In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre
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In diesem Kurs haben wir uns mit Farben, ihren Attributen und deren Wirkmacht auseinander gesetzt.
Zu Beginn des Kurses haben wir jeweils zwei Gegenstände mitgebracht, die wir farblich interessant fanden. Schon bei dieser Übung hat man gemerkt, das Farbe abhängig ist von Intensität, Material und Kombination mit anderen Tönen und Materialien. Wir haben dann versucht, die mitgebrachten Gegenstände anhand von Begriffen zu beschreiben. Diese Begriffe wurden dann in Umschläge gepackt und per Zufall verteilt. Im Laufe des Kurses haben wir immer wieder mit den gleichen Begrifflichkeiten gearbeitet.
Beim zweiten Termin haben wir uns der Begriffe aus den Umschlägen bedient, uns ein paar davon ausgesucht und diese dann versucht, malerisch zu treffen. Zu Beginn habe ich kalte Weiß- und Blautöne aus Pigmenten zusammen gemischt und abstrakt auf die Leinwand aufgetragen. Das Bild wirkte zwar kalt, um aber Glätte und Distanz herzustellen, wollte ich gerade Kanten und Geometrische, eckige Formen verwenden. Hier hatte Maria die Idee, die Kanten abzukleben, um möglichst glatte Linien herstellen zu können, was gut funktioniert hat. Zum Schluss habe ich mich dazu entschieden, noch eine gelbe Form einzufügen, die durch Kontrast nochmal mehr Wirkung in die anderen Farben bringt. Hierfür habe ich einen kalten Gelbton gemischt.
Beim dritten Termin haben wir uns genauer angeschaut, wie man Farben einordnen kann und wie vielfältig Farbtöne und Gruppen sein können. Hier habe ich gelernt, dass Farbe durch die Attribute Sättigung, Helligkeit und Buntton eingeordnet wird und alle diese Merkmale einen großen Einfluss auf die Farbwirkung haben können (HSB bei Photoshop: brightness, saturation und hue). Wir sollten uns dann für zwei Farbtöne entscheiden und diese in Abstufungen von Helligkeit nachmischen. Was mir hier aufgefallen ist, ist das selbst der Untergrund auf dem man arbeitet, oder auf dem die Farbe liegt, einen Effekt auf die Farbwirkung haben kann. Als ich die Farbkärtchen auf einen weißen Background gelegt habe, ist mir deutlicher aufgefallen, wie manche Abstufungen nicht ganz korrekt sind.
Thema des fünften Termins waren Farbharmonie und Texturen. Zu Beginn haben wir die Farbtöne vom letzten Mal im RAL-Katalog gesucht, um einen Umgang damit zu lernen. Dann haben wir uns eine kleine Palette von Farben aus dem Katalog ausgesucht, welche wir dann für unser nächstes malerisches Experiment nutzen würden. Zu Beginn haben wir diese Farben nachgemischt, um dann strukturelle Arbeiten auf die Leinwand zu bringen. Ich habe mit Schwämmen und Fäden gearbeitet, letzen Endes ist aber gut erkennbare, klare Struktur entstanden, wahrscheinlich wäre es gut gewesen, die Farbe mit anderem Material zu kombinieren oder anzudicken. Dennoch, die Methode mit dem Faden macht immer viel Spaß und ich arbeite sehr gerne mit diesem „Überraschungseffekt“.
Ab dieser Übung erfolgte meine Erarbeitung der Aufgaben von Zuhause. Bei dem Moodboard ging es darum, sich ein Konzept für unser Abschlussprojekt zu überlegen und mithilfe des Moodboards Inspirationen und Formgebende Ideen zu visualisieren.
Hierfür haben wir uns für drei Begriffe aus dem Umschlag entschieden, in meinem Fall waren das: Kalt, glatt und distanziert. Da die malerische Skizze mir von allen Übungen am besten gelungen ist, habe ich gedacht, dass ich angelehnt, an diese Idee weiter arbeiten möchte.
Angefangen habe ich damit, via ChatGPT die Begriffe einordnen zu lassen. Folglich die Ergebnisse mit Ergänzungen meinerseits:
Formsprache:
Klare Geometrien, Rechtecke, Quadrate, Kreise mit exakten Konturen, Symmetrie und Ordnung – betont die Distanz und Kontrolle
Glatte Flächen, ohne Struktur – spiegelnd, poliert oder matt homogen
Farbgebung:
Kühle Blautöne – z. B. Eisblau, Stahlblau, Petrol
Grauabstufungen – z. B. Beton- oder Silbergrau, metallisch, glänzend
Weiß und sehr helles Grau – steril, sauber, distanziert
Als nächstes habe ich nach Bildern für das Moodboard gesucht und mir verschiedene Designs angeschaut, aus denen ich etwas ableiten kann.
Gerade die metallischen Materialien haben viel Kälte ausgestrahlt, vielleicht weil man damit den taktilen Reiz assoziiert, das Metalle oft kalt sind. Die geometrischen Formen haben eine ordentliche, klare und distanzierte Wirkung, ich finde hier vor allem die Pyramide.
Da ich die Arbeiten des Künstlers sehr interessant und besonders fand und zu dem Zeitpunkt der Exkursion den Kurs nicht mehr besucht habe, habe ich mir die Lichtinstallation in der Kapelle privat angesehen.
Bei der Formfindung war ich zu Beginn sehr ratlos und habe erstmal mit Pappe und Papier intuitiv Miniaturen und grobe Entwürfe gebaut/gefaltet um zu schauen wie diese wirken. Ich wollte das Ergebnis auch klar von meiner malerischen Skizze abgrenzen. Dieser Prozess hat sehr lange gedauert und ich war mit keinem Ergebnis wirklich zufrieden. Ich habe dann beschlossen, mich erstmal auf die anderen Gestaltungsmerkmale zu konzentrieren und habe inspiriert von den metallischen Skulpturen verschiedene Formen mit Silberfolie überzogen.
Die „Himmel & Hölle“ Form fand ich besonders interessant und passend zu den Attributen „Kalt, glatt, distanziert“. Erst hatte ich probiert aus der Rückseite eine Art Zitronenpresse zu bauen, was aber aufgrund der eckigen Form ausgeschlossen war und dann ist mir aufgefallen, dass die Form einen guten Aschenbecher abgeben würde, in den vier Ritzen lassen sich die Zigaretten platzieren und an den Kanten kann man diese gut ausdrücken. Durch die spitzzulaufende Mitte sammeln diese sich dann dort. Es ist nicht allzu viel Platz darin, das ist ein Manko. „Himmel & Hölle“ ist mir dann aufgefallen, ist auch ein guter Name für einen Aschenbecher, für mich zumindest bedeutet Rauchen Himmel und Hölle.
Ich fand den Kurs und die Grundlagen, die wir gelernt haben sehr spannend und wichtig und habe viel neues erfahren. Ich hatte den Eindruck, die Aufgaben haben uns sehr gut auf das Abschlussprojekt vorbereitet und meine Wahrnehmung für Farben, Formen und Materialien wurde durch den Kurs geschärft. Auch James Turell ist ein Künstler, von dem ich vorher noch nicht gehört hatte, der mich sehr begeistert und dessen Arbeiten ich weiterverfolgen werde. Und ich bin sehr dankbar und froh, dass ich den Kurs noch von Zuhause beenden und die ersten Termine in der Uni dabei sein konnte, um das Spektrum an Material, Farbe, Raum für die experimentelle Phase mitzunehmen.