In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
Dieser Kurs beschäftigte sich mit Design und Kunst in der DDR. Wir behandelten Architektur, Kunst, Film und Alltagsgegenstände dieses verschwundenen Landes.
Dabei arbeiteten wir auch die schönen Seiten einer Zeit heraus, die oftmals als „Last“ in der deutschen Geschichte empfunden wird.
Besonders spannend waren die persönlichen Interviews, die wir selbst führten, sowie eine sehr informative Q&A-Runde mit Lehrenden und Zeitzeugen unserer FH Potsdam.
Neben den interessanten Vorträgen der Kommiliton*innen unternahmen wir auch einen Tagesausflug nach Eisenhüttenstadt.
Für meinen Vortrag befasste ich mich mit sozialistischen Planstädten wie Eisenhüttenstadt.
Daher war die Exkursion für mich auch persönlich sehr interessant.
Geplante Städte sollten autark und regional funktionieren – entsprechend war auch unsere Anreise mit der Regionalbahn etwas beschwerlich.
Eisenhüttenstadt (früher Stalinstadt) ist ein Paradebeispiel für eine geplante Stadt.
Sie ist funktional und durchdacht. Frühsozialistische Architektur, Wandmosaike und unverkennbare Reklameschriftzüge zählten zu den besonderen Highlights.
Mir persönlich brachte der Kurs die DDR noch einmal näher.
Obwohl mich dieses Thema sehr interessiert und ich bereits mit verhältnismäßig viel Vorwissen in den Kurs ging, gab es viele Aspekte, die neu für mich waren. Besonders bei den Themen Kunst und Mode hatte ich noch Nachholbedarf.
Auch sehr neu – und unterbewusst zunächst ungewohnt – war für mich die Tatsache, wie viele meiner jungen Kommiliton*innen – wertungsfrei – einen ostdeutschen Hintergrund haben. Ich habe das Gefühl, dass das alte Ost-West-Denken langsam, aber sicher verschwindet und sich zunehmend auflöst. Das ist einerseits positiv. Andererseits finde ich den reflektierten Umgang mit der deutsch-deutschen Geschichte heute wichtiger denn je. Vieles sollte nicht einfach unkommentiert stehen gelassen werden.
Ich bin froh zu sehen, dass viele junge Menschen durchaus bereit und willens sind, sich mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen.