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Der Sozialismus kennt keine Randgruppen / Lesbisches Leben in der DDR

Der Sozialismus kennt keine Randgruppen / Lesbisches Leben in der DDR

Projektdokumentation der Publikation „Der Sozialismus kennt keine Randgruppen / Lesbisches Leben in der DDR“, die im WS23/24 im Kurs Archiv & Narration bei Susanne Stahl entstanden ist.

Materialfindung

Der Kurs begann inhaltlich im Archiv des Schwulen Museums in Berlin. Anfangs interessierte ich mich für das Thema Homosexualität in der Kirche und bestellte mir Akten die, soweit Titel und Inhaltsbeschreibungen es erwarten ließen, mit dem Thema zu tun hatten. Eine Woche später lagen die Akten dann bereit und ich hatte die Zeit sie zu sichten. Leider stellten sich die Inhalte die ich fand als ziemlich schwierig heraus. Seiten voller Schreibmaschinendokumente, aber wenig visueller Inhalt wie Grafiken und Fotos. Das Interessanteste waren Dokumente der Gruppe „Lesben in der Kirche“, die in der DDR unter dem Dach der evangelischen Kirche aktiv waren.
– Was also machen? –
Ich schloss mich mit meinen Komiliton*innen kurz und erhielt Zugriff auf die Scans und Fotos von Ella und Annalu, was sich als äußerst hilfreich herausstellte. Danke dafür! In beiden Sammlungen waren nämlich Dokumente von verschiedenen Frauengruppen. Ich recherchierte weiter zum Thema lesbisches Leben in der DDR und stieß im Internet auf diverse Artikel, Videos, Fotos, sowie Dokumente, und langsam festigte sich das Thema „lesbisches Leben in der DDR“. Ich nahm außerdem Kontakt zur Robert-Havelmann-Stiftung auf, aus deren Archiv ich mir ebenfalls Scans zuschicken lassen konnte.

Entwurfsphase

Mit dem groben Inhaltlichen Konzept ging es dann in die Entwurfsphase.
Erste Anhaltspunkte waren die klassischen DDR-Merkmale die einem in den Kopf kommen, grauer Beton, alles eher trist, Repression vom Staat. Ich hatte unter anderem die Idee einzelne Seiten farbig zu machen, um dieses Schema aufzubrechen.

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Die Entwurfsphase war für mich am Anfang ein bisschen schwierig, da ich inhaltlich noch nicht wusste welche Inhalte wo im Buch vorkommen würden und vor allem welche Bilder zu welchen Texten passen. Das hatte zur Folge, dass ich erstmal ziemlich kontextlos layoutete. ich verwendete immer den selben Text und hatte kein Gefühl ob meine Ansätze als Konzept für das ganze Buch überhaupt taugen würden.
Ich brauchte also Struktur im Inhalt. Dafür legte ich mir ein Miro-Board an, in dem ich alles zusammentrug und in chronologische Reihenfolge brachte. Damit ließ es sich deutlich besser layouten.

Falls sich das jemand anschauen möchte: Link

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Finales Layout

Die Primären Merkmale des Layouts sind die Seitenzahlen, die über den Fußnoten liegen. Die Fußnoten verwenden die Azeret-Mono, eine förmliche Schrift der Typefoundry Displaay. Die Seitenzahlen liegen fix in der Mitte der Seite am unteren Rand und verdecken so Teile der Fußnoten. Die Idee hier ist die Seitenzahlen als „Störer“,  zu verwenden, die unvermeidbar da sind. Dementsprechend fällt hier auch die Schriftwahl auf die Exposure, eine Schrift die einen Inkbleed-Effekt erzeugt.
Bilder und Dokumente verwende ich vor allem auf schwarzen Hintergründen. Diese sollen wie auf einem Scanner liegen und so einen Archivarischen Charakter haben.

Bei drei Dokumenten habe ich mich außerdem entschieden diese in Form von kleineren Magazinen ins Buch zu binden.

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Buchbinden

Den Druck habe ich bei Copy Trigger in Kreuzberg gemacht. Allgemein kann ich den Copy-Shop nur empfehlen. Ich wurde hier sehr freundlich betreut und man hat sich wirklich Zeit für etwaige Änderungswünsche, Probedrucke etc. genommen. 
Gebunden habe ich das Buch selber. Beim Bindeprozess waren die kleineren Lagen eine Herausforderung, da diese das Ableimen erschwert haben, da so auf die Enden der umliegenden Lagen kein Druck mehr ausgeübt wurde. Ich habe schließlich Schablonen aus verschiedenen Pappen ausgeschnitten um die Lagen zu erweitern. Das hat im Endeffekt gut funktioniert, war aber trotzdem nochmal gehöriger Planungsaufwand.

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Publikation

Die Publikation hat insgesamt 136 Seiten und das Format 19,3x25,5cm. 
Das Cover ist gesiebdruckt und zeigt den Titel, der von Punkten besetzt ist. Die Punkte markieren Orte in der DDR in denen lesbische Gruppen aktiv waren. Auf der Rückseite sind diese Orte namentlich genannt. Auf der voderen Umschlagsklappe steht ein eileitender Text, der die Intention des Buchs beschreibt. Auf der hinteren Klappe steht die Erklärung zum Cover.

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Ein herzliches Danke an Hanna Hauten für den Support beim Fotografieren!

Poster

Da das Ausgangsmaterial aus dem Schwulen Museum kam, wollte ich das Cover noch als Poster für eine fiktive Ausstellung adaptieren.

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Social Media

Für die fiktive Bewerbung des Buchs auf Social Media erstellte ich neben den Repro-Fotos verschiedene kleine Animationen, die alle auf Scans des Buchs aufbauen.

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Fazit

Der Kurs hat mich in meinem, davor schon großen Interesse, für Redaktionelle Gestaltung nur noch mehr bestärkt. Ich bin unglaublich happy mit meinem Buch und alles in allem hat mir der Prozess viel Spaß gemacht. Es wäre zwar gelogen zu sagen, dass ich nicht einiges an Kopfweh hatte, gerade in der Themenfindung, aber als ich dann eine Richtung und vor allem ein visuelles Konzept hatte ging das Projekt ganz gut von der Hand. Außerdem habe ich die Stimmung im Kurs als sehr inspirierend empfunden und Susannes Feedback hat sehr motiviert. Buchbinden macht mir sowieso Spaß:)
Ein großes Danke also an Alle, die durch Material, Fotos, Meinung und tatkräftige Unterstützung, sowohl praktisch als auch mental, mitgewirkt haben!

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Keine Angabe

Zugehöriger Workspace

Archiv und Narration

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2023 / 2024