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CALLA | Redesign eines Wasserfilters

Redesign a physical product - in diesem Fall das Redesign eines Wasserfilters. Hier werden die Analyse, Ideenfindung, Materialitäten, sowie verschiedene Herangehensweisen präsentiert und reflektiert.

PROZESS

Bei der Themenfindung ging es darum Alltagsgegenstände aus dem eigenen Haushalt zu wählen und diese umfassend zu Analysieren.

Die Auswahl fiel relativ schnell auf das Redesign eines BRITA - Tischwasserfilters.

Nach der Analyse und der Entscheidung für das Redesign folgten diverse Recherchen, bezüglich Filtertechnologien, Notwendigkeit, sowie anderen Faktoren, die für oder gegen Wasserfilter sprechen.

REDESIGN

Zunächst war es wichtig herauzufinden, welche Neuerungen nun bei dem Redesign zum Tragen kommen. Deswegen wurden, mit Hilfe einer Matrix, verschiedene Gesichtspunkte gegenübergestellt und anschließend eine Zielsetzung formuliert und festgelegt.

Zielsetzung | Wasserfilter

Trotz der hohen Trinkwasserqualität in Deutschland, zu Hause als auch Unterwegs, besteht eine große Unsicherheit bezüglich der Qualität. Deshalb besteht das Bedürfnis des Wasserfilterns, um sauberes filtriertes Wasser aus der Leitung trinken zu können. Der Jahresbedarf an Trinkwasser pro Person beträgt ca 550L, der Filterbedarf liegt hier bei ca 13 Stück pro Jahr. Dabei werden die Filter unsachgemäß Entsorgt, da Mülltrennung unmöglich ist, und auch die Keimentwicklung innerhalb der Filter stellen ein großes Problem dar. Das Ziel ist es deshalb Wasserfiltern nachhaltiger zu gestalten, durch Erneuern des Filtersystems, Einsparen der Ressourcen und Hygienisierung des Wasserfilterns.

CALLA | Der Wasserfilter der Zukunft

Der menschliche Körper besteht zu ca 80-90% aus Wasser. Und genau deswegen ist Trinkwasser das wohl wichtigste Lebensmittel für den Menschen. Doch dessen Sauberkeit, vor allem aus der Leitung wird meist angezweifelt.

Doch wieso?

Wasser aus der Leitung wird oftmals sehr skeptisch betrachtet, denn obwohl Trinkwasser von Wasserwerken als gesundheitlich unbedenklich eingestuft wird, greifen Viele zu Wasser aus Flaschen, Plastik-, Mehrweg- oder Glasflaschen.

Zudem besteht die Angst, dass das Wasser auf dem Weg durch alte Leitungen bakteriell verunreinigt werden könnte, oder Inhaltsstoffe entweder zu gering oder zu hoch ausfallen. Weiter bestehen gesundheitliche Zweifel wegen Wasserhärtewerten und anderen Inhaltsstoffen.

Der Vergleich wird hier zu einem herkömmlichen BRITA - Tischwasserfilter gezogen.

Zunächst wurde versucht mittels der Karaffenformgebung verschiedene Veränderungen auszuarbeiten.

Die meisten Wasserfilter haben ein sehr unästhetisches Äußeres und werden ungern beim Abendessen oder sonstigen Events auf den Tisch gestellt.

Wieso also keinen Wasserfilter der mehr kann als nur Filtern? Wieso Wasser aus der Leitung nicht ästhetisieren?

Bei der Materialwahl wurde nun versucht diese Ästhetisierung noch weiter einzubinden. Und Wassertrinken nicht nur ästhetisch sondern auch nachhaltig zu machen.

So wird also aus einer Kunststoffkaraffe mit Kunststoff Trichter und Kunststoffsieb mit unaustauschbarer Filtertechnologie und Batteriebetriebenem Anzeigesystem ein nachhaltiger Wasserfilter.

Dieser Wasserfilter besteht aus einer Glaskaraffe mit Glastrichter, die beide im Druckgussverfahren produziert werden, einem verschraubbarem Edelstahlfilter mit eingelassenem ultrafeinem Edelstahlsieb, der dann mit ionisierten Aktivkohleperlen befüllt wird. Abschließend wird dann ein mit Furnier bezogener Deckel aufgesetzt, der sowohl auf den Trichter, als auch auf die Karaffe passt und diese abdichtet.

CALLA ist deshalb der Wasserfilter der Zukunft, da der Trichter mit Filter auch einzeln in den Kühlschrank gestellt werden kann und eigentlich auch soll. Denn das optimale Habitat für den Filter ist befeuchtet und kühl gelagert.

Der Kartuschenbehälter wird mit Hilfe des Karaffendeckels von oben und mit Hilfe des Dichtungsfußes von unten vor Eindringen von Kühlschrankbakterien geschützt und gleichzeitig vor Auslaufen gehindert. Zudem ist durch die Außenhüllen ein direkter Hautkontakt mit dem Filter vermeidbar und dieser bleibt reinlich.

Die Karaffe kann also auch ohne Filterkartusche auf dem Tisch platziert werden und mit köstlichem gefilterten Wasser das Gesamtbild ästhetisieren.

Und wie ist die Filterwechselung bzw Reinigung geregelt?

Mittels einer App wird man alle 4-6 Wochen daran erinnert den Filter, sowie Kartuschenbehälter und gegebenenfalls auch die Karaffe zu reinigen und die Aktivkohle zu reaktivieren.

Nach einer gewissen Durchlaufzeit ist es jedoch dennoch nötig die Aktivkohle auszutauschen, da diese nach einer gewissