In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
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Kursjournal für den Kurs „How To Bachelor“ bei Prof. Dr. Marion Godau.
Wo bin ich gestartet?
Was habe ich mir als Ziel für den Kurs vorgenommen?
Beim ersten Termin besprachen wir erste Fragen, Gedanken und Erwartungen. Ich hatte den Kurs belegt um vor meinem Bachelor eine gute Orientierung rund ums Schreiben und wisschenschaftliche Arbeit im Design zu bekommen. Im Laufe meines Studiums hatte ich mir hin und wieder schon mal Gedanken um das Bachelor-Thema gemacht, konnte dieses jedoch nie ganz ausformulieren.
Mein Ziel war es somit auch innerhalb des Kurses mein Thema zu entwickeln und dann im Anschluss für das nächste Semester meine Bachelorarbeit anzumelden. Nach meinem Praktikumsemester viel es mir am Anfang etwas schwer wieder in das studieren und wissenschaftliche Arbeiten zukommen und der Kurs gab mir jede Woche den benötigte Struktur und nützliches Wissen um mich auf die BA vorzubereiten und mich mit deinem Thema auseinanderzusetzen. Da ich mich im Anschluss an mein Studium im Potsdam für einen Master im raumbezogenen Entwerfen in Berlin und Halle bewerben möchte, fokussierte ich mich auch sehr darauf, wie die Arbeit in mein Portfolio und auch in Betracht der Bewerbung für den Master relevant sein könnte.
Um meine Erkenntnisse, Learnings und Gedanken innerhalb des Kurses zu dokumentieren legte ich ein Miroboard an. Ich nutze dieses vor allem um wieder ins Schreiben, Reflektieren und Gedanken sortieren zu kommen und auch um später beim Schreiben der Bachelorarbeit eine Art Journal zu haben auf das ich immer wieder zurückgreifen kann.
Was sind meine ersten Ideen zur Bachelorarbeit?
Um mich meinem Thema zu Beginn erstmal locker zu nähern..
→ Und ich glaube das ist ein sehr wichtiger Punkt! Für mich persönlich hat es geholfen den Druck bei der Sache rauszunehmen. Es erscheint einem eh erstmal alles wie ein riesiger Berg. Und niemand findet direkt aus dem Nichts ein ausgearbeitetes Thema. Mir hat vor allem geholfen einfach mal an nichts zu konkret zu denken, mich auch mal nach dem Kurs zu langweilen oder spazieren zu gehen und den Kopf selber arbeiten zu lassen.. Und je mehr man sich dann mit seinen Gedanken beschäftigt, je intensiver man recherchiert, mit anderen darüber spricht desto mehr kommen einem die größeren Ideen und man connected die Dots!
.. schrieb ich auf meinem Miroboard zunächst einmal nur Begriffe die mir in den Sinn kamen. Ganz losgelöst ergaben sich erste Impulse wie Raum, Kuration, Natur, Typografie, Narration, Symbole, Bewegung, Lesen, Ausstellungsdesign, Buch etc..
Dabei merkte ich, dass viele Begriffe schon in eine methodische Richtung gingen: explorative Forschung, prozessorientiert, künstlerische Auseinandersetzung, forschend/philosophisch, interdisziplinär, multimedial..
Und ich sogar schon Träume für nach der Bachelorarbeit formulieren konnte: Ich möchte meine Arbeit nachträglich in einem kleinen Galerie-Raum ausstellen, bei Verlagen vorstellen und zu bestimmten Wettbewerben oder Plattformen einreichen. Es motivierte mich, mir selbst schon so einen Ausblick zu geben und intuitiv und losgelöst herausfinden wo ich hin möchte, mit was ich mich beschäftigen möchte und vor allem wie ich gestalterisch arbeiten will.
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Daraufhin formulierte ich erste mögliche Fragestellungen:
Welche alternativen Formen der Co-Kreation, wenn Fürsorge zur Grundlage einer Gestaltungspraxis wird?
Wie manifestiert sich Care ästhetisch und materiell in gestalterischen Arbeiten?
Welche Materialentscheidungen, Prozesse oder ästhetischen Sprachen lassen sich als fürsorglich bezeichnen – und warum?
Wie verändert sich Design, wenn nicht nur Menschen, sondern auch Materialien, Ökologien und zukünftige Generationen als „Care-Subjekte“ verstanden werden?
Welche Formen gestalterischer Infrastruktur (Räume, Plattformen, Rituale, Systeme) können Care ermöglichen oder verstärken?
