Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

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Rebranding

In dem Kurs „Vom Zeichen zur Marke“ entwickelten wir individuell visuelle Erscheinungsbilder für die Eismanufaktur „Die Eisfrau“. Dieser Familienbetrieb leitet aktuell zwei Eisdielen in Potsdam. Hierbei galt es eine ganzheitliche Corporate Identity zu entwickeln, die die Werte der Manufaktur widerspiegelt und multimedial funktional ist.

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I. Vorbereitung

Zuerst schauten wir uns Vorort die Eisdielen an, um uns ein erstes Bild zu machen und den Bestand aufzunehmen. Anschließend diskutierten wir gemeinsam die bereits vorhandenen Elemente des Corporate Designs. Wir stellten klar, welche Elemente erhalten bleiben können, welche überflüssig geworden sind und kamen schnell zu dem Entschluss, dass das vorhandene Design nicht mehr mit dem Wesen der Lisboas korreliert und somit vollständig überarbeitet werden kann. Dies ließ sich vor allem im ersten Gespräch mit den Lisboas feststellen. Wir lernten uns kennen und fanden heraus, mit welchen Bedürfnissen, Vorstellungen und Wünschen sie zur FHP gekommen waren. Sie erzählten von der Entstehungsgeschichte ihres Ladens, zeigten sich in ihrer Rolle als pädagogisches Vorbild für Kinder und machten klar, dass sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für gesunde Inhaltsstoffe im Eis und für eine nachhaltige, qualitative Herstellung haben.

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II. Konzeption

Aus dem ersten Kundenkontakt ließ sich die Grundlage für die spätere Gestaltung ableiten. Verschiedene Charakterzüge und Argumente machten sich bemerkbar und ließen sich zu einem runden Konzept formen. Sie erzählten von ihrer Naturverbundenheit und dass dies einer der Gründe gewesen sei, warum Potsdam als Standort für Sie in Frage kam. 
Eines ihrer Ziele ist es, einen sozialen Ort für Familie und natürlich Kinder zu schaffen, der Spaß und zwischenmenschlichen Austausch in der Freizeit fördert. Dabei sollten Kinder für ihre Selbstständigkeit beim Einkaufen mit einem Preisnachlass belohnt werden. 

Wir stellten fest, dass die Lisboas insgesamt sehr herzliche, offene und ehrliche Menschen sind, die ein positives und wertschätzendes Weltbild mitbringen. Es schien, als wollen sie sich mit Leidenschaft im Handwerk selbst verwirklichen. Für sie steht ein nachhaltiges und qualitatives Eis für den zarten Genuss im Vordergrund. Sie benutzen weder Stabilisatoren noch andere Zusatzstoffe, verwenden echte Früchte und setzen nur regionale Produkte für ihre eigene Herstellung ein. Dabei wollen sie alles so einfach wie möglich halten, es bei dem wesentlichen belassen und keinen großen Aufschrei um ihr Qualitätsbewusstsein machen. Diese menschliche und auf dem Boden gebliebene Einstellung wollte ich im Einklang mit den Werten „natürlich, ehrlich, handgemacht“ als roten Faden in meine Gestaltung einfließen lassen.

Dabei orientierte ich mich an den Modellen „Corporate Identity“ (Birkigt/Stadler/Funck, 1980) und „Identity 2.0“ (Beyrow, 2013) (Birkigt/Stadler/Funck, 1988) und „Identitätsbasierte Markenentwicklung“ (Burmann/Halascovich/Hemmann, 2012).

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III. Design

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Die elementare Idee dieses Entwurfs ist drei nicht perfekt rund geformte Eiskugeln in der Aufsicht zu zeigen und sie übereinanderzulegen. Sie stehen jeweils für einen der Werte „natürlich, ehrlich, handgemacht“. Durch die Mischung dieser drei Zutaten ergibt sich die Markenidentität der Eisfrau. Sie ergeben durch einfache Multiplikation eine Farbpalette von sieben harmonischen Farben. Während das Grün für Nachhaltigkeit und Natürlichkeit und Gesundheit steht, sorgt das Rot für wärme und ein ehrlich herzliches Miteinander. Um den Bogen zum Eiscafé zu spannen, wählte ich als dritte Farbe ein cremiges Mandel, dass dem ganzen ein angenehm ruhiges Gefühl verleiht und in Multiplikation mit den anderen Farben ein sanftes Vanille erzeugt.
Um den Schriftzug hervorzuheben, wählte ich zuletzt ein wärmeres, sehr dunkles Lila, das einen Hell-Dunkel-Kontrast auf dem Hintergrund der drei übereinander liegenden Kugeln bildet. 

