Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre

Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam mehr erfahren

Schamlos

Bachelorarbeit über den Ursprung, die Auswirkung und den Abbau von Scham am Beispiel der weiblichen* Vulva

Untitled_Artwork 58.jpgUntitled_Artwork 58.jpg

Abstract DE

Der soziokulturelle Megatrend, mit dem eigenen Körper unzufrieden zu sein, hat auch vor dem weiblichen* Genital nicht Halt gemacht. Weltweit steigen die Eingriffe im Genitalbereich – nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil immer mehr Frauen* das Gefühl haben, ihre Vulva sei „abnormal“.

Auch in Deutschland steigen die Zahlen der freiwilligen Labienplastiken. 2025 waren Intimoperationen bei den unter 30-Jährigen mit 11,8 % auf dem dritten Platz der Behandlungsstatistik – im Vorjahr waren es nur 7,1 %. Dieses Phänomen betrifft nicht nur erwachsene Frauen*: Unsicherheiten im Genitalbereich können schon im Grundschulalter entstehen – das berichten Ärztinnen* aus Großbritannien.

Woher kommen diese Vorstellungen von einer „normalen„ Vulva?

Wodurch entstehen Unsicherheiten und das Gefühl, abnormal zu sein?

Wann und wo verankern sich diese Ideale, von denen sogar schon Mädchen* im Grundschulalter betroffen sein können?

Der erste Abschnitt dieser Arbeit versucht, auf Basis von Interviews mit jungen Frauen*, Lehrerinnen* und sexualpädagogischen Expertinnen* die Probleme hinter genitalen Idealen und ihre vielschichtigen Ursprünge zu verstehen. 

Der zweite Abschnitt ermittelt eine Zielgruppe und analysiert, welche Chancen und Hürden in den verschiedenen Bereichen der sexuellen Bildung liegen. Die Schule wird als geeigneter Anknüpfungspunkt für eine gestalterische Lösung genauer untersucht. 

Der dritte Abschnitt mündet in der Entwicklung des gestalterischen Konzeptes. „Das Vulva Museum“ ist ein spielerisches, altersgerechtes Workshop-Konzept für Mädchen* in der Grundschule, welches konzipiert, gestaltet und in mehreren Durchläufen an Schulen getestet wurde. Ziel war es, Wissenslücken früh zu füllen, bevor sich Unsicherheiten überhaupt bilden – und junge Mädchen* in ihrer Entwicklung zu empowern.

Abstract EN

The sociocultural trend of being dissatisfied with one’s body has not stopped at the female* genitalia. Around the world, genital surgeries are on the rise – not for medical reasons, but because more and more women* feel like their vulva is somehow 'abnormal.'

2025, Germany: Labiaplasties ranked third among the most common procedures for women* under 30. Rooted in insecurities, these ideals do not only affect grown women. Doctors in the UK have reported girls as young as 9, who report being distressed by the appearance of their genitals.

Where do these ideals of a „normal“ vulva come from?

What causes insecurities and the feeling of being abnormal?

And when do these ideals start to create norms – that may already affect young girls* in primary school?

The first section of this thesis attempts to understand the problems behind these ideals and their complex origins, by conducting interviews with young women*, teachers*, and sexologists*.

The second section zooms in on a target group, and looks at the opportunities and challenges within different areas of sex education. Schools are then examined more closely as a potential starting point for a design solution.

The third section brings it all together as a design concept: 'Das Vulva Museum' – a playful, age-appropriate workshop for girls* in primary school, that was developed, designed, and tested on multiple occasions at real schools. The goal is to address knowledge gaps early on, before insecurities have a chance to develop, and to empower young girls in their development.

🧡 Bacherlorarbeit

DSC09263.jpgDSC09263.jpg
DSC09114-2.jpgDSC09114-2.jpg
DSC09245.jpgDSC09245.jpg
DSC09115.jpgDSC09115.jpg
DSC09145.jpgDSC09145.jpg
DSC09166.jpgDSC09166.jpg
DSC09173.jpgDSC09173.jpg
DSC09168.jpgDSC09168.jpg
DSC09178.jpgDSC09178.jpg
DSC09158.jpgDSC09158.jpg
DSC09191.jpgDSC09191.jpg
DSC09188.jpgDSC09188.jpg
DSC09199.jpgDSC09199.jpg
DSC09210.jpgDSC09210.jpg
DSC09253.jpgDSC09253.jpg
DSC09252.jpgDSC09252.jpg
DSC09261.jpgDSC09261.jpg
DSC09259.jpgDSC09259.jpg
DSC09265.jpgDSC09265.jpg
DSC09271.jpgDSC09271.jpg
DSC09135.jpgDSC09135.jpg
DSC09233.jpgDSC09233.jpg
DSC09121.jpgDSC09121.jpg
DSC09129.jpgDSC09129.jpg
DSC09241.jpgDSC09241.jpg
DSC09103.jpgDSC09103.jpg
DSC09105.jpgDSC09105.jpg
DSC09096.jpgDSC09096.jpg
DSC09305.jpgDSC09305.jpg
DSC09097.jpgDSC09097.jpg

BA – Schamlos – Yette Strauss Suhr.pdf PDF BA – Schamlos – Yette Strauss Suhr.pdf

Praxis: Das Vulva Museum

Das Vulva Museum ist ein interaktives, 90-minütiges Workshop Konzept, welches sich an geschlechtergetrennte Mädchengruppen* in der Grundschule (meist 3.–4. Klasse) richtet.

