Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre

Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam mehr erfahren

I Care

Human-Computer Interaction Design. How to partner with intelligent/dumb things

Unser Thema | Pflegenotstand & Mental Health

Dass Pflegekräfte unter schwierigen strukturellen Arbeitsbedingungen leiden, ist nicht erst seit Corona bekannt. In den vergangenen Monaten dominierte das Thema die öffentliche Debatte. Die Unzufriedenheit innerhalb der Branche ist extrem hoch. Immer mehr Pflegende kündigen, der Fachkräftemangel steigt. Mittlerweile wird Personal aus dem Balkan und Südamerika eingestellt. Dies ändert aber nichts an den systemischen Missständen. 

Es muss dringend gehandelt werden. Diesen systembedingten Missstand können wir natürlich nicht beheben. Einen kleinen Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsstimmung und -situation könnten wir aber leisten: Mit einer App, die es Personal und deren Leitung ermöglicht, im kontinuierlichen Austausch mit den eigenen Emotionen und Erlebnissen zu stehen. Dies ist normalerweise Aufgabe der sogenannten Supervision. Im hektischen Arbeitsalltag ist es allerdings schwierig, eine regelmäßige Supervision mit dem gesamten Team zu realisieren.

Unsere Idee | I Care App

Mit der App I Care kann das Stimmungsbild nach jeder Schicht erfasst werden. Die kurze, niederschwellige digitale Abfrage von maximal zehn Minuten hilft, das Erlebte zu reflektieren und zu verbalisieren. So ist die Pflegekraft für das eigene Stimmungsbild sensibilisiert. Wie war der Patientenkontakt? Wie ist die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen, Patienten, Pflegenden? Warum war ein Tag gut oder schlecht? Hierbei sind sowohl Freitexte als auch Multiple-Choice-Antworten hilfreich.

Mit diesen Informationen soll es möglich werden, die wenigen Supervisionen und auch Teamsitzungen konstruktiver zu gestalten. Eine mögliche Zusatzoption wäre auch, die Vitaldaten aufzunehmen. Diese Daten können dann als Erinnerungsstütze nach einem Arbeitstag in der Abfrage eingebaut werden, oder auch im Laufe des Tages dazu genutzt werden, an Achtsamkeitsübungen zu erinnern. Via NFC-Chip kann ebenso die Arbeitszeit getrackt werden.

Unsere App bewegt sich an der Grenze der gängigen digitalen achtsamkeitsbasierten Stressmanagement-Angebote (ABSM), Mediation und klassischer evidenzbasierter Therapieansätze. Sie stellt ein ergänzendes Angebot zur Psychohygiene dar und hat nicht den Anspruch, ein klassisches Supervisionsangebot oder systemische Therapie zu ersetzen.

Doku hier als PDF zu finden

Unser Fazit | we care

Es war unglaublich spannend und sehr lehrreich unser Projekt zu entwickeln, umzusetzen und es abzuschließen.

Die Themen Pflege, Mental-Health und digitale Anwendungen sind schon einzeln sehr intensiv zu bearbeiten, umso interessanter war es diese zu kombinieren und für unsere Problemstellung anzuwenden.

Je tiefer wir in die Recherche gingen, desto wichtiger war es für uns eine klare und konkrete Problemstellung zu definieren und die App daraufhin aufzubauen. Mit jedem Interview und mit jedem User-Testing, haben wir immer Verständnis für unsere Zielgruppe und die Funktionen der Anwendung bekommen, und stellten auch offtmals fest, dass unsere Sicht und Darstellung noch zu verkopft war.

Editieren und Umstrukturieren waren wesentliche Elemente, die uns zu der Essenz der App zum jetzigen Zeitpunkt gebracht haben. Es gibt immer noch viele Punkte, die wir noch nicht so richtig rund bekommen haben. Allerdings haben wir mit der I Care App nun einen Stand erreicht, der uns zufrieden stellt und den wir gerne in einem anderen Kurs weiterentwickeln möchten. Fortsetzung folgt – vielleicht.

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Keine Angabe

Betreuung

Prof. Dr. Frank Heidmann

Zugehöriger Workspace

Human-Computer Interaction Design. How to partner with intelligent/dumb things

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2021

Keywords