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Es half mir auch die Dokumentationen aus den vergangenen How to Bachelor Kursen anzuschauen und zu verstehen welche Fragen sich andere stellten.
Dabei fand ich die Fragen einer guten Freundin als sehr anregend:
Was interessiert mich aktuell wirklich?
Was ist mir im Laufe des Studiums aufgefallen?
Welche Themen, Personen oder Fragestellungen begegnen mir auf Social Media oder in den Büchern die ich lese?
Womit beschäftige ich mich gerne im Alltag, in meinen Hobbys?
Welche Themen sind mir wichtig oder was regt mich gerade auf?
Eine der ersten Aufgaben bestand darin, die Prüfungsordnung des Studiengangs aufzuspüren und gründlich zu lesen. Für mich war es das erste Mal, dass ich mich wirklich mit diesem Dokument beschäftigt habe. Besonders die formalen Aspekte etwa die Anforderungen an Anmeldung und Bewertung der Bachelorarbeit wurden dadurch deutlich verständlicher. Bei sehr akademisch formulierten Absätzen hat es mir auch geholfen die Infos bei Chatgbt einwenig vereinfachen und strukturieren zu lassen, um schneller zu verstehen, um was eigentlich geht. Diese Aufgabe erwies sich als sehr hilfreich, weil sie verdeutlicht, wie wichtig es ist, den formalen Rahmen zu kennen und zu verstehen, welche Anforderungen an die Bachelor-Prüfung relevant werden.
Zu dem half es mir auch frühzeitig einen Überblick über alle wichtigen Termine und Infos der Bachelorarbeit zu bekommen und wo ich diese auffinden kann. Auch im Kurs bekamen wir eine menge nützlicher Materialien. Ich speicherte mir alle wichtigen Links und Dokumente (wie zb. das Kursbestätigungsformular) ab um sie später direkt handbereit zu haben.
Wichtige Links:
Formulare und Termine: 0er Workspace: Dateien & Links: https://fhp.incom.org/workspace/272/files
Design-Bachelor Workspace: https://fhp.incom.org/workspace/9458
Allgemeine Infos zum Prüfungsservice und Abschlussarbeiten: https://www.fh-potsdam.de/studium-weiterbildung/studienorganisation/pruefungs-service
Bachelorarbeit analysieren
Eine weitere Aufgaben innerhalb des Kurses war es sich verschiedene Bachelorarbeiten aus dem Incom-Archiv anzuschauen und sich eine Arbeit genauer vorzunehmen und diese zu analysieren. Dabei sollten wir uns auch Gedanken darüber machen welche Analysekriterien für uns aber auch bei der Bewertung relevant sein könnten. Ich fand die Aufgabe wirklich hilfreich da ich somit wirklich nachvollziehen konnte wie andere an die Aufgabe herangegangen sind.
Was mir sofort auffiel: es gibt unglaublich viele unterschiedliche Wege. Aber auch, dass ich von dem großen Pool an Arbeiten wirklich nur 10% für mich als ansprechend empfand. Ich erweiterte im Laufe des Kurses meine Recherche und suchte auch nach Bachelorarbeiten an anderen Kunsthochschulen.
Für die Analyse formulierte für mich folgende Kriterien:
Inhalt & Struktur
Wie wurde der Inhalt strukturell aufbereitet? Ergänzen sich Inhalt und Aufbau innerhalb der Arbeit?
Theoretischer Teil
Wie wurde wissenschaftlich gearbeitet? Bleibt der Inhalt überschaubar? Inwieweit wurde eine Tiefe in der Auseinandersetzung erzielt?
Gestaltung & Konzept
Arbeitet die Gestaltung mit dem Inhalt zusammen? Welche Stilmittel wurden benutzt und wie eingesetzt?
Innovation und Relevanz
Wie relevant ist das Thema? Beschäftigt sich die Arbeit mit einem aktuellen Thema? Was genau weckt das Interesse?
Argumentation und Reflexion
Wie gut wurde das Ziel an die inhaltlichen Auseinandersetzung erreicht. Wie gut wurde das Thema reflektiert? Welche Erkenntnisse ergaben sich am Ende der Arbeit.
Kritik
Welche Punkte sind mir negativ aufgefallen? Passte etwas nicht zusammen? Was wäre noch wünschenswert gewesen (zu erfahren)?
→ Diese Kriterien helfen dann später auch beim Schreiben der eigenen Arbeit und geben einem eine gute Orientierung zur Einschätzung der eigenen Leistung.
