Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre

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Circulaton

Mit »Circulaton« können die diatonischen Tonleitern Dur und Moll plus die dazugehörigen Akkordstufen gespielt werden. Somit ist es möglich neue Songs zu komponieren und natürlich auch die meisten Pop-Songs zu begleiten. Ist die „Tastenfolge“ für einen Song gelernt kann diese auf jede Tonart angewendet werden. Die Tastenfolge ändert sich dadurch nicht. Vorstellen kann man sich das Ganze in Form einer Klaviatur, bei der alle Tasten, die in der gewählten Tonart nicht vorkommen, verschwinden. Diese Einschränkung hat zwar den Nachteil, dass es z. B. keine Septakkorde etc. gibt aber die meisten Songs kommen auch ganz gut ohne aus.

Die Idee

Als ich dieses Video (Danke Marie!) sah, kam mir die Idee für Circulaton. Ich wollte ein einfaches Interface bauen, mit dem Songs begleitet und komponiert werden können, die auf der Stufentheorie beruhen. Die Akkordfolgen sind zwar einfach aber wie man sieht ist ausreichend Potenzial vorhanden.

Die Tatsache, dass ich mich schnell mal auf der Klaviatur verdrücke und mich außer in C-Dur und A-Moll nur langsam in den Akkordstufen zurechtfinde, war natürlich auch ein Grund. Nichts ist schlimmer als beim Musik machen zu überlegen.

Idee, Prototyp und Umsetzung

Keine Drehregler, keine Standard Knöpfe. Das waren die selbst gesetzten Ausgangsregeln.

Da Musik meist von Wiederholungen geprägt ist, kam ich auf die Idee der runden Anordnung (Loop, Circulation) und somit auch auf Kugeln als Eingabemedium. Mir gefiel daran, dass jeder »Button« repositionierbar ist und somit, je nach Position, eine andere Funktion übernimmt.

Nach der Präsentation des Videoprototypen, der Lust auf mehr machte, ging es darum einen ersten kleinen Prototyp für einen »Button« (Kugel) zu bauen. Da dies schnell realisiert war, machte ich mich an die Planung, um die Idee umzusetzen.

Ich verbaute 8 Drucksensoren, 32 LEDs, 1 Teensy, 3 Multiplexer, Kabelsalat, Widerstände u.s.w. Die restlichen Schalter sind Eigenbau.

Die Drucksensoren erlauben es, die gespielten Töne durch unterschiedlich starken Druck zu modellieren. Somit bekommt der Sound einen Touch mehr Menschlichkeit und wirkt weniger mechanisch.

Die LEDs leuchten umso heller je stärker gedrückt wird.

Der Programmcode ist im Materialordner zu finden.

Fritzing rockt

Nachdem alles an der richtigen Stelle war, setzte ich das Projekt in Fritzing um.
Dank der Hilfe von Stefan, kam ich auch auf eine Leiterplattengröße die bezahlbar war.

Funktionsweise

Das Interface wird komplett mit 8 großen und 2 kleinen Kugeln gesteuert.

Auf den 8 großen Kugeln wird gespielt. Die große Metallkugel dient zur Wahl der Tonart. Das passiert durch Umplatzieren der Kugel.

Mit einer der kleinen Metallkugeln können die Grundtöne erhöht werden, z. B. von C auf Cis oder G auf Gis etc. Mit der anderen Metallkugel wird zwischen den Modi DUR/MOLL und Akkorden/Einzelnoten gewechselt.

Beispiel - Kugelposition I / C-Dur

In dieser Darstellung liegt die Metallkugel in C / I. Es ist kein Halbton gewählt und die Modi-Kugel steht auf DUR. Also C-Dur.

Das heißt, es würden folgende Akkorde gespielt:
Akkordstufe Akkord
I C-Dur
II D-Moll
III E-Moll
IV F-Dur
V G-Dur
VI A-Moll
VII H-Moll vermindert
VIII noch einmal C'-Dur, etwas höher.

Videos

Da ich keine Lust hatte, dass die GEMA mein Video sperrt, habe ich mir im Video das begleiten von Songs gespart. Alle, die bei der Ablschlusspräsentation waren, wissen, dass es gut klappt.
Dafür gibt es eine kleine Live Demo. Das Launchpad habe ich zum Starten und Stoppen der Aufnahmen genutzt.

Weitere Videos: https://vimeo.com/album/2288375

Feldtest

Von [Herr Schmitt](https://soundcloud.com/herrschmitt „Herr Schmitt“) ließ ich mein Interface in Studioumgebung testen.

Herr Schmitts Feedback:
- Die Druckempfindlichkeit ist etwas zu sensibel.
- Das Interface ist ein sehr hochwertiger Prototyp.
- Die Erhöhung der Halbtöne könnte mit einer Position statt durch 5 repräsentiert werden, denn so wurde es nicht gleich verstanden.
- Die Belegung der Druckstärke auf Effekte/Modulationen gefällt.
- Die Einstellung der Oktave am Interface wäre schön.
- Drehbare Kugeln wären Hammer, um weitere Effekte zu steuern.

Ein paar Freunde hatten viel Spaß Rihannas Songs zu begleiten ;)

Was sagst du dazu HerrSchmitt?

Fazit

Der Kurs war toll!
Ich hatte schon großen Spaß beim Keyboardhack (Bild). Das wurde alles noch weit übertroffen. Was ich nun alles selber basteln kann ;)
Mein musiktheoretisches Verständnis hat sich verbessert, ich kann SMD-Widerstände löten und programmieren wird auch langsam besser und und und.

Danke an Stefan für den schönen Kurs!

Ein Projekt von

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Stefan Hermann

Zugehöriger Workspace

Musical Interfaces 2012

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2012 / 2013

zusätzliches Material