popularisierung von Normen, Idealen, dominanten Wahrheiten, Ideologisierungen sowie Formen visueller Gewalt sichtbar zu machen.

Magdalene Luzie Loda, Absolventin MA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

Im Rahmen meiner Masterarbeit „Intergeschlechtlichkeit kindgerecht vermitteln. Eine theoretische und praktische Ausein­andersetzung mit dem Medium Kinderbuch“ realisierte ich ein selbst geschriebenes und illustriertes Kinderbuch sowie eine Theoriearbeit. Diese arbeitet gesellschaftliche Vorstellungen von Intergeschlechtlichkeit heraus, um den Begriff fassen und bestehende Problematiken einzuschätzen zu können, mittels Sekundärliteratur, aber auch durch Begegnungen mit intergeschlechtlichen Personen. Exemplarisch werden auch bereits existierende und in ihren Ansätzen stark differierende Kinderbücher untersucht, aus denen Aspekte für die eigene Geschichte übernommen aber auch abgelehnt werden. Das Praxisergebnis ist ein Kinderbuch mit einer in sich geschlossenen Handlung, die einen realistischen Einblick und Brüche mit typischen Geschlechterbildern versucht. Das Buch „PS: Es gibt Lieblingseis“ erscheint im Januar 2018 bei Marta Press.

Prof. Dr. Gertrud Lehnert, Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Potsdam

Als ich Anfang der 1990er Jahre in meiner Habilitationsschrift mit klassischen feministischen ebenso wie mit den damals neuen Theorien von Teresa de Lauretis oder Judith Butler arbeitete, wurde mir das an meiner damaligen Universität als „unwissenschaftlich“ ausgelegt. Heute, fast 30 Jahre später, werden die Gender Studies als „zu wissenschaftlich“ im Sinne von elitär, nicht relevant für das wirkliche Leben diffamiert, als anti-feministisch und als überflüssig, weil sie, wie Naturwissenschaftler gern verkünden, blanken Unsinn erzählen.

Ausgerechnet diese Debatten verdeutlichen aufs Schönste, wie unverzichtbar die Gender Studies tatsächlich sind. Die Gender Studies analysieren kulturelle Machtdynamiken, auch solche, die zu derart genderfeindlichen Positionen führen, an denen im Übrigen alle Geschlechter - aktiv oder passiv - teilhaben. Gendertheoretisch zu arbeiten bedeutet, genau hinzuschauen, Machtkonstellationen, Normierungen und Normalisierungsprozesse zu erkennen und zu analysieren, wer in welchem Interesse wie daran mitwirkt. Gender Studies sind immer politisch, und die Forschenden beziehen Position. Wir arbeiten in unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen und verfolgen unterschiedliche Erkenntnisinteressen, die wir transparent machen. Meine Seminare (und auch meine Veröffentlichungen) zu feministischer Literatur und zu Gender/Queer-Thematiken sind von einem feministisch-queeren Interesse geleitet: aufzuklären im besten Sinne, etwas zu bewegen, und auch: zu erinnern, wie es war, wie es ist, wie es sein kann und wie schnell sich gesellschaftliche Verhältnisse ändern können, sind diese doch von wechselnden Machtverhältnissen abhängig und wurzeln nicht in „Natur“, sondern entstehen in kulturellen Zuschreibungsprozessen. Das immer wieder in Erinnerung zu rufen scheint mir gerade jetzt umso notwendiger, da vieles, was endlich erreicht ist (z.B. Gleichberechtigung, Ehe für alle, dritter Personenstand), wieder gefährdet scheint angesichts der Ausbreitung rechter Bewegungen in ganz Europa und der Aggressivität unberechenbarer und rückwärtsgewandter Machthaber weltweit.

Karlotta Markötter, Julia Weber, Studierende BA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

Im Rahmen eines Seminars beschäftigten wir uns mit dem Phänomen des Gender Pricings, auch Pink Tax genannt. Dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass geschlechtsspezifische Produkte der gleichen Qualität und Herstellung für Frauen oftmals teurer sind, als für Männer. Unsere stichprobenartige Erhebung bei Drogerieartikeln ergab einen Preisaufschlag von 10 bis 68%. Diese Ungleichheit wird zudem noch verschärft, wenn wir den Gender Pay Gap berücksichtigen, nach dem Frauen durchschnittlich 21% weniger verdienen als Männer. Das Ergebnis war für uns sehr überraschend, da im studentischen Alltag das Gefühl vorherrscht, dass Gleichberechtigung längst Realität ist. Es zeigt, wie wichtig es ist, über die Zusammenhänge von Geschlecht, Medien, Ökonomie und Gesellschaft nachzudenken.