Schreibtypen-Test
Eine für mich total bereichernde Erkenntnis war das Ergebnis des Schreibtypen-Tests, den wir innerhalb des Kurses vornahmen. Diese Einordnung erklärte und beantwortete mir ziemlich viele Schreibangewohnheiten, die mir über die letzten Jahre an mir selbst aufgefallen sind, und bot mir eine Übersicht, wie ich damit zukünftige Arbeiten und Stolpersteine umgehen kann. Ich selbst liebe das Schreiben und Recherchieren zu verschiedenen Themen und bin dem Schreibprozess der Bachelorarbeit sehr offen gegenüber eingestellt. Für Menschen, die jedoch mehr Respekt davor haben, kann ich diesen Test nur empfehlen, um sich ein wenig besser in dem ganzen Schreibumfeld zu verorten und sicherer zu fühlen.
Essay
Was sind meine Learnings?
Im Laufe des Kurses gab es immer wieder Impulse oder Anregungen unterschiedlichster Art. Dabei waren für jede Person ganz unterschiedliche Dinge relevant. Meine Learnings habe ich in folgende Kategorien unterteilt:
Themenfindung
Finde ein Thema, dass dich so sehr interessiert und bewegt um dich 3 Monate oder länger damit intensiv auseinandersetzen zu können. Es wird eine intensive Zeit und es muss etwas sein wofür du brennst! Das Expose darf nicht zu eng formuliert sein um genügend Raum für Änderungen und Vertiefungen im Prozess zu lassen.
Druck aus der Sache und sich genügend Zeit nehmen (siehe oben: Erste Ideen). Gut Ding will Weile haben!
Organisation & Timing & Prokrastination
Auswahl der Prüfer*innen: Überlegen wer passt zum Thema und auch persönlich! Schon vor dem Einreichen des Themas früh genug auf Profs zugehen und Gespräche über das Thema führen. Regt an und unterstützt sehr! Während der Schreibphase regelmäßig Konsultation wahrnehmen. Bei Erst- und Zweitbetreuung! (2-3x)
Innerhalb der Recherchephase schon froh eine Gliederung anlegen, damit man einen guten Überblick hat auf was mich konzentrieren will. (Diese kann und wird sich wahrscheinlich auch noch im Prozess ändern) Somit hat man erstmal eine gute Grundlage um anzufangen. Im Schreibprozess sollte man dann auch immer wieder kontrollieren, ob die eigene Arbeit sich immer noch an der anfänglichen Fragestellung orientiert oder ob man vielleicht gerade etwas abschweift und sich dann wieder besinnen. Stichwort: Roter Faden.
Prokrastination ist eine psychische Reaktion aus Angst den eigenen oder äußeren Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Für viele Menschen stellt das oft eine Hürde da anzufangen. Was am besten dagegen hilft ist total individuell. Für mich habe ich herausgefunden: Arbeiten romantisieren, sich selbst Gut zu reden, Druck aus der Sache nehmen, freundlich zu sich selbst sein und sich nicht gegen sein Aufschieben wehren, Reizarmut, sich selbst und und seinem Kopf vertrauen und einfach spielerisch anfangen. HILFT!
Früh einen Zeitplan (wochenweise) aufstellen an dem man sich halten kann. Nach 1,5 Monaten: Zwischencheck! Verenne ich mich gerade zu sehr in die Theorie? Brauche ich eine Konsultation? Wie schätze ich die verbleibende Zeit ein? Auch am Ende genug Zeit einplanen für Korrekturlesen, Druck und die Vorbereitung der Präsentation.
Bachelorarbeit
Durch das praxisorientierte Studium liegt der Fokus der BA nicht ganz so intensiv auf dem theoretischen Teil/wissenschaftlichen Arbeiten: Die Theorie soll Grundlagen für den Entwurf sein und sich mit diesem eng verzahnen. Aber auch nicht zu viel Raum einnehmen (nicht mehr als 50%!). Entwurf soll auch eine große Prio haben.
Ziel der Bachelorarbeit ist es durch Forschung auf neue Erkenntnisse zu kommen - dabei muss das Rad aber nicht neu erfunden werden, nur anders eingesetzt.. und dabei zu schauen für wen sind diese Erkenntnisse relevant, wen spreche ich an?
