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Durch den Film »Handicap: bipolar« stand für mich außer Frage, einen weiteren Animationskurs zu besuchen. In dem Animationskurs »Politiken des Designs« befassten wir uns unter anderem vermehrt mit der politischen Theoretikerin Hannah Arendt. An einem ihrer Sätze bin ich besonders hängengeblieben und beschloss daher, ihn zu visualisieren.

Als uns Prof. Klaus Dufke Hannah Arendt vorstellte, war ich direkt von ihrem Charisma, ihrer Kühnheit und ihrer Brillanz fasziniert. Sie schien auf jede Frage eine Antwort zu haben. Lange schaute ich mir Interviews mit ihr an, las Schriften, schaute Dokumentationen. Ein Satz in einem ihrer Interviews machte mich allerdings stutzig. Auf die Frage, wie man das Bedürfnis in Menschen schaffen könne, kritisch zu denken, wisse sie keine eindeutige Antwort. Diese Frage ließ mich nicht mehr los. Ich wusste gleich, dass dieses Thema Grundstein für meine Bachelorarbeit werden würde. Dazu hätte ich durch diesen Kurs einen Film, den ich einleitend in mein Bachelorthema am Präsentationstag zeigen könnte.

Visuell wollte ich einfach bleiben. Von Beginn an stellte ich mir vor, wie Arendt in den Wolken schwebt und zu mir spricht. Ich verband damit nichts Göttliches, eher eine Eingebung, wie man sie manchmal in stillen Momenten hat. Die klare Positionierung Arendts über mir verdeutlicht die Meister-Schüler-Beziehung, in der ich mich während des Kurses »mit ihr« befand. Der abschließende Schwenk zu meiner Person verkörpert, wie ich Arendts Gedanken in mir aufnehme und sie mich beschäftigen. Da ich während des Semesters keine Lösung für ihre Frage fand, bleibt auch das Ende des Kurzfilms offen.

Die Tonspur der Passage aus einem Interview von 1973 mit dem französischen Journalisten Roger Errera war auf Englisch. Allerdings wurde zum Teil auf Französisch drübersynchroniert. Daher war sie für mich nicht zu gebrauchen. Anfangs nahm ich mir vor, bloß die Passagen, die nicht mehr zu verstehen waren, nachzusprechen. Allerdings würde das inhaltlich wenig Sinn ergeben. Daher übersetzte ich die gesamte Passage ins Deutsche und sprach den Ton selbst ein. Durch die gewonnene Freiheit leitete ich die Passage mit einer persönlichen Ansprache ein. So wird sowohl klar, dass mich die Aussage Arendt persönlich ansprach, als auch, dass mir ihre Worte nicht mehr aus dem Kopf gingen.

Stilfindung

Die Stilfindung war ein verhältnismäßig langer Weg. Gerne wollte ich rotoskopieren, gerne direkt am Grafiktablett zeichnen. Obwohl ich bereits viele Stunden in Rotoskopie und Stilfindung investiert hatte, verwarf ich alles wieder, da mein illustrativer Stil eher bescheiden war. Gegen Ende des Semesters, begann ich neben dem Studium mit Brushpens zu experimentieren. Als ich in der Pinselführung sicherer wurde, erstellte ich damit erste Illustrationen und wandte mich von der Idee zu rotoskopieren ab. Mir war direkt klar, dass ich in diesem Stil weiter arbeiten wollte. Da sich zu diesem Zeitpunkt das Semester dem Ende neigte, stellt ich den Kurzfilm erst für diese Werkschau fertig.

LipSinc

Um Arendt sprechen zu lassen, verwendete ich zum ersten Mal Adobe Character Animator. Dazu zeichnete ich elf verschiedene Lippenbewegungen, welche Character Animator automatisch passend zum Gesprochenen auswählt.

eigener Character

Als Hilfestellung für die Darstellung der eigenen Körperdrehung nahm ich mich zuvor mit entsprechender Frisur auf Video auf.

Kurzfilm

Passwort: hannah

Fazit

Aus dem Kurs nahm ich neben dem großartigen inhaltlichen Input mit, dass ich darauf vertrauen kann, den richtigen stilistischen Weg zu finden, so lange ich bereit bin, mich von ersten Vorhaben zu lösen und offen für Neues und Experiment bleibe.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Hauptstudium

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2018