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Bau(m)haus

Anlässlich des 100 jährigen Bauhausjubiläums bot Prof. Alexandra Martini diesen Kurs an. Basierend auf einer Methode zur Betrachtung kreativer und künstlerischer Prozesse entwickeln wir ein eigenes dreidimensionales gestalterisches Projekt.
Wir recherchierten, analysierten, experimentierten und entwickelten einen Protztypen um letztlich zu realisieren und dokumentieren. 
Daraus entstand ein freies Projekt, welches die Aspekte des Bauhausgedanken zeitgenössisch übersetzte.

Oscar Niemeyer 'Centro Niemeyer'

Oscar Niemeyer war ein brasilianischer Architekt. Er entwarf die Gebäude für die brasilianische Hauptstadt Brasília, die 1987 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Niemeyer setze als Baumaterial fast ausschließlich auf Stahlbeton. Seine Gebäude sind von kurvenreichen Konturen geprägt, welche seine futuristische und unkonventionelle Formensprache unterstreichen und seinen Ruf als einer der wichtigsten Vertreter der architektonischen Moderne begründen.

2008 entwarf er das Centro Niemeyer, welches nach drei-jähriger Bauzeit, im März 2011 in Avilés an der spanischen Atlantikküste eröffnet wurde. Das Centro Niemeyer ist ein internationales Kulturzentrum, das der Region zu neuem Aufschwung verhelfen soll, nachdem sie durch den Strukturwandel der vergangenen Jahrzehnte starke Auswirkungen zu spüren bekommen hatte.

„Das Kulturzentrum soll offen für alle sein und sich der Kultur, der Erziehung und dem Frieden widmen“ wünschte sich Niemeyer.

Analysieren

Die ersten formal-ästhetischen Eindrücke die wir beim Centro Niemeyer hatten waren: glatt/glänzend, schmucklos, fortschrittlich, Grundformen/-farben, Identität.

Um unseren eigenen Projekt einen ersten Impuls zu geben und das räumliche Denken zu fördern haben wir anhand dieser Begriffe eine Matrix erstellt.

Der Begriff „Identität“ war uns vorallen Dingen sehr wichtig, da wir den Betrachter unseres Projektes mit einbeziehen wollten. Der erste Gedanke war es, eine Umfrage oder eine Art Wahl zu inszenieren. Um vorab zu prüfen, ob Außenstehende Interesse haben sich interaktiv an einem Hochschulprojekt zu beteiligen, haben wir Passanten im Wedding und in Schöneberg befragt.

Die Themen der Umfragen waren einmal die „Worst Case Wetterlage“. Was für die Einzelperson die schlimmste vorzustellende Wetterlage wäre, würde es aufgrund des Klimawandels nur noch eine einzige Wetterlage geben. Bei dieser Runde haben wir grüne und blaue Klebepunkte verwendet um zu zeigen, dass das Geschlecht hierbei keine Rolle spielt.

Die Zweite Umfrage war zur Europawahl 2019, ob man wählen war und wenn ja, ob das Wahlergebnis zufriedenstellend war.

Die Umfragen haben uns gezeigt , dass Leute zwar Lust haben sich zu beteiligen, wir aber mehr bieten wollten als das. 

Wir wollten den Zuschauern gerne ein Nutzererlebnis geben, bei dem sie selbst teilhaben können ohne von uns gewertet zu werden. Die Idee war es, den Betrachtern Informationen zu liefern, und diese anhand der fünf Sinne erfahrbar zu machen. Für jeden Sinn sollte es zwei Boxen geben.

Warum Würfel? 

Die Vorteile eines Würfel:

  • stapeln

  • nahtlos aneinanderreihen

  • befüllbar

  • reinsehen, reingreifen

  • Räumlichkeit

  • Stabilität

  • Symmetrie, Gradlinigkeit

  • Ästethik

  • bekannte Form

Das Bau(m)haus

Das Bau(m)haus ist eine künstlerisch-ästhetische Auseinandersetzung mit dem Thema Umweltschutz/Klimawandel. 

