In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Der Kurs Materialize beschäftigt sich mit grundlegenden Aspekten dreidimensionaler Gestaltung. Im Fokus stehen Materialität, Oberfläche, Struktur, Verbindung sowie die Beziehung zwischen Objekt, Körper und Raum.
20.10.25
Im ersten Seminar hatten wir eine Kennenlernstunde. Wir sollten uns mit einem Material vorstellen (mit Draht oder Kaffee), und in kurzer Zeit ein kleines Objekt oder eine Kaffezeihnung machen.
Ich habe mit Draht gearbeitet und eine kleine Hundefigur gemacht, weil ich einen Hund habe. So habe ich etwas Persönliches über mich erzählt.
Danach haben wir Profile voneinander gezeichnet und verschiedene Gesten skizziert. Die Übung war locker und half, sich gegenseitig kennenzulernen.
27.10.25
Das zweite Seminar fand online statt.
Wir haben in Gruppen verschiedene Aufgaben gemacht, die uns Frau Martini gegeben hat. Die Aufgaben hatten mit der Interaktion mit unterschiedlichen Objekten zu tun, aber auch mit der Interaktion untereinander.
Dabei ging es darum, genau zu beobachten, zu reagieren und gemeinsam zu arbeiten.
1. Proportion, Abstand, Koordination
2. Blick und Sitz
3. Intimität, Digitale Nähe und Distanz
4. Intimität, Absrtaktion, Materialität, Portrait
5. Digitaler Tastsinn, perzeptiv
7. Text to Imagination
8. Text to Image
Ziel der Aufgabe war es, Verbindungen im Alltag zu beobachten, zu sammeln und sichtbar zu machen.
Wir sollten Beispiele fotografieren, bei denen unterschiedliche Materialien oder Teile miteinander verbunden sind.
Diese Verbindungen konnten fest, beweglich, lösbar oder funktional sein.
Für diese Aufgabe habe ich 11 Objekte fotografiert, die ich als gute und klare Beispiele für Verbindungen empfunden habe.
Alle Objekte habe ich bei mir zu Hause gefunden.
Anschließend habe ich die Fotos in Photoshop bearbeitet und den Hintergrund entfernt, damit die Objekte und ihre Verbindungen klarer und verständlicher zu sehen sind.
Die fotografierten Objekte waren:
Kamm,
Zahnbürste,
Schere,
Messer,
Jeans,
Dokumentenmappe,
Bleistift mit Radiergummi,
Portemonnaie,
Küchenzange,
Feuerzeug,
Kamm,
Computermaus.
In der Aufgabe Re-Connect sollten wir einen Alltagsgegenstand auswählen, der aus mindestens zwei verbundenen Teilen besteht. Die Aufgabe war, diese Verbindung zu lösen und durch eine neue, ungewöhnliche Verbindung zu ersetzen.
Die neue Verbindung sollte die Funktion des Objekts verändern, unterstützen oder bewusst beeinträchtigen. Gleichzeitig sollte sie auch eine ästhetische Wirkung haben oder als eigenständiges Element sichtbar werden.
Als Objekt habe ich eine Haarbürste gewählt.
Ich habe mehrere Ideen entwickelt, wie man die zwei Teile der Bürste neu verbinden kann. Zum Beispiel durch einen Reißverschluss, Klammern oder Fäden.
Ich habe mich schließlich für die Verbindung mit einem Reißverschluss entschieden. Dafür habe ich einen Kunststoff-Reißverschluss aus einer Lebensmittelverpackung verwendet.
Zusätzlich habe ich mit Bildgenerierung gearbeitet. In Midjourney und ChatGPT habe ich verschiedene Visualisierungen der Bürste mit Reißverschluss erstellt.
So konnte ich mein finales Objekt beschreiben, erweitern und meinen Prozess reflektieren, wie es in der Aufgabe gefordert war.
10.11.25
LEGO-Workshop in Luckenwalde
Während des Workshops haben wir uns mit der Idee von LEGO beschäftigt.