Maria Weilandt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Potsdam

Als Komparatistin arbeite ich in Forschung und Lehre ständig mit gendertheoretischen Fragestellungen. Besonders in der Lehre ist es mir wichtig, dass die Studierenden beispielsweise lernen, Geschlechterstereotype in literarischen Texten nicht nur zu erkennen, sondern auch genau zu analysieren, wie diese Stereotype im Text produziert werden und welche Rolle sie dort spielen. Das gehört zur guten literaturwissenschaftlichen Arbeit. Und genau durch diesen Umgang mit Gender lernen die Studierenden auch, Genderkonstrukte, die ihnen im Alltag begegnen, als solche kritisch zu hinterfragen. Gerade diese Fähigkeit habe ich während meiner eigenen Studienzeit nicht nur als wichtig, sondern auch als befreiend erlebt. Gerade in einer Zeit, in der wir national und international einen politischen Rechtsruck erleben und restriktive Geschlechterrollen wieder stärker in den Vordergrund treten, halte ich das kritische Reflexionsvermögen, das die Gender Studies vermitteln, für besonders relevant.

In den aktuellen Angriffen auf die Gender Studies ist zu beobachten, dass diese auf bestimmte Themen reduziert und dafür belächelt und als unwissenschaftlich gebrandmarkt werden. Dabei zeugt diese Art der Kritik vor allem von einem: nämlich dem Unwillen, sich mit einer wissenschaftlichen Disziplin und ihren Themen auseinanderzusetzen bevor man sie kritisiert. Wie die meisten Wissenschaftler*innen, schätze ich eine gut geführte Debatte. Voraussetzung dafür muss aber gegenseitiger Respekt sein.

Anne Weber, Absolventin BA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

In meiner Bachelorarbeit »Die (Re-)Produktion von (Geschlechter-)Normen in Bilderbüchern. Ein Kinderbuch jenseits von Rosa und Blau« widmete mich der Frage, wie im Kinderbuch Erzählungen jenseits von hetero­normativen Geschlechterstereotypen entwickelt werden können. Im Theorieteil untersuche ich, inwiefern Bilderbücher zur Verfestigung der gesellschaftlichen

Bilder von weiblich und männlich und im Umkehrschluss zu deren Veränderung beitragen können. Dabei werden neben der Auseinandersetzung mit den zentralen Begriffen exemplarisch zwei bereits vorhandene Bilderbücher analysiert. Es entstand ein Bilderbuch für Kinder von drei bis sechs Jahren, welches versucht, mittels einer geschlechtersensiblen Alltagsgeschichte, bestehende (Geschlechter-)Normen zu dekonstruieren und zu deren Veränderung beizutragen.

Sophia Wetzke, Studierende BA Europäische Medienwissenschaft, Universität und Fachhochschule Potsdam

Meine Hausarbeit „Geschlechterrollen im Hörfunk“ begann mit einer ganz persönlichen Motivation: Das Gefühl, in meiner eigenen journalistischen Tätigkeit in verschiedenen Radioredaktionen immer wieder mit Klischees konfrontiert zu sein, diese aber schwer greifen zu können und noch schwerer begründet zu bekommen. Am Ende meiner Analyse, für die ich mir Redeanteile und -inhalte von KollegInnen „on air“ näher angeschaut habe, standen gleich mehrere Erkenntnisse: Moderatoren müssen überdurchschnittlich oft den wortgewandten Platzhirsch spielen, Moderatorinnen bekommen im Vergleich einen Bruchteil der Redezeit und dürfen passiv reagieren. Dies schlägt sich auch im Jahr 2017 in ungleicher Bezahlung beider bei gleicher Arbeitszeit nieder und wird von Programmverantwortlichen noch unterstützt, indem es trotz fehlender Forschungsgrundlage als das angesehen wird, was das Publikum nun einmal hören möchte. Was, wenn nicht Genderforschung, könnte die hier wirkenden Mechanismen überhaupt sichtbar machen und den maßgeblichen Einfluss von Unterhaltungsmedien auf immer wieder zirkulierende Klischees und Rollenbilder nachweisen?

