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Infografik – Wie alt ist unser Essen beim Verzehr?

Infografik – Wie alt ist unser Essen beim Verzehr?

Wusstest du, dass eine Banane beim Verzehr älter ist, als die Hühnerbrust, die man im Laden kaufen kann? Im Rahmen des Semesterthemas „Politiken des Design“ setzten wir uns im Kurs „Unser globalisiertes Essen“ mit dem Alter von verzehrbaren Produkten auseinander. Ziel ist es ein größeres Bewusstsein für Lebensmittel zu schaffen, ohne auf die gängigen Verfahren wie Ressourcen, Biozertifikate, Produktionsverhältnisse etc. zurückzugreifen und uns auf eine viel eingängigere Einheit zu konzentrieren: Zeit

Sind wir uns dem Wert unserer Nahrung wirklich bewusst oder konsumieren und entsorgen wir nur noch ohne nachzudenken?

Diese Fragen soll sich im besten Fall jeder nach dem Betrachten dieser Infografik selbst beantworten können.

VORLESUNGSZEIT

Am Anfang der Vorlesungszeit bekamen wir durch Frau Godau die Möglichkeit, uns ausführlich mit der Thematik Essen im Allgemeinen auseinander zu setzen. Durch Filme, interessante Lektüren, umfangreiche Vorträge und anregende Diskussionen konnten wir uns nach und nach unseren ganz persönlichen Themen nähern.

IDEENFINDUNG

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Während die Menschen nach dem Krieg noch sämtliche Nahrung verwerteten, die ihnen zugänglich war und einen direkteren Bezug zur Produktionskette hatten, rückten mit steigendem Wohlstand Effizienz, Genuss und Bequemlichkeit immer mehr in den Vordergrund. Die meisten Frauen und Männer sind heute berufstätig, viel Zeit zum Kochen bleibt da nicht.

Durch die fehlende Zeit wird das Kochen zunehmend ausgelagert, in Form von industriellem Tiefkühlessen, bequemen Fertiggerichten oder Fremdversorgung durch Imbisse oder Restaurants. Es folgt eine Standardisierung des Essens und seines Geschmacks. Von der Produktionskette bekommen wir heutzutage nur noch die vom Hersteller bereitgestellten Bilder zu sehen. Wie frisch oder alt ein Produkt ist, machen wir hauptsächlich am Mindesthaltbarkeitsdatum aus. Dass die Einheit Zeit jedoch zu mehr fähig ist, wurde uns bei weiterer Recherche schnell klar.

Die Idee ist es beim Einkaufen den Wert eines Lebensmittels nicht nur anhand des Preises, einem Biosiegel, den Produktionsverhältnissen oder Ähnlichem zu ermitteln, sondern auch den Zeitwert in den Mittelpunkt zu stellen. Die wenigstens wissen, wie alt im Schnitt ein Lebensmittel ist und was bei der Erzeugung für Produktionsschritte entstehen.

Anstoß unserer Recherchen gab die Information, dass ein Hummer beim Verzehr in der Regel 30 Jahre als ist. Zu dem Zeitpunkt älter, als wir gerade waren. Auf dieses Fakt aufbauend fingen wir an, nach dem „Lebensalter“ von weiteren Nutztieren und Lebensmittel zu suchen.

Um die für uns interessantesten Produkte zu finden, ordneten wir daher erst einmal Alltagslebensmittel grob in Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleischprodukte und Weizenerzeugnisse ein. Wir legten eine gemeinsame Excel-Liste an und schrieben Produktionsschritte, sowie ihre Zeit nieder. Nach dem die Excel-Liste mit ausreichend Daten gefüllt war, stachen ein paar Produkte, die vermeintlich günstig und alltäglich waren, besonders hervor:

SCHWEINEBRATEN HÜHNERBRUST WILDLACHS BANANE H-MILCH HÜHNEREI

MINDESTHALTBARKEIT

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Es gibt diverse Studien und Fakten die zeigen, wie verschwenderisch wir Deutschen mit Essen umgehen. Jedes 8. Lebensmittel welches wir kaufen, werfen wir weg. Den größten Prozentsatz macht Obst und Gemüse aus, gefolgt von selbst gekochtem Essen und Fertiggerichten. Doch viele Lebensmittel werden unnötigerweise weggeschmissen, obwohl der größte Teil der Verschwendung schon frühzeitig verhindert werden kann - beispielsweise durch richtige Kühlung.

Richtige Lagerung Die optimale Lagerung von verschiedenen Lebensmitteln kann die Haltbarkeit oft sogar um Wochen verlängern. So gibt es Gemüse, welches gekühlt werden muss und anderes, welches gerade dadurch den Reifeprozess und Verderb anderer Lebensmittel beschleunigt. Wo etwas genau hingehört ist meistens nur eine Googlesuche entfernt. Siri?

MHD nicht gleich Verbrauchsdatum Viele Leute missverstehen den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Die Mehrzahl aller Lebensmittel sind noch bis weit nach Ablauf ihres MHDs genießbar. Einzig und allein Fleischprodukte sollten noch vor ihrem Verbrauchsdatum verwendet werden. Ob andere Lebensmittel noch zu gebrauchen sind, kann man an seinen Sinnen ausmachen. Hat sich die Farbe verändert? Riecht das Produkt sauer? Schmeckt es ungewöhnlich?

Spenden In einer Zeit, wo wir selber bestimmen können, was wir essen wollen, tendieren wir dazu zu viel zu kaufen und somit einiges wegzuwerfen, was unter anderem noch zu gebrauchen ist. Einerseits sollten wir ein Auge darauf werfen, welche Mengen wir kochen - andererseits sollten wir nicht unnötig viel in den Einkaufswagen tun, nur weil wir es können. Lebensmittel, für die wir keine Verwendung mehr haben, können an Hilfsbedürftige gespendet werden (z.B. Tafel, Caritas und DRK).

Niemals hungrig Einkaufen! Gegen Verschwendung von Geld und Essen; gesättigt Einkaufen. Durch Hunger entstehen ungerechtfertigte Impulskäufe von Lebensmitteln, die wir im Laufe ihres MHDs nicht verbrauchen können. Satt in einen Supermarkt gehen bedeutet nachgewiesen weniger Einkaufstüten, weniger Ausgaben und weniger Verschwendung.

ERGEBNIS

All unsere recherchierten Ergebnisse wollten wir nun im letzten Schritt einfach und verständlich visualisieren, um sie somit einem großen Publikum zugänglich zu machen. Wir entschieden uns dabei für plakative Isotope Infografiken, welche die Lebensdauer von industriell hergestellten Lebensmitteln, von deren Erzeugung bis hin zum Supermarktregal, verbildlichen. Besonders die verkürzte Lebensdauer von Tieren wie Huhn, Schwein und Rind wird hier auf besonders brutale Art und Weise vor Augen gehalten. Erst in diesem Vergleich wird klar, dass sich die Wahrnehmung dieses Zustandes extrem verschoben hat – gar so weit, dass wir uns beim täglichen Einkauf keine Gedanken darüber machen wie alt unser Essen wirklich ist.

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FAZIT

David sagt: Die einfachsten Fragen sind oftmals auch die mit dem größten Einfluss im Leben! So auch die Frage:„Wie alt ist eigentlich mein Essen?“ Durch die Beantwortung dieser Frage habe ich einen wirklich einfachen Zugang zu dem riesigen Thema Konsum gefunden, welches mich mitlerweile in all meinen Einkäufen begleitet. Das Thema „Essen und Zeit“ ist für mich noch längst nicht abgeschlossen und wird mich noch weiter begleiten.

Manuel sagt: In unserem Kulturkreis hat die Wertschätzung von Lebensmitteln über die letzten Jahrzehnte hinweg immer mehr abgenommen. Alles ist immer verfügbar, saisonale oder gar internationale Hürden werden umgangen und die Supermarktregale sind gefüllt mit Waren – täglich frisch, immer mehr. Die Erarbeitung und Umsetzung unseres Projekts konnte mir den Wert von alltäglichen Nahrungsmitteln wieder bewusstmachen und gab mir Einblicke in die konventionelle Nahrungsmittelindustrie. Unser Endprodukt schafft es auf plakativ, einfache Weise den zeitlichen Wert ausgewählter Lebensmittel zu vermitteln, Aufmerksamkeit zu schaffen und somit zur Selbstreflexion anzuregen.

Josephine sagt: Bevor wir uns als Gruppe mit dem Thema 'Zeit' befasst haben, war mir der zeitliche Aufwand einfachster Grundnahrungsmittel nicht wirklich klar. Die Bearbeitung dieser Thematik hat mich über meinen Konsum aufgeklärt und sensibilisiert. Letztendlich sind sehr informative Plakate entstanden, die unsere Botschaft hoffentlich weiteren Menschen nahe legen und unsere Zukunft positiv beeinflussen.