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Freies Projekt - Wir Sind 25.000

Dokumentation des Gestaltungsprozesses für die Aktion „Wir sind 25.000 - Rechte Netzwerke in Justiz, Polizei und Militär zerschlagen“ im Rahmen der Kampagne „Ihr Seid Keine Sicherheit“

Die Kampagne - Die Aktion

Die KampagneIhr Seid Keine Sicherheit“ entstand im Mai 2021 aus einer Demonstration verschiedener Organisationen heraus. Mir „Ihr“ sind hier die sogenannten Sicherheitsorgane gemeint - sprich Polizei, Justiz und Militär. Es häufen sich Nachrichten um Tode durch Polizeigewalt oder sogar in Polizeigewahrsam, rechte Chatgruppen von Bundeswehrsoldat*innen und Polizist*innen fliegen auf, und Verfahren dagegen werden eingestellt oder behindert. Die Kampagne möchte auf diese Missstände aufmerksam machen, veranstaltet öffentliche Aktionen und Workshops und plädiert für ein Umdenken, neue Konzepte in diesem Systemen und Strafen für Schuldige. 

Die Aktion „Wir sind 25.000- Rechte Netzwerke in Justiz, Polizei und Militär zerschlagen“ wird in Form einer Demonstration mit Kundgebungen und einem Konzert in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Dort befindet sich der Schießplatz Großer Bockhorst, betrieben von Frank Thiel der Baltic Shooters. Dieser ist vor allem durch seine Teilhabe im Nordkreuzskandal und dem Hannibalnetzwerk aufgefallen. Thiel hat sich unteranderem für Schießtrainings verschiedener Sondereinheit (z.B. dem MEK Sachsen) mit gestohlener Munition bezahlen lassen und anlässlich des Geburtstages eines anderen Nordkreuz-Akteurs den „Mehmet-Turgut-Schießpokal“ ausgerichtet. Mehmet Turgut war ein NSU_Mordopfer im unweit von Güstrow entfernten Rostock. Der Slogan Wir sind 25.000 ist angelehnt an Todeslisten mit ca. 25.000 Namen, von FDP-Mitgliedern über LINKE-Abgeordnete bis zu bürgerlichen Menschen, die bei einem Rechtsanwalt und UfR-Mitglied gefunden wurden. 

Mit „Wir sind 25.000“ soll mediale Aufmerksamkeit an diesen Ort geholt werden und die unzureichende bzw. teilweise fehlende juristische Aufarbeitung beklagt werden. An der Organisation und im Bündnis von Ihr Seid Keine Sicherheit beteiligen sich bundesweit große NGOs und Politgruppen. 

Der offizielle Aufruf ist nocheinmal hier zu finden: https://www.ihrseidkeinesicherheit.org/demo-in-guestrow/aufruf-demo-in-guestrow/

Ansprüche und Ideenfindung

Die Ansprüche richten sich nach der Aktion. Da eine niederschwellige Aktion für jede*n geplant ist und ein lockeres Klima mit Konzert angestrebt wird sollen die Printprodukte das Wiederspiegeln. 

Meine Notizen bei der Ersten Besprechung:

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Die Ideenfindung leitete ich anhand der Gestaltung der Plakate ein. Da es sich bei dem Material für welches ich die Gestaltung anfertige um Printmedien handelt, welche darauf ausgelegt sind schnell Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und schnell eine Botschaft zu kommunizieren experimentiere ich mit verschiedenen Schlüsselsymbolen und großer Schrift die zur Thematik passen und auch auf den anderen Materialien wie Flyern und Stickern einen hohen Wiedererkennungswert haben .

Die ersten Entwürfe

Die ersten Entwürfe sind erstmal gestalterisch etwas querbeet zusammengewürfelt. Da ich keine genaueren Vorschriften bekommen habe wollte ich zunächst einfach vier komplett unterschiedliche Designs anbieten.

Note: Zu diesem Zeitpunkt war noch ein anderer Slogan für die Aktion im Gespräch, der im Verlauf nocheinmal geändert wurde. 

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Plakat 1: Die größte Schrift die schon von weitem gut zu lesen ist gefiel, jedoch kam die Anmerkung dass das Plakat eher nach Kulturveranstaltung als nach Demonstration und Aktion aussieht. 

Plakat 2: Schon beim gestalten fiel mir auf das im Kontakt mit dem „Wir sind 25.000“ die Munition vielleicht ein wenig deplatziert ist, weil Wir ja keine Munition darstellen wollen, sondern gegen diese sind. 

