In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
[EMW-Kurs explizit offen für Design-Studierende]
Wie wird eine ostdeutsche Gesellschaft durch Diagramme dargestellt und wie strukturieren solche Bilder selbst gesellschaftliche Wahrnehmung? Listen, Tabellen, Karten oder komplexere Datenvisualisierungen prägen viele der Narrative, mit denen Ostdeutschland seit 1990 beschrieben wird: etwa Wahlkarten, demographische Statistiken oder andere journalistische Grafiken. Das Seminar versteht solche Diagramme als Bilder struktureller Ordnung. Auch wenn sie häufig objektiv erscheinen, sind sie immer auch Interpretationen: Sie ordnen Informationen, setzen Schwerpunkte und erzeugen bestimmte Perspektiven auf gesellschaftliche Zusammenhänge.
Im Seminar beschäftigen wir uns zunächst mit bestehenden diagrammatischen Kulturpraktiken und verwandten künstlerischen Positionen, etwa mit Arbeiten von Karl-Heinz Adler oder Ruth Wolf-Rehfeldt in der DDR sowie mit zeitgenössischen Positionen von Künstler:innen wie Sung Tieu oder Henrike Naumann. Anschließend steht die eigene gestalterische Arbeit im Mittelpunkt: Die Studierenden entwickeln experimentelle Diagramme, die sich mit Aspekten ostdeutscher Gesellschaft, Erinnerung oder Transformationsgeschichte auseinandersetzen. Ein wichtiger Bestandteil des Kurses ist die Arbeit mit der Visualisierungsplattform Hydrant, entwickelt vom Künstler Manuel Roßner. Mit Hilfe dieser App entwickeln die Studierenden eigene Themenfelder, recherchieren passende Datensätze und übersetzen diese in diagrammatische Visualisierungen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger gestalterische Perfektion als die Frage, welche Themen, Daten und Anordnungen neue Perspektiven auf ostdeutsche Geschichten und Erfahrungsräume eröffnen können. Gestalterische Vorerfahrungen sind nicht erforderlich.
Das Seminar ergänzt den Theoriekurs „Postostdeutsches Erinnern“. Während dort zentrale Positionen der Ostdeutschlandforschung und Erinnerungskultur diskutiert werden, dient dieser Kurs als experimentelles Labor, in dem diese Fragen in visuelle und diagrammatische Formen übersetzt werden. Testat: Erstellung einer diagrammatischen Visualisierungsreihe in der Hydrant-App auf Grundlage eines selbst entwickelten Datensatzes, optional ergänzt durch weitere mediale Formate (z. B. Foto, Video oder Text).
Europäische Medienwissenschaften
M9 Intermediale Projekte
Theorie
301 Designtheorie und Designforschung Ⅰ
Perspektiven und Social Skills
505 Kompetenzvertiefung
801 Designtheorie und Designforschung ⅠⅠ
13Th-DMT Design-/Medientheorie
22Th-DMT Design- / Medientheorie
Sommersemester 2026
Montag, 12:00 – 16:00
13.04.2026
D103
August 2031