In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Wie könnten Menschen Verwaltungsleistungen beantragen, ohne sich durch lange Formulare zu arbeiten oder ausschließlich mit einem Chatbot zu kommunizieren?
In diesem Semester entwickeln wir für einen fiktiven, aber realitätsnahen Verwaltungsfall neue Formen der KI-gestützten digitalen Interaktion.
Als möglicher Use Case dient die Beantragung eines Zuschusses für Menschen mit geringem Einkommen oder für Studierende und Auszubildende. Der Zuschuss und die zuständige Behörde sind frei erfunden, orientieren sich jedoch an realen Abläufen digitaler Verwaltungsleistungen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Formen KI-gestützter Interaktion für öffentliche Dienstleistungen geeignet sind. Ein Chatbot ist dabei nur eine mögliche Form. Weitere Ansätze können dialogische Formulare, dokumentenbasierte Assistenzen, visuelle Prozessbegleitungen, sprachbasierte Interfaces, eingebettete Hilfen, proaktive Hinweise, automatische Vorbereitungen sowie intelligente Status- und Aufgabenübersichten sein. Auch kooperative Interfaces für Bürger und Beratende oder hybride Übergänge zwischen KI und menschlicher Unterstützung können untersucht werden.
Entscheidend ist nicht die Bewertung einzelner Technologien. Untersucht wird vielmehr, welcher Interaktionsmodus für welche Situation, Person und Aufgabe geeignet ist. Dabei betrachten wir auch, wie KI-gestützte Systeme Bürger, Beratungsstellen und Verwaltungsmitarbeitende entlang öffentlicher Dienstleistungen unterstützen und miteinander verbinden können. Sie könnten Informationen erklären, fehlende Angaben erkennen, passende nächste Schritte anbieten oder Nutzende durch einzelne Phasen eines Verwaltungsprozesses begleiten.
Eine zentrale Rolle spielt die Sprache. Verwaltungsleistungen werden von Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Bedürfnissen und Sprachkenntnissen genutzt. Die Kommunikation muss deshalb verständlich, zugänglich und vertrauenswürdig gestaltet sein. UX-Writing wird als Teil des Interface Designs eingesetzt – in geschriebenen Texten, gesprochenen Dialogen und im Zusammenspiel mit visuellen Elementen.
In kleinen Übungen experimentiert ihr mit UX-Writing und Vibe Coding. Vibe Coding wird im Kurs ausschließlich eingesetzt, um Wireframes, Abläufe und interaktive Funktionen explorativ zu entwickeln und zu erproben. Es dient nicht dazu, die visuelle Gestaltung der Anwendung durch KI erzeugen zu lassen. Ihr untersucht bestehende Interaktionsmuster, entwickelt eigene Ansätze und prüft, wie unterschiedliche Formen der Kommunikation und Interaktion in einem konkreten Nutzungskontext funktionieren.
Innerhalb des gemeinsamen Rahmens wählt ihr einen Service oder einen thematischen Schwerpunkt aus. Auf dieser Grundlage entwickelt ihr ein eigenständiges Interaktions- und Designkonzept und setzt es als klickbaren Prototyp um. Die visuelle Gestaltung des Interfaces entwickelt ihr selbstständig und ohne KI-generierte Designs. Dazu gehören unter anderem Layout, Typografie, Farben, visuelle Hierarchien, Komponenten und das Zusammenspiel der einzelnen Interface-Elemente. Eure Entscheidungen zu Interaktion, visueller Gestaltung und Sprache sollen im Prototyp nachvollziehbar werden.
Ziel ist nicht, ein bestehendes Formular lediglich zu digitalisieren. Ihr entwickelt eine auf den jeweiligen Use Case zugeschnittene Lösung, die zugänglich, verständlich, selbstbestimmt und vertrauenswürdig ist und zugleich zu einer zeitgemäßen und effizienten öffentlichen Verwaltung beitragen kann.
Der Kurs richtet sich an alle, die bekannte Interface-Muster kritisch hinterfragen, neue Formen der Mensch-System-Interaktion explorieren und sich offen auf experimentelle Gestaltungsprozesse einlassen möchten.
Hinweis: Der Kurs ist zeitintensiv und erfordert aktive Mitarbeit, auch außerhalb der Kurstermine. Grundlagen in Interface-Gestaltung sind hilfreich.
Interfacedesign
714 Interfacedesign als Problemlösung
21EId-P Interfacedesign als Problemlösung
#Society + Public domain, #Science + Technology
Wintersemester 2026 / 2027
Freitag, 10:00 – 14:00
23.10.2026
Projektaufgaben und Semesterprojekt
Haus D, 1.08
Februar 2032