Konzipiert wie ein interaktives Buch, begleiten Illustrationen, Übungen und eine Vorlesegeschichte drei fiktive Kinder bei ihrem Ausflug in das Vulva Museum. Dort gehen sie durch die verschiedenen Ausstellungsräume, in welchen Anatomie, Diversität und Körperautonomie spielerisch thematisiert werden.

Illustrationen

Das Vulva Museum 1.jpgDas Vulva Museum 1.jpg
Das Vulva Museum 2.jpgDas Vulva Museum 2.jpg
Das Vulva Museum 3.jpgDas Vulva Museum 3.jpg
Das Vulva Museum 4.jpgDas Vulva Museum 4.jpg
Das Vulva Museum 4.jpgDas Vulva Museum 4.jpg
Das Vulva Museum 5.jpgDas Vulva Museum 5.jpg
Das Vulva Museum 6.jpgDas Vulva Museum 6.jpg
Das Vulva Museum 7.jpgDas Vulva Museum 7.jpg
Das Vulva Museum 8.jpgDas Vulva Museum 8.jpg
Das Vulva Museum 9.jpgDas Vulva Museum 9.jpg
Das Vulva Museum 10.jpgDas Vulva Museum 10.jpg
Das Vulva Museum 11.jpgDas Vulva Museum 11.jpg
Das Vulva Museum 12.jpgDas Vulva Museum 12.jpg
Das Vulva Museum 13.jpgDas Vulva Museum 13.jpg
Das Vulva Museum 14.jpgDas Vulva Museum 14.jpg
Das Vulva Museum 15.jpgDas Vulva Museum 15.jpg
Das Vulva Museum 16.jpgDas Vulva Museum 16.jpg
Das Vulva Museum 17.jpgDas Vulva Museum 17.jpg
Das Vulva Museum 18.jpgDas Vulva Museum 18.jpg
Das Vulva Museum 19.jpgDas Vulva Museum 19.jpg
Das Vulva Museum 20.jpgDas Vulva Museum 20.jpg
Das Vulva Museum 22.jpgDas Vulva Museum 22.jpg
Das Vulva Museum 21.jpgDas Vulva Museum 21.jpg
Das Vulva Museum 23.jpgDas Vulva Museum 23.jpg

Material

DSC08945.jpgDSC08945.jpg
DSC08922.jpgDSC08922.jpg
DSC08938.jpgDSC08938.jpg
DSC08918.jpgDSC08918.jpg
DSC08965.jpgDSC08965.jpg
DSC08974.jpgDSC08974.jpg
DSC08979.jpgDSC08979.jpg
DSC08991.jpgDSC08991.jpg

Workshop Einblicke

DSC09010.jpgDSC09010.jpg
DSC08994.jpgDSC08994.jpg
DSC09029.jpgDSC09029.jpg
DSC09023.jpgDSC09023.jpg
DSC09041.jpgDSC09041.jpg
DSC09045.jpgDSC09045.jpg
DSC09054.jpgDSC09054.jpg

🪩 Werkschau

Werkschau Yette Strauss Suhr.pdf PDF Werkschau Yette Strauss Suhr.pdf

Persönliche Reflexion

Stolz wie Bolle. So fühle ich mich, wenn ich auf die Bachelorzeit zurückblicke. Zum einen liegt das daran, dass ich mein Thema unfassbar spannend und relevant fand. Nicht nur, weil ich früher selber davon betroffen war, sondern weil meine Arbeit dadurch – neben einer guten Gestaltung – auch einen Inhalt, und vor allem einen Impact, hatte.

Den Workshop frühzeitig an Schulen zu testen, war nicht nur aufregend und wunderschön, es hat auch ganz pragmatisch dafür gesorgt, dass ich im Praxisteil ordentlich Gas geben musste. Zwar ist Zeitmanagement mir noch nie schwer gefallen, aber in dieser Arbeit war es wirklich phänomenal – von Anfang bis Ende.

Natürlich gab es Ups und Downs, die wie in jedem Projekt dazugehören. Es gab Zweifel und tränenreiche Befürchtungen, dass mein Thema zu groß gefasst war. Es gab Absagen von Schulen und das altbekannte Imposter-Syndrom, inhaltlich nicht qualifiziert genug zu sein. Zwischendurch war ich unsicher, weil ich bei meinem Tempo kaum Zeit hatte, mich umzudrehen und mich zu fragen, ob ich nicht doch irgendwo hätte abbiegen sollen.

Aber es gab auch viele Momente von Flow, Tatendrang und Energie. Dabei waren meine persönlichen Highlights die Momente, in denen ich den Workshop testen durfte. Das hat nicht nur unfassbar viel Spaß gemacht, sondern mir auch gezeigt, wie wirkungsvoll und wichtig diese Arbeit ist.

Letztendlich bin ich vor allem stolz, weil ich weiß, wie viel Arbeit und Herzblut in dieses Projekt geflossen ist. Es hat viel mit mir gemacht, mich auf gewisse Art ein Stück geheilt – und ich hoffe inständig, dass „Das Vulva Museum“ nicht nur als eine Bachelorarbeit in den Schubladen versinkt –, sondern raus in die Welt treten kann: Um Unsicherheiten im Genitalbereich entgegenzuwirken und möglichst viele junge Mädchen* mit dem Wissen zu empowern, dass sie gut so sind, wie sie sind!

Fachgruppe

Sonstiges

Art des Projekts

Bachelorarbeit

Betreuer_in

foto: Prof. Matthias Beyrow foto: Prof. Lisa Bucher

Zugehöriger Workspace

2.25-BA (SPO 2019) | 1001 (SPO 2025) Prüfung Bachelorarbeit und Präsentation

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2026

Keywords