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Konzeptentwicklung für ein Interior-Tool

Konzeptentwicklung für ein Interior-Tool

In dem Kurs von Prof. Dr. Frank Heidemann erlernten wir die Grundlagen des Human Interaction Designs durch Durchlaufen eines Designprozesses anhand eines Produktbeispiels, welches während des Semesters iterativ bearbeitet wurde. In meinem Fall entschied ich mich für eine Entwicklung eines Produktkonzeptes für ein Interior-Planning-Tool.

Phase 1: Verstehen / Discover

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Für die erste Phase der Produktentwicklung, befasste ich mich nach dem Input der ersten Vorlesungen mit Methoden, die mir helfen Erkenntnisse über existierende Produkte und der potenziellen Zielgruppe zu gewinnen, um so eine auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen eingehende Lösung zu schaffen.

Quantitative Umfrage | Erfassung grundlegender Erfahrungen und Informationen

Dafür startete ich mit Hilfe des Online-Tools Maze eine Umfrage, um einen Einblick in die Erfahrungen und Wünsche der potenziellen Zielgruppe zu bekommen.

Der Fragenkatalog fokussierte sich auf folgende Bereiche:

  • Kontakt und Erfahrung mit ähnlichen Produkten
  • Mögliche Anwendungsszenarien
  • Wünsche nach einzelnen Funktionen

Die Umfrage wurde ausgefüllt im Familien- und Bekanntenkreis, von Freunden und Arbeitskolleg:innen. Insgesamt erreichte ich so eine Zielgruppe von 70 potenziellen Nutzer:innen, sodass die Daten ein quantitatives Stimmungsbild ergaben.

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Mind-Map | Marktrecherche und Konkurrenzanalyse

Parallel führte ich eine ausführliche Recherche durch, sodass ich einen Überblick über interessante Eigenschaften existierender Produkte bekam und mögliche Alleinstellungsmerkmale herauskristallisieren konnte.

Die Recherche umfasst Aspekte wie:

  • Dokumentation der Konkurrenzprodukte
  • Technische Innovationen
  • visuelle Inspiration
  • potenzielle Features

Auf dieser Basis ergab sich ein Board, welches einerseits erste Erkenntnisse der Marktanalyse festhielt und als Basis für die Dokumentation des weiteren Prozesses dienen sollte.

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Output

Aus der ersten Phase des Designprozesses nahm ich mit, dass das Tool für unterschiedliche Szenarien, also sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Bereich und mit alten und neuen Möbel ausgerichtet sein sollte. Das Interface selbst hat das Potenzial sich mit einer einer einfachen, intuitiven Bedienung von anderen Produkten abzuheben.

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Phase 2: Define / Gestalten

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Nachdem ich eine Grundvorstellung des Produktes bekommen habe, begab ich mich einen Schritt weiter im Designprozess und griff auf Methoden zurück, welche als Basis für einzelne Ansätze dienen und den gemeinsamen Austausch fördern.

Use Cases | Definition einzelner Arbeitsschritte

Durch die erste Phase des Designprozesses kristallisierte sich heraus, dass es drei Hauptschritte in dem Tool geben muss, damit Nutzer:innen ans Ziel gelangen, welche grob wie folgt beschrieben werden können:

Raumdaten erfassen → Raum gestalten → Ausgabe der Einrichtungsvorschläge

Die einzelnen Schritte beschrieb ich genauer in Form von Use Cases, sodass mögliche Impulse und Lösungen in dem jeweiligen Kontext festgehalten werden können.

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Sketching | Gemeinsames Arbeiten an möglichen Lösungsvorschlägen

Da ich nach den ausgeführten Recherchen ein guten Gesamüberblick über die Wünsche der Nutzer:innen, der potenziellen Funktionsumfänge hatte, begann ich für mich sowie in der Co-Kreation mit dem Skizzieren einzelner Ansätze für die Funktionsweise des Tools.

