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Frühwarnsysteme als Indikatoren gesellschaftlich definierter Gefahrenbegriffe theoretisch und gestalterisch dekonstruieren

Frühwarnsysteme als Indikatoren gesellschaftlich definierter Gefahrenbegriffe theoretisch und gestalterisch dekonstruieren

Eine praktisch-theoretische Untersuchung von (problematischen) Sicherheitsstrukturen innerhalb der (deutschen) Gesellschaft.

A practical-theoretical investigation of (problematic) security structures within (German) society.

*Da Praxis und Theorie aufeinander verweisen: Zum schlüssigen Lesen der vollständigen Arbeit bitte auf die unterschiedlichen PDF-Dateien und die Audioaufnahmen aus dem ZIP-Ordner zugreifen.

ABSTRACT

Im Grunde bin ich doch gar nicht für meine Sicherheit verantwortlich. Im Grunde erwarte ich die Welt als sichere Welt. Im Grunde erwarte ich, dass mir nichts passiert. Im Grunde erwarte ich eine Versicherung, dass mir nichts passiert. Denn nur so kann ich leben, wie ich lebe.

Um Sicherheit zu schaffen und zu gewährleisten gibt es Sicherheitsstrategien.

Frühwarnsysteme durchdringen als Teil dieser Sicherheitsstrategien alle Lebensbereiche meiner Welt. Sie können darauf angelegt sein Menschenleben zu retten, aber auch Kapitalgewinn zu maximieren oder Einbrecher abzuschrecken. Ihre Besonderheit liegt in ihrem Kommunikationsmoment. Sie geben ein Versprechen ab. Sie erkennen eine Katastrophe, bevor sie passiert und sagen somit die Zukunft voraus (vielleicht auch eine falsche). Innerhalb dieses Moments offenbaren sie Machtstrukturen, die mir meine Entscheidungsgewalt absprechen und verweisen damit auf einen strukturell in unserer Gesellschaft vorherrschenden problematischen Umgang mit Sicherheit.

Ich nähere mich innerhalb praktischer Gestaltungsmethoden dem inneren Kern von Frühwarnsystemen. Dekonstruktion und Researchthrough-Design bilden die Basis meiner Erkenntnisse. Durch etwa Sammeln, Clustern und Mapping spalte ich in der Praxis die Systeme in unterschiedliche Themenfelder auf, welche mir Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen und mich zu Fragen führen, die ich auch in meine weitere theoretische Recherche miteinbeziehe. In einer aufbauenden soziologischen Auseinandersetzung stelle ich fest, wie Angst als Motor für Sicherheit funktioniert und bewusst genutzt wird, sowie welche Arten der Sicherheitsstrategien in der deutschen Gesellschaft bedient und erfasst werden. Ganz wichtig wird dabei die Frage der Macht. Wer hat die Macht über meine Sicherheit? Und: Weiß ich eigentlich darüber Bescheid?

Mit Hilfe von Materialexperimenten forsche ich weiter, wie ich Frühwarnsysteme künstlerisch (um-)nutzen kann und welche Erkenntnisse sich daraus ergeben würden.

Innerhalb eines dreitägigen Workshops, den ich am Institut HyperWerk in Basel gebe, trete ich in eine Kommunikation mit außen. Nach persönlichen Gesprächen und Diskussionen, sowie praktischen Übungen von weiterentwickelten Materialexperimenten, kann ich schließlich insgesamt mein Fazit in der Vermittlung und Sensibilisierung des Themas finden.

Das Buch

Das Buch versteht sich als forschendes Objekt. In Teil 01 wird die Theorie erläutert, sowie Rückschlüsse auf die gestalterische Praxis gezogen. Die gestalterische Praxis wird in Teil 02 auf losen Blättern abgebildet, Teil 03 beinhaltet die auditive Forschung. Der*die Leser*in ist dazu angehalten, sich Raum zu nehmen, dasBuch auseinander zu blättern und Verknüpfungen (neu) zu entdecken.

Theorie und Erkenntnisse 01

Praxis 02

Auditive Praxis 03

.. bitte dem ZIP-Ordner entnehmen. Danke.

Installation: For Safety Reasons

Die Bachelorarbeit wurde als eigenständige Audio-Video-Installation aufbereitet und gezeigt. Da das Fazit der Arbeit in einer Selbstreflexion und  in der Vermittlung liegt, greift die Installation sowohl persönliche emotionale Aspekte als auch soziologische Thesen auf. Auditiv bedient sich die Installation selbst der Wirkweisen von Sicherheitstönen und Alarmen und nutzt einzelnd angesteuert 8-Lautsprecher, auf dem Boden liegend, für den Aufbau von Soundräumen, in denen sich die Hörer*innen durch erzeugtes Unwohlsein mit Angst- und Sicherheitsmechanismen auseinandersetzen. Visuell geht es um die Maskottchenhaftigkeit von Sicherheitspersonal und -strukturen.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Betreuung

Prof. Wiebke Loeper Sebastian Schmieg

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2019 / 2020

Keywords

zusätzliches Material