Forschung
Reminder: Eigentlich forschen wir schon unser ganzes Studium lang! Designer*innen sind geboren Wissenschaftler*innen! Systematische Ansätze + Kreativität haben wir 5 Jahre lang geübt!
Ganz viel sprechen über sein Thema mit anderen Personen, Allumnis, Freund*innen, Profs und Kommiliton*innen. Sich selbst und das Thema immer spiegeln lassen, so gelangt man auch viele neue Erkenntnisse! It's never just one person!!
Von Anfang an in eine gute Organisation und Schreibrythmus finden. Direkt Quellen abspeichern und zu jeder Quelle Notizen und wichtigsten Erkenntnisse notieren. Mit welchen Programmen möchte ich Arbeiten? Wie möchte ich zitieren? Wie schreibe ich am besten; in einem Dokument oder aufgeteilt in Unterordner? Seine Tools vorher parat zu haben spart später sehr viel Zeit.
Chatgbt als Tool für den Einstieg hilfreich, für Themenfindung und Struktur okay, für den Rest eher unbrauchbar und auch langweilig! Go to the Libary Girl!
Das Gegenlesen der Arbeit von Personen aus Design entfernten Disziplinen ist eher abzuraten! Reminder: Design hat eigene Forschungskultur! Austausch mit Expert*innen außerhalb des Designs innerhalb es Prozesses kann aber total bereichernd sein um auf neue Erkenntnisse zu kommen.
Prüfungsleistung & Präsentation
Die BA-Prüfung ist als ein Fachgespräch unter Expert*innen (aus der Praxis) zu verstehen.
Die Werkschau ist wie Portfolio-Vorstellung und Mini-Kolloquium, Reflexion: Wer bin ich als gestalterische Persönlichkeit? Was waren meine Themen, Projekte im Studium?
Vor der Präsentation die Arbeit noch mal komplett durchlesen und reindenken. Insgesamt hat man in der Prüfung wenig Zeit um alles rüberzubringen was man sagen will. Gute Vorbereitung der Präsentation und gutes Storytelling ist ein Muss.
Auf Fragen der Profs im Nachgespräch kann man sich kaum einstellen. Hier ist es wichtig diese als Feedback oder Interesse an der Sache zu deuten und nicht als fieses Leistungs-Testen zu interpretieren. Vorher Bachelorprüfungen anschauen und darauf achten was in anderen Prüfungen gefragt wird hilft!
Marathon
Die BA ist wie ein Marathon. Wie bei einer sportlichen Leistung sollte man sich auch hier gut vorbereiten, sich mental und körperlich stärken und sich versuchen sich so gut es geht auf diese intensive Zeit einzustellen.
Es ist wichtig keine Angst davor zu haben sondern auch Spaß an der Sache zu finden. Es ist super einzigartig und eine Chance sich mal so intensiv mit nur einem Thema auseinandersetzen können.
Einen Ausgleich finden innerhalb der Schreibzeit wird oft unterschätzt. Auch wenn man sich beim Arbeiten manchmal eingräbt und niemanden sehen will. Soziale Kontakte und eine gesunde Form der Ablenkung können sehr dabei helfen den Druck aus der Sache zunehmen, Austausch zu fördern und langfristig zu einer besseren Leistung beitragen.
Und danach?
Nach der Bachelorarbeit kann es gut sein, dass man in eine Post-Bachelor-Depression fällt. Die Fallhöhe von einer sehr langen Hochleistungsphase innerhalb der Bachelor-Zeit, in das endgültige Beenden des Studiums, kann für manche Menschen sehr intensiv sein. Auch das plötzliche Verlassen der sicheren Umgebung im Studium (Profs, Kommiliton*innen, Uni-Alltagsstrukturen) die einen mehrere Jahre begleitet habem kann für sensible Personen sehr viel auf einmal sein. Wichtig ist dann einen Alltag zu haben der einen direkt einwenig auffängt oder einen Urlaub (aber nicht zu ruhig!) der einem dabei hilft seine Stress-Geschwindigkeit wieder einzupendeln und neue Orientierung zu finden.
Nachdem wir im Kurs über verschiedene Schreibtypen gesprochen hatten bin ich tiefer in mein Bachelor-Thema eingestiegen. Ich habe viel recherchiert, Literatur gesammelt und gelesen. Danach begann ich Schritt für Schritt mit meinem Exposé. Dieser Prozess war sehr intensiv: Erste Formulierungen führten zu neuer Recherche, daraus entstand wieder neuer Denkräume, und so ging es eine ganze Weile weiter. Irgendwann hatte ich das Gefühl, eine stimmige erste Version formuliert zu haben. Die formale Struktur konnte ich mir aus verschiedenen Quellen zusammensuchen, was mir einen guten Eindruck davon gegeben hat, wie ein Exposé aufgebaut ist und worin es sich zum Beispiel von einem Abstract unterscheidet.