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Dotcracy | Anordnung der Navigation

Mit Hilfe des Paper-Prototypings führte ich ein Voting für die Anordnung der Navigation durch. Dabei gab es für jeden Vorschlag eine Spalte mit der skizzierten Anordnung und dem Ablauf der

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Digitale Wireframes & Prototyp | Ausarbeitung der Skizzen und verleihen von Interaktivität

Ab einem gewissen Punkt im Skizzieren merkte ich, dass es sich nun eher um kleinteilige Verbesserungen handelt. Daher entschloss ich mich, die Wireframes zu digitalisieren, um so den Aufwand des Skizzierens zu verringern und kleine Änderungen schneller deutlich sichtbar zu machen.

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Phase 3: Iterate / Bewerten

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In der letzten Phase der ersten Schleife im Designprozess suchte ich nun nach Methoden, die mir Feedback zu meinen bisherigen Ergebnissen bringen sollte. Diese Rückmeldungen sollten dann im Design integriert werden.

Co-Creation | Feedback zum Prototypen im Kursrahmen

Zur Abschlusspräsentation im Kurs stellte ich die Wireframes und Prototypen vor, um so eine erste Rückmeldung im Kurs zur Funktionalität und Aufbau des Produktes zu bekommen. 

Das Feedback fiel allerdings ein bisschen anders aus als erwartet – anstelle von Verbesserungsvorschlägen zu den bisherigen Ergebnissen zu bekommen, kamen größtenteils Ideen und Visionen (Danke an der Stelle an alle Kursteilnehmer:innen!), die das Produkt erweitern könnten. 

Daher fokussierte ich mich bei der weiteren Ausarbeitung meines Produktes auf einzelne Ausblicke, die einem das Potenzial der Anwendung vermitteln sollte.

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Finales Produkt und potenzielle Erweiterungen

Interaktiver Prototyp auf Basis von Wireframes

Ausblick 1 | Individualisierung durch Interessen

Ein erstes Weiterentwicklungspotenzial, was sich durch einzelne Gespräche ergeben hat, ist die genauere Individualisierung. Momentan ist es bereits möglich, Pinterest anzubinden, um so bestimmte Moods zu generieren oder auch einzelne Unternehmen als Favoriten zu selektieren. #

Was wäre aber, wenn die Individualisierung viel allgemeiner, ohne spezifische Angaben von Unternehmen oder gesammelten Inspirationen erfolgen würde – sprich, durch einzelne Begriffe mit denen mich identifiziert (Nachhaltigkeit, Begrünung, abstrakt, kreativ…).  So könnten entsprechend dieser Begriffe automatisch Anbieter oder Moods zugeordnet werden. 

Ein Beispiel wären Nutzer:innen, die sich für Nachhaltigkeit und DIY interessieren und so automatisch gebrauchte, umgebaute Möbel von ebay-Kleinanzeigen vorgeschlagen bekommen.

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Ausblick 2 | Visualisierung von Daten für den Innenraum

Des Weiteren kam der Impuls, dass es interessant wäre, zu sehen, wie bestimmte Werte unterschiedlichster Bereiche in den Innenräumen bewertet werden.

Hier kamen Ideen wie:

  • Luftzirkulation- und qualität
  • Licht
  • Lautstärke

auf.

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Reflektion

Rückblickend hat mir der Kurs Human-Interaction-Design einen sehr ausführlichen Einblick in die unterschiedlichen Research Methoden gegeben und somit kann ich jedem dem Kurs ans Herz legen. Außerdem ist es schön, dass Prof. Dr. Frank Heidmann sehr individuell Projekte berät, viel Spielraum lässt und auch einzelne Empfehlungen für spätere Praktikumsplätze oder auch Arbeitgeber ausspricht. Ich habe mich in der Kursumgebung sehr wohlgefühlt und die Vorlesungen haben einen mit ausreichend Input für die Realisierung eines eigenen Semesterprojektes versorgt, welches wir in der vorlesungsfreien Zeit noch verfeinern durften.

Ich habe zusammenfassend also sehr viel im Bereich User Research mitgenommen – beispielsweise wann welche Methode sich am meisten eignet, wie umfangreich diese ist und welche Personenanzahl angebracht ist und mein Interesse wurde in diesem Bereich auf jeden Fall geweckt, sodass ich mir vorstellen kann diese Thematik in meinem weiteren Studienverlauf zu intensivieren.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

foto: Prof. Dr. Frank Heidmann

Zugehöriger Workspace

Human-Computer Interaction Design. How to partner with intelligent/dumb things

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2022

Keywords