MacBook Pro (13,3”, Mid-2010) zu verkaufen

Hallo Leute,
Ich gebe mein altes MacBook Pro ab, weil ich mir vor ein paar Wochen ein neues geholt hab. Es ist ein Unibody-Modell, das ich 2010 gekauft und mehrmals umgebaut habe, weswegen es noch ziemlich ordentlich läuft. Ich hab vor ein paar Jahren das Laufwerk ausgebaut und eine SSD dazu eingebaut, sowie den Arbeitsspeicher von 4 auf 8GB erweitert.
Das ganze kommt mit neuem Ladekabel und einer Hülle. Optisch sieht das Book auch noch ganz schön aus, es hat nur eine kleine Delle an einer Kante.

Die technischen Daten:
MacBook Pro 13,3”, Mid-2010, macOS Sierra (Derzeit 10.12.6)
2,4 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor
8GB (1067 Mhz DDR3) Arbeitsspeicher
1TB Festplattenspeicher (FusionDrive: Eine 250GB-SSD von Samsung (EVO) sowie eine reguläre 750GB-Platte)

Ich würd das Notebook zum Verkauf für 400€ anbieten. Schreibt mir bei Interesse gern eine Nachricht!

Nähmaschine

Hallo Zusammen,

ich muss was ganz einfaches nähen. Vielleicht kann mir jemanden dabei helfen? Leider habe ich keinen Zugang zu den Nähmaschinen in der FH. Ich habe schon ein paar mal mit Maschine genäht aber es wäre nützlich wenn jemanden da ist um die Maschine einzustellen.
LG

medneo sucht Werkstudent für Medien- und Motiondesign

Werkstudent Medien- und Motion-Design

In dieser Position unterstützen Sie uns bei der Entwicklung der Marke medneo sowie bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen für die interne und externe Kommunikation: Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Video Content im Bereich der internen Kommunikation mit Fokus auf die Ausbildung und Wissensvermittlung innerhalb der Kollegen. Sie unterstützten uns auch mit Beiträgen für externe Kommunikationsaktivitäten, wie z.B: Newsbeiträgen und Interviews für unsere Website. Zu den Aufgaben gehört aber auch die generelle Unterstützung der Grafikabteilung bei der Erstellung von Print- und Digitalmedien.

weitere Informationen unter: Werkstudent für Medien- und Motiondesign bei medneo

Politiken des Designs: Lunchtime Reading Group

Mit dem Thema »Politiken des Designs« lädt der Kunstraum dieses Jahr den Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam zur traditionellen Ausstellungsreihe »Made in Potsdam« ein. In dieser Ausstellung zeigen Kommilitonen und Kommilitoninnen unseres Fachbereichs wie sie ihre Möglichkeiten nutzen und sich Handlungsräume aneignen, um sich einzumischen.

Zur eigenen Vorbereitung findet heute um 12 Uhr im Rahmen des Kurses ein öffentliches Luchtime Reading im Foyer von Haus D statt. Es sind alle herzlich eingeladen!

Bis später!
Das Ausstellungsteam

PR-Agentur Agentur für Public Relations und Kommunikationsberatung sucht MITARBEITER (m/w) studentischen Mitarbeiter (M/W)

Du kannst sehr gut Englisch, organisierst, schreibst und kommunizierst gerne? Dann bewirb Dich bei uns. Wir suchen ab ca. Mitte Januar:

• Werkstudent/In
• Student/In auf Mini-Job-Basis

Wir unterstützen amerikanische IT-Unternehmen beim Markteintritt in Deutschland. Wir bieten Dir einen Einblick in die Arbeit einer PR-Agentur und du unterstützt uns von der Planung bis zur Umsetzung aller Presseaktivitäten.

Dich erwartet ein internationales Arbeitsumfeld, flexible Arbeitszeiten, einen Arbeitsplatz hier im Rechenzentrum und eine von Deinen Erfahrungen abhängige Vergütung.

Bei Interesse melde Dich bitte bei:

Ariane Füchtner, ariane@fuechtner.com, 0173-66 535 88

Wir, die ag—prop, suchen eine(n) UI- / WebdesignerIn ...

... und bieten die Möglichkeit mit einem unkonventionellen Team in einer entspannten Umgebung an interessanten Projekten zu arbeiten! Wir sind ein Kollektiv mit Sitz in Berlin. Unsere Mitglieder kommen aus den Bereichen Design, Strategie und Technologie. Neben klassischen Kundenprojekten arbeiten wir vor allem mit festen Partnern aus den Bereichen Mode, Technologie und Musik.

Weitere Informationen gibt es unter www.ag-prop.com/jobs und einen Auszug aus unserem Portfolio findest du unter www.ag-prop.com/projects