Als Schriften suchte ich mir zwei Handwritten Fonts, die das Handwerk und den selfmade Aspekt der Manufaktur aufgreifen. Zum einen die Amatic für gut lesbaren Fließtext und zum anderen entschied ich mich für die Kaushan Script, die einen leicht Kaligraphischen Duktus mitbringt und dadurch für einen hochwertigeren Look sorgt. Sie legte die Basis für den Schriftzug im Logo. Um diesen mit der runden Form der Kugeln in Harmonie zu bringen, rundete ich jegliche Ecken ab und verband die einzelnen Buchstaben schreibschriftlich miteinander. Somit bekam die Wortmarke etwas mehr Charakter und erinnert an schmelzendes Eis. Als „I-Punkt“ nutzte ich ein Herz, um wiederum das freundlich spaßige Miteinander in der Freizeit aufzugreifen. Zudem erinnert es unterbewusst an die Silhouette einer Herzwaffel. 

Den sekundären Schriftzug „100% Natur“ übernahm ich, um weiterhin auf die besondere Qualität des Eis hinzuweisen und um den Wiedererkennungswert zum vorherigen CD zu steigern. Auch die breiteren Striche übernahm ich aus der alten Gestaltung der Eisbecher. Ich rundete sie noch ein wenig ab und ließ sie teilweise nicht ganz bis zur Kante laufen, weil sie somit an am Becher herunterlaufendes Eis erinnern. 

Alles in allem probierte ich die Speisekarte, Produktschilder, den Infoflyer und alles weitere so einfach und übersichtlich wie möglich zu halten, nach dem Motto weniger ist mehr und jeder von Jung bis Alt sollte bequem Wählen und entscheiden können. Dies wurde ebenfalls durch das Ergänzen einer kleinen Legende, für Sorbet oder Milcheis bei den Preisschildern unterstützt. Für die Kids entwarf ich Sticker, die sie mit nach Hause nehmen oder bei Papa auf die Handykamera kleben können. Diese stärken die Kundenbindung durch Interaktion und dienen als Werbeträger in anderen Räumen.

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IV. Finalisierung

Nach der Zwischenpräsentation, Feedback, Iterationen und viel Try and Error schliff ich das Design fein. Ich passte die Farben an, machte mir Gedanken um eine mögliche Website und Instagram und machte mich an die Animation des Videos.

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V. Plakat

Zum Show Up der Werke entwickelten wir jeweils für unseren Entwurf ein Plakat, dass das Branding kompakt und anschaulich darstellt. Anhand dessen konnten die Lisboas die Werke noch einmal auf sich wirken lassen, sie priorisieren und schlussendlich eine Entscheidung treffen.

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VI. Fazit

Besonders interessant waren die Modelle und Methoden zur Erstellung eines CI's (wie gehe ich den Aufbau eines Brandings an und welche Prozesse sind sinnvoll für eine zielgerichtete Erarbeitung zu durchlaufen). Darunter war es sehr lehrreich, in direkter Projektarbeit mit echten Kunden zu stehen, realitätsnah zu arbeiten und auch mal Feedback von „nicht Designern“ zu bekommen.

Ziemlich cool fand ich, in welcher Vielfalt die CI's für das gleiche Unternehmen durch alle Kommilitoninnen mit unterschiedlichsten visuellen Dialekten umgesetzt wurde. Jeder brachte seine eigene Inspiration, frische Impulse und neue Perspektiven mit ein. Auch, dass es ein gut umfangreicher Kurs war, der mich mit großer Freude vor allem in der Konzeption ein gutes Stück weiter gebracht und uns mehr in die beratende Rolle gebracht hat, schätze ich wert.

Alles in allem bin ich sehr happy mit meinem Ergebnis und sehe bei der guten Mischung aus humorvoller Stimmung und ambitioniert produktiver Arbeit einen ordentlichen Entwicklungsschritt gemacht zu haben.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Keine Angabe

Betreuung

foto: Prof. Matthias Beyrow foto: Kalina Mateeva

Zugehöriger Workspace

Vom Zeichen zur Marke … am Beispiel ›Eisfrau‹

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2021 / 2022