Wir haben eine Präsentation über LEGO gehört und darüber gesprochen, wie viele unterschiedliche Dinge man aus einer kleinen Anzahl von LEGO-Teilen bauen kann.
Anschließend haben wir eigene neue Teile entworfen und versucht, aus vorhandenen Elementen etwas Eigenes zu entwickeln.
Aufgabe 1
Ich habe einen Roboter gebaut.
Aufgabe 2
Ich habe einen LEGO-Stein generiert, der mir gefehlt hat.
Mein Prompt für ChatGPT war:
Eine rote, aus Plastik gefertigte LEGO-Steine mit vier Noppen. An beiden Seiten befinden sich Halterungen (wie die Hände einer LEGO-Figur). Oben und an den Seiten gibt es Flächen zum Verbinden. Das Bild soll minimalistisch sein, mit Studio-Beleuchtung und weißem Hintergrund.
Aufgabe 3
Diese Aufgabe habe ich zusammen mit Leopold Fritzsche gemacht.
Jeder hat zehn zufällige LEGO-Steine ausgewählt.
Konstruktionen:
1. Portal
2. Maschine (Umzug?)
3. Stuhl
4. Klo
5. Mensch (Arzt?)
6. Eisladen
7. Tisch
8. Kühlschrank
Nach dem Workshop haben wir ein Plakat erstellt.
In dieser Aufgabe sollte ich meinen Körper genau vermessen.
Die Messungen sollten sowohl im statischen als auch im dynamischen Zustand erfolgen.
Ziel war es, verschiedene Körpermaße zu vergleichen, Beziehungen zwischen ihnen herzustellen
und auf dieser Grundlage eine grafische Visualisierung zu entwickeln.
Meine Messungen (von groß nach klein):
– Reichhöhe mit ausgestrecktem Arm – 228 cm
– Körpergröße – 168 cm
– Spannweite der Arme / Körperbreite (von Fingerspitze zu Fingerspitze) – 165 cm
– Augenhöhe – 157 cm
– Größter möglicher Schritt – 115 cm
– Körperhöhe im nach vorne gebeugten Zustand – 92 cm
– Schrittlänge – 65 cm
– Armlänge vom Ellbogen bis zu den Fingerspitzen – 44 cm
– Armlänge vom Ellbogen bis zum Handgelenk – 25,5 cm
– Handlänge – 17,5 cm
– Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger – 17 cm
– Abstand zwischen den Ohren – 14 cm
– Handbreite – 9 cm
– Länge von Zeige- und Mittelfinger – 8 cm
– Länge des Ringfingers – 7 cm
– Länge des Daumens – 6,5 cm
– Lippenbreite – 5,5 cm
– Länge des kleinen Fingers – 5,5 cm
– Nasenlänge – 5 cm
– Augenlänge – 3,5 cm
– Augenbreite – 1,5 cm
Während der Messungen wurde mir klar, dass besonders die Verhältnisse zwischen einzelnen Maßen interessant sind.
Am spannendsten fand ich das Verhältnis zwischen meinem Auge und meiner Handfläche. _Die Länge meines Auges beträgt 3,5 cm, die Länge meiner Handfläche 17,5 cm. _Das bedeutet, dass genau fünf Augenlängen in meine Hand passen.
Auf Basis dieses Verhältnisses habe ich eine grafische Visualisierung entwickelt und diese als Poster umgesetzt.
In dieser Aufgabe sollten wir aus dem Material Pappe ein dreidimensionales Objekt gestalten, das als Körperextension funktioniert.
Das Objekt sollte am Körper getragen werden und den Körper verändern, zum Beispiel verlängern, vergrößern, schützen oder eine neue Funktion übernehmen.
Ich habe mich für die Verlängerung eines Körperteils entschieden und einen langen Zeigefinger entwickelt. Der Finger ist deutlich länger als mein eigener Zeigefinger. Die Idee entstand aus meiner Persönlichkeit und meinem Alltag. Ich bin ein neugieriger Mensch und zeige oft auf Dinge. Gleichzeitig bin ich eher klein und kann oft nicht gut nach oben greifen oder etwas zeigen, das weiter entfernt ist. Der lange Finger funktioniert als Hilfsmittel. Er erweitert meinen Körper, hilft beim Zeigen und Erreichen von Dingen und macht eine alltägliche Einschränkung sichtbar und greifbar.
