Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

In seiner Funktionalität auf die Lehre in gestalterischen Studiengängen zugeschnitten... Schnittstelle für die moderne Lehre

Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam mehr erfahren

Liu Ye und fotographische Malerei

Am ersten Projekttag haben wir viele verschiedene Ausstellungen besucht und konnten uns hauptsächlich fotographische Arbeiten von den unterschiedlichsten Künstlern angucken. Für mich stach besonders stark die Ausstellung eines Künstlers hervor, Liu Ye‘s fotographisch-malerischen Arbeiten in der Esther Schipper Galerie (Potsdamer Str. 81E). Warum diese Arbeiten auf mich stärker als die der anderen gewirkt haben, fand ich nicht schwer zu erklären. Die insgesamt 12 Ölmalereien spielen auf sehr geschickte Art und Weise mit ihrem Medium, denn sie wirken wie alles außer Malerei. Anfangs ging ich davon aus, dass ich auf dreidimensionale, architekturbezogene Bilder blicke, da sie durch ihre wundervoll perfekten Schattierungen förmlich aus der Wand zu kommen schienen. Dann dachte ich Papier in Lichtkästen, von hinten beleuchtet, vor mir zu haben, da der subtile Einsatz von Neonfarbe und Strahlern an der Decke die Bilder leuchten lässt. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass die Leinwände kein eigenes Licht verbreiten. Die Gemälde sind so realistisch und perfektionistisch sauber gemalt, dass sie sich leicht als Fotographien ausgeben können. Dennoch ist ihre Wirkung stärker, vielleicht weil jedes Element des Motivs in der Malerei vom Künstler mit großer Aufmerksamkeit vervollkommnet werden kann, als wenn die Motive nur fotografiert wären. Liu Ye ist ein beeindruckender Maler, welche/r die unauffälligsten Schatten, Farbverläufe und Details wahrnimmt und mit einer akribisch genauen Geduld, zu der ich gar nicht fähig sein möchte, arbeitet. Manche der Bilder waren täuschende Replika von schwarz-weiß Illustrationen auf Buchseiten. Die Motive sind auch alle nicht-fantastischer Natur und sagen auf den ersten Blick nicht viel aus, weswegen man noch eher auf Photographie als Mittel schließt. Warum mich dieses Bild von allen 12 am meisten fasziniert, finde ich schwer zu sagen. Ich bewundere, dass der Künstler es geschafft hat, ein sonst unscheinbares Motiv spannend darzustellen. Mir gefällt die 3-Dimensionalität, die dem Bild innewohnt. Ich finde, das Interesse des Künstlers an Bauhaus wird auch ohne offensichtliche Schriftzüge, wie auf manchen der Bilder zu sehen sind, deutlich. Etwas rote Neonfarbe verleiht dem Ganzen den Feinschliff. Leider wird die Wirkung nicht gut über mein Foto rübergebracht, da die Farben nicht leuchten. Es ist nicht so viel besser als die anderen Bilder, denn ich fand alle großartig. Vielleicht war es für mich einfach am stimmigsten, denn ich finde, dass es gut alle typischen Merkmale der Arbeiten des Künstlers in einem Bild vereint. Was auch immer es vorrangig ist, auch wenn es mir von allen nicht am meisten über den Künstler erzählt oder den stärksten ersten Eindruck gemacht hat, ist es dennoch am längsten in meiner Erinnerung geblieben.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Perspektiven und Social Skills

Art des Projekts

Keine Angabe

Zugehöriger Workspace

Kd21 … 7Up! Gruppe D (S—W)

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2021 / 2022