Plakat 3: Fand ich selber direkt viel zu unruhig, jedoch kam mir hier die Idee mit der Zielscheibe als Symbol, welche ich deutlich passender als die Munition fand. 

Plakat 4: Sah für mich auch bereits bei der Gestaltung etwas nach Punk-Konzert aus, allerdings wurde die zerbrochene Waffe als Symbol gut aufgenommen und ich entscheid mich vorerst mit dieser weiterzuarbeiten.

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Daraus entstanden diese beiden Entwürfe, vorerst in schwarz weiß. In diesem Schritt entschied ich mich eine andere Schriftart zu verwenden, die durch die Rundungen etwas lockerer und dadurch weniger statisch wirkt. Die Aktion in Güstrow soll niederschwellig und für alle Bürger*innen zugänglich sein. Das wollte ich auch in der Gestaltung transportieren. 

Im Gespräch mit dem Orga-Team kam allerdings nun doch Zweifel bezüglich der Waffe auf, da aufgrund der aktuellen politischen Lage im Kontext mit dem Ukrainekrieg eine Waffe vielleicht Diskussionen aufmachen könne, die nichts mit Güstrow und der Aktion zu tun haben. Also schlug ich vor nocheinmal zurück zu schauen und mit dem Schießscheibensymbol weiterzuarbeiten.

Die Schießscheibe als Symbol

Die Schießscheibe als Symbol transportiert optimal die Aussage der Aktion: Wir können alle Zielscheibe rechtsextremistischer Gewalt werde, egal welcher Herkunft, gesellschaftlicher Stellung und politischer Einstellung.

Daraus entstanden die nächsten Entwürfe mit dem finalen Symbol. 

Note: Ab diesem Zeitpunkt stand der neue Slogan „Rechte Netzwerke in Justiz, Polizei und Militär zerschlagen“ 

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Ich versuchte hier auf allen Entwürfen den Titel der Aktion in den Vordergrund zu rücken und das Symbol auch bestmöglich mit einzubeziehen. Bei der Farbigkeit orientierte ich mich wieder an den Farben der Kampagne. 

Schlussendlich wurde sich für das erste Design entschieden. Das Blau fällt von weitem direkt auf, ist aber auch nicht zu knallig und verspielt wie in der Kombination mit dem Pink. Das Symbol ist zu erkennen, nimmt nicht zu viel Raum ein aber hat trotzdem einen hohen Stellenwert. Alle vorhandene Schrift ist in einem Format von A2 gut zu erkennen und transportiert die Botschaft durch die Schriftwahl und die leicht versetzten Wörter einprägsam ohne dabei starr zu wirken.

Das finale Plakat

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Den Farbton des Hintergrunds habe ich an die Kampagnenfarben von ISKS angepasst, und unten die Logos der Beteiligten Gruppen, sowie Links und einen QR Code ergänzt.

Die Sticker

Bei der Gestaltung der Sticker orientierte ich mich an dem Posterdesign. Es wurde entschieden drei etwas verschiedene Sticker in dem relativ großen Format von 7cm x 10cm drucken zu lassen. 

Der erste Sticker sollte quasi ein Miniformat des Posters sein, die anderen beiden nochmal farblich unterschieden und mit dem alten Slogan gestaltet sein.

Den Blauton habe ich noch etwas abändern müssen, da sich beim ersten Druck heraus stellte, dass der Kontrast zwischen dem ursprünglichen Blau und dem Schwarz der Schrift nicht intensiv genug war.

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Fazit

Die Gestaltung der Plakate und Sticker im Rahmen einer Kampagne war für mich eine neue Aufgabe, aus der ich definitiv viel lernen konnte. Ich hatte zwar viele Freiheiten in meiner Gestaltung, habe mich natürlich aber auch immer wieder viel mit den Menschen aus dem Orga-Team absprechen müssen. Da ich zum ersten Mal für Außenwerbung gestaltet habe musste ich mich auch vermehrt mit Symbolik und Schrift die schon von weitem nur zu lesen ist und Aufmerksamkeit auf sich zieht beschäftigen. Eine weitere Herausforderung war für mich die Informationen angenehm anzuordnen so wie die Logos und Links gut unterzubringen. Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh über die Erfahrungen die ich sammeln konnte.

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Note: zum Zeitpunkt des Hochladens war der finale Druck der Sticker noch nicht fertig, weshalb ich leider noch keine Fotos machen konnte.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Perspektiven und Social Skills

Art des Projekts

Freies Projekt

Betreuung

foto: Prof. Matthias Beyrow

Zugehöriger Workspace

Projektarbeit ›Identität + Zeichen‹

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2022