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MotionBasis.01: Dynamic Type | Nullvier

Diese Dokumentation fasst die Ergebnisse des Kurses MotionBasis.01 aus dem Wintersemester 2015/16 zusammen.

Das Thema Dynamic Type bewegt sich irgendwo zwischen Schriftentwicklung und Motiongraphics. Während Schrift in der Regel als Wort, Satz oder längerer Text animiert wird, befasst sich Dynamic Type mit der Bewegung des einzelnen Zeichens. Ziel des Kurses war die Entwicklung eines animierten Zeichensatzes, der auch anderen Gestalter_innen zur Verfügung gestellt werden kann.

Den animierten Zeichnesatz sowie die Fontdatei stelle ich im Ordner »Material« unter CC-Lizenz zur Verfügung.

Fingerübung 01: Analyse & Anwendung

Nach einer kurzen Einführung zum Thema Lesen und der Vorstellung früherer Motionprojekte zum Thema Schrift, war die erste Teilaufgabe, die Analyse einer Bewegtschrift. Ich wählte dafür ein Corporate Designprojekt von Sagmeister & Walsh für Function Engineering. Die Wortmarke „Function“ ist aus Geraden und Kurven konstruiert, die an ihren Enden aneinander befestigt sind. In der Bewegung werden einige dieser Enden zu Dreh- und Angelpunkten für die Elemente.

Experiment

Im vorrangegangenen Semester habe ich einen Schriftentwicklungskurs bei Luc[as] de Groot belegt. Für den MotionBasis war zunächst mein Plan, einen der dort entstandenen Fonts zu bewegen. Die Idee der Animation ist, die charakteristischen Merkmale der Schrift ein- und auszublenden.

Fingerübung 02: Motionplakat

Die zweite Fingerübung bestand darin, den Aufbau eines bestehenden AE-Projektes zu analysieren oder ein eigenes, simples Motionprojekt zu erstellen (Motionplakat) und zu erklären.

Ich gestaltete ein Plakat für einen Boulderwettbewerb und ließ die Buchstaben (naheliegenderweise) um die Wette ins Bild klettern.

Semesterprojekt

Da als Semesterprojekt ein kompletter Zeichensatz erstellt werden sollte, musste ich mich zunächst für einen Font entscheiden. Zur Wahl stand mein Schriftentwurf aus dem Kurs von Lucas

und ein Entwurf namens Textrusion von [Jakob Runge](http://jakob-runge.de/ „Portfolio Jakob Runge“), den ich auf [26+](http://26plus-zeichen.de/ „26+“) (Webplattform für studentische Schriftentwürfe) gefunden habe.

Mein Ziel war, durch die Animation der Charakter der Schrift zu unterstreichen. Die Animation sollte also speziell für einen Zeichensatz erstellt werden und nicht als Template für verschiedene Schriften funktionieren.
Zur Animation meines eigenen Entwurfs hatte ich ja bereits einen groben Ansatz. Für die Textrusion überlegte ich mir, die bezeichnung „gebrochene Schrift“ wörtlich zu nehmen. Zunächst nutzte ich die Tannenberg für Entwürfe, da diese der Textrusion unter anderem als Vorlage diente.

Schließlich sah ich in Letzterem mehr Potential und entschied mich, für den Rest des Semesters an der Textrusion weiter zu arbeiten. Zum einen weil ich mich mit meinem eigenen Entwurf bereits ein ganzes Semester beschäftigt hatte, zum anderen hatte ich zu der Zeit ein allgemeines Faible für gebrochene Schriften entwickelt.
Bei meiner Recherche untersuchte ich verschiedene Texturas und erinnerte mich an den visuellen Auftritt der Berliner Volksbühne. Da zu den Kursergebnissen unter anderem eine Anwendung der Bewegtbildschrift zählte, kam ich auf die Idee etwas für die Berliner Volksbühne zu machen. Je mehr ich mich jedoch mit dem Erscheinungsbild der Volksbühne auseinandersetzte, desto weniger passend schien mir die Textrusion mit ihren perspektivischen Feinheiten. Ich tauchte weiter in die Welt der gebrochenen Schriften ein und probierte das kalligrafische Prinzip als Grundlage für eine Animation zu nutzen.

Zu dem Zeitpunkt nutzte ich die Potsdam (von der Volksbühne auch gerne genommen) als Ausgangsschrift für Animationen. Schließlich entschied ich mich, von der Textrusion als Ausgangsschrift Abstand zu nehmen. Allerdings wollte ich auch keinen Klassiker wieder Potsdam oder Tannenberg animieren und fing an eigene Schriftentwürfe auf Basis der Potsdam anzufertigen.

Dabei entsand die Nullvier, eine Textura mit extremer X-Höhe.

Nachdem alle Buchstaben gezeichnet waren und das Animationsprinzip klar war, folgte eine lange Phase des Digitalisierens und Animierens. Dabei ist der Workflow in After Effects recht simpel. Die Outline der Schrift dient als Maske, hinter der sich bewegte Formebenen befinden.

Beim Erstellen des Democlips entdeckte ich neue Möglichkeiten von Übergängen zwischen Wörtern, die so eigentlich nicht geplant waren. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten andere Motiondesigner_innen bei der Verwendung des Fonts finden. Deshalb gibts die AE-Datei unter „Material“ als Download.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Betreuung

Prof. Klaus Dufke

Zugehöriger Workspace

MotionBasis.01: Dynamic Type

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2015 / 2016

Keywords

zusätzliches Material