Mechanismus
Der Finger besteht aus fünf Segmenten, die ineinander geschoben sind und sich ausziehen lassen. Ein Segment gleitet aus dem anderen heraus und verlängert den Finger.
Als Vorbild dient ein Teleskop- oder Objektivmechanismus.
Für die Umsetzung habe ich Pappe und Papierklebeband verwendet.
Objekt, Material, Produktion und Potenzial
Dieses Projekt beschäftigte sich mit dem Potenzial eines alltäglichen Objekts. Der Fokus lag auf der Analyse, dem Experimentieren mit Materialität sowie der Entwicklung neuer Nutzungsmöglichkeiten. Der Projektprozess war in drei Teile gegliedert.
1 - LOOK CLOSER – Analyse und Visualisierung
Im ersten Teil des Projekts ging es darum, ein alltägliches Objekt genau zu analysieren und seine Eigenschaften visuell darzustellen.
Als Objekt habe ich eine Gaskleinstfeuerzeug gewählt. Ich habe Proportionen, Maße, Materialien, Oberflächen und Bestandteile untersucht und diese zeichnerisch und grafisch visualisiert.
Dafür habe ich eine Doppelseite in meinem Skizzenbuch gestaltet, mit schematischen Zeichnungen, Maßangaben und einer Darstellung der inneren Bauteile.
2 - TRY OUT – Experimentieren, Studieren, Dokumentieren
Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt auf praktischen Experimenten.
Ich habe untersucht, wie sich die Wahrnehmung und Nutzung des Feuerzeugs verändert, wenn seine Oberfläche manipuliert wird. Mein Fokus lag auf der Haptik und darauf, wie sich das Objekt in der Hand anfühlt.
Ich habe fünf verschiedene Hüllen für das Feuerzeug hergestellt:
- aus Draht
- aus Schnur (Umwicklung)
- aus Watte
- als genähte, gepolsterte Hülle
- aus selbsthärtendem Ton
Jede Hülle erzeugte unterschiedliche körperliche und sensorische Eindrücke, wie zum Beispiel weich, hart, kalt, warm, rau, stachelig oder unangenehm.
Die Experimente wurden fotografisch dokumentiert und miteinander verglichen.
3 - Potenzial und Szenario
Im letzten Teil des Projekts ging es darum, das Potenzial des Objekts neu zu denken.
Durch die Experimente wurde deutlich, dass das Feuerzeug oft als Wegwerfobjekt wahrgenommen wird.Diese Haltung fördert einen unachtsamen Umgang, unterstützt abhängiges Verhalten und trägt zur Umweltverschmutzung bei. Durch die Veränderung der Oberfläche kann sich die Beziehung zum Objekt verändern.
Unbequeme, auffällige oder schützende Hüllen verlangsamen die Nutzung und machen das Objekt bewusster erfahrbar. So entsteht ein neues Nutzungsszenario, das zu einem achtsameren Umgang mit alltäglichen Dingen anregen kann.
Reflexion:
Der Kurs war für mich sehr interessant und vielseitig.
Besonders gut gefallen hat mir die große Freiheit in den Aufgaben. Es gab keine festen Lösungen, sondern viel Raum für eigenes Denken, Ausprobieren und Experimentieren. Durch diese Offenheit konnte jede Person ihren eigenen Zugang finden und den eigenen kreativen Fokus entwickeln.
Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Ergebnisse innerhalb derselben Aufgaben waren.Diese Freiheit hat mir geholfen, meinen kreativen Prozess besser zu verstehen und mein gestalterisches Potenzial weiterzuentwickeln.
Der Kurs hat mir gezeigt, wie wichtig Experimentieren, Beobachtung und Reflexion im Designprozess sind.