In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Der Kurs „Elementares Gestalten – White Cube“ ist ein experimenteller Einstieg in das dreidimensionale Arbeiten. Im Fokus stehen räumliche Wahrnehmung, das Kennenlernen unterschiedlicher Materialtypologien sowie das praktische Erproben vielfältiger Abform- und Gießtechniken. Durch kontinuierliches Experimentieren mit Form, Volumen und Oberfläche entwickeln sich aus einfachen Übungen zunehmend komplexe Fragestellungen.
Auf dieser Grundlage entsteht Schritt für Schritt eine eigenständige, mehrdimensionale Projektarbeit. Der Kurs versteht sich als offener Arbeitsraum, in dem Beobachtung, handwerkliche Praxis und konzeptionelles Denken zusammengeführt werden und der individuelle gestalterische Ansatz im Mittelpunkt steht.
In dieser Aufgabe soll ein natürlicher Feldstein manuell abgeformt und als dreidimensionale Gipsreproduktion hergestellt werden. Ziel ist es, den gesamten Prozess der Negativformherstellung und des Gipsabgusses kennenzulernen und präzise umzusetzen. Dabei werden sowohl handwerkliche Genauigkeit als auch ein bewusster Umgang mit Material, Formaufbau und Oberflächenqualität geschult.
Schritte:
- Vorlage begutachten
- Vorgehensweise und Materialwahl festlegen
- Notwendige Formteilung planen, markieren und präzise anzeichnen
- Hinterschneidungen bedenken und problematische Bereiche vermeiden
- Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel vorbereiten
- Abformobjekt optimal positionieren und fixieren
- Formteilbereiche mit plastischem Material rechtwinklig abgrenzen
- Trennmittel auf Modell und Formteile auftragen
- Modellgips mit korrektem Wassergipswert anrühren
- Gips luftblasenfrei und in gleichmäßiger Schichtstärke auftragen
- Einzelne Keilstück-Formteile zur Gesamt-Negativform fügen
- Formschlösser und ggf. Außenschalen anbringen
- Negativform vorsichtig vom Original abnehmen
- Formteile wässern, Anguss anarbeiten und Trennschicht herstellen
- Form zusammenbauen, sichern, abdichten und aufstellen
- Gips unter Entlüften in die Form gießen
- Abguss ausformen
- Angüsse und Formgrate entfernen
- Reproduktion retuschieren und fertigstellen
Auf Basis der Negativform entstehen zwei unterschiedliche dreidimensionale Volumen in verschiedenen Materialien:
Zum einen ein keramisches Positivhohlguss-Objekt im Schlickergussverfahren mit separaten Gießringen für jede Formhälfte, gefolgt von Schrühbrand, Glasur und Glasurbrand. Zum anderen ein Volumen im klassischen Gipsabgussverfahren.
In der Aufgabe „Gestein, Geometrie und Deformation“ werden fotografische Bildsammlungen zum Thema Gestein erstellt. Untersucht werden Oberflächen, Strukturen und Texturen, geometrische Grundformen in Volumina, mathematisch aufgebaute Formen (z. B. Reihung, Spiegelung) sowie Deformationen und deren physikalische Ursachen.
Die Bilder sollen überwiegend aus der eigenen Umgebung stammen; pro Teilbereich ist maximal ein Bild aus dem Netz erlaubt. Abzugeben sind jeweils drei schwarz-weiße Ausdrucke pro Thema (insgesamt 12) im quadratischen Format 20 × 20 cm.
In der Aufgabe „Tonskizze und Plaster Cast“ wird mit einfachen geometrischen Grundkörpern aus Ton experimentiert. Ausgehend von einem festen Ausgangsvolumen entstehen durch Variation und Deformation unterschiedliche Formstudien.
Eine ausgewählte Variante wird anschließend maßstäblich vergrößert und als Gipsabguss umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen der bewusste Umgang mit Form, Material und Präzision sowie das Arbeiten vom Experiment zur klaren Form.