 
Jeder Würfel wurde mit verschiedenen Dingen, die aus unserem alttäglichen Leben, Objekten mit denen wir uns auseinandersetzen oder Themen die mit uns verbunden sind, gefüllt.

So entstanden unsere 6 Themen:
1. Plastikmüll zum Sehen -> pPlastikverbrauch
2. Fast Fashion (+Spiegel zur Selbstreflexion) -> Miodeindustrie
3. Kunstfell zum Fühlen mit Plüschknochen -> Fleischkonsum
4. Gartenkresse-Samen zum Mitnehmen -> Export von Obst und Gemüse
5. Billigflug-Angebote -> CO2-Ausstoß
6. Pflanzen (+Geräuschkulisse) Sehen und Hören -> Waldbrände

Um den Zuschauern eine Abwechslung im Betrachten und Interagieren zu bieten, kombinierten wir einzelne Sinne miteinander. Durch das aneinander schrauben der Boxen, war es möglich, dass mehrere Betrachter gleichzeitig an das Bau(m)haus herantreten konnten. Auf der Rückseite wurden zusätzlich Fakten zu den übergeordneten Themen der Boxen erläutert.
Außerdem ist ein Zitat von Harald Welzer, das sich mit der Privatisierung des Klimaschutzes beschäftigt deutlich zu erkennen.

Das gesamte Gebilde/Konstrukt wurde durch einen Spanngurt festgehalten, der die gesamte Thematik symbolhaft zusammenhält und diese “an die große Glocke hängt”.

„Die Privatisierung des Klimaschutzes und umgekehrt die Privatisierung der Verantwortungslosigkeit ist ein Staatsversagen.“ - Harald Welzer (Sozialpsychologe, Publizist.)

Der Klimawandel oder die Erderwärmung haben bereits in unserer Grundschulzeit eine Rolle gespielt, und schon damals erschien uns die Problematik als Folge unseres Lebensstils logisch, ganz ohne Forschungsergebnisse von renommierten Wissenschaftler zu kennen. Der Einsatz für die Umwelt und ihr Schutz schaden in keinem Fall, auch ohne den „Scientists for Future“ Glauben zu schenken.

Jetzt ist es doch aber so, dass Klimaschutz eine persönliche Angelegenheit ist. Der Staat verzichtet ganz entschieden auf klare Verbote und Regeln, Emissionen werden nicht ausreichend reduziert. Unverantwortlich und den Bürger in seiner Freiheit und Freizügigkeit einschränkend wären ein Tempolimit, die Einschränkung des innerdeutschen Luftverkehrs, das Verbot von Mikroplastik in Kosmetik. 

Die Regierung könnte einiges tun um uns die Achtsamkeit auf unsere

Umwelt leichter zu machen, z.B. Fleischproduktion reduzieren, Bahnreisen vergünstigen, regionale Bauern und Fairtrade unterstützen, Plastikverpackungen abschaffen.

Alle Unternehmungen werden aber dem Volk selbst überlassen. Es wird auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen und damit auf die Selbstregulierung des Problems gesetzt. Aus diesem Grund kann von der Privatisierung des Klimaschutzes gesprochen werden, bzw. von der Privatisierung von Verantwortungslosigkeit.

Auf diese Art können wir nur auffordern, bitten und hoffen, dass jeder früher oder später teilnimmt. Am größten Projekt aller Zeiten, das der Staat nicht unterstützt. Obwohl das „Umweltproblem“ in Wahrheit ein Gesellschaftsproblem ist. Deshalb muss der Druck auf die Politik steigen, was durch „Fridays For Future“ geschieht, aber auch durch die ständige Wiederholung der Thematik, so wie wir es hier tun.

Das „Bau(m)haus“ ist ein persönliches „Paket“ Klimawandel oder

Klimaschutz, das jeder mit sich trägt. Wir haben täglich mit der Problematik zu tun und treffen Entscheidungen, die wir in Abhängigkeit von vielen Aspekten fällen. Ein Aspekt, der nicht wegzudenken sein darf, ist unsere Umwelt. 

Fachgruppe

Gestaltungsgrundlagen

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Alexandra Martini

Zugehöriger Workspace

deconstructing bauhaus

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2019

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