Als wir im Kurs weitere Hinweise zum Exposé bekamen, habe ich meine Leitfragen noch einmal überarbeitet und das Thema wie auch das Forschungsfeld klarer eingegrenzt. Da ich mich schnell in großen Ideen und weit gefassten Fragestellungen verliere, war es mir wichtig, mich nicht zu überfordern und den Fokus bewusster zu setzen.
Auch wenn ich mich manchmal weniger in großen Gedankenräumen verlieren würde, gehört diese Art zu arbeiten wohl einfach zu mir. Gleichzeitig sehe ich darin auch etwas Positives: Sie erlaubt mir, weit zu denken und schon jetzt Perspektiven für ein mögliches Masterstudium mitzudenken.
Nach dem Fertigstellen meines Exposés vergingen die Tage ziemlich schnell und das Ende des Semesters sowie die Anmeldung der BA rückten immer näher. Es mussten noch Kursbestätigungen eingeholt werden und mit den prüfenden Personen gesprochen werden. Hier galt es nun wirklich, zu Potte zu kommen und sich zu fokussieren. Auch weil die Profs am Ende des Semesters voll in den Abschlusspräsentationen stecken und alle etwas wo anders sind ist es wichtig so früh wie möglich um alle Unterschriften zu kümmern und Konsultationen wahrzunehmen.
Ich kümmerte mich Anfang Januar um Termine bei möglichen Profs, was mich anfangs etwas überforderte, weil nun Expertinnen auf mein Thema sahen und meine Ansätze kommentierten und auch manchmal infrage stellten. Seid darauf eingestellt, dass ihr in diesen Gesprächen vielleicht auf noch nicht alles eine Antwort haben werdet und ihr euch aber nicht verpflichtet fühlen müsst, euch zu rechtfertigen. Es ist komplett okay zu sagen: „Ich habe momentan noch keine Antworten auf diese großen Fragen, aber ich setze mich fortwährend damit auseinander.“
Insgesamt halfen mir diese Gespräche aber sehr und gaben mir viele wichtige Anstöße zu meiner Arbeit und zu meiner weiteren gestalterischen Laufbahn.
Wo stehe ich jetzt?
Im Laufe des „How to Bachelor“-Kurses habe ich wieder gut ins Studium zurückgefunden. Ich konnte mein Praktikum in Ruhe reflektieren, meine Entscheidung für einen möglichen Master schärfen und eine klarere Vorstellung von meiner weiteren beruflichen Richtung entwickeln. Gleichzeitig habe ich mein Thema für die Bachelorarbeit erarbeitet, intensiv recherchiert, wieder in einen Schreibrhythmus gefunden, mein Exposé verfasst und schließlich die Arbeit offiziell angemeldet. Rückblickend bin ich mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Auch wenn es sich zwischendurch nicht immer so angefühlt hat, habe ich in dieser Zeit wirklich viel geschafft. Vor allem habe ich erkannt, wie viel Freude mir theoretisches und wissenschaftliches Arbeiten bereitet, und dass mich mein ‚groß Denken‘ nicht einschüchtern sollte, sondern mir vielmehr mein Potenzial aufzeigt und zeigt, wohin meine berufliche Laufbahn noch führen kann.
Der nächste Schritt besteht nun darin, mich vertieft mit der theoretischen Grundlage meiner Arbeit auseinanderzusetzen. Dabei ist mir wichtig, mich nicht zu verlieren, sondern präzise zu beobachten, wohin meine Arbeit thematisch wirklich möchte. Ich hoffe, dass sich im Zuge der theoretischen Recherche und im Austausch mit care-orientierten Initiativen und Studios das Ziel meiner BA weiter präzisiert und dadurch auch die gestalterische Umsetzung klarer für mich abzusehen wird.
Generell habe ich im letzten Semester gemerkt, wie hilfreich Gespräche mit anderen sind. Aus diesen Begegnungen entstehen häufig neue Perspektiven und Anregungen, die den eigenen Prozess bereichern. Deshalb möchte ich auch weiterhin offen über mein Thema sprechen und diesen Austausch als festen Bestandteil meiner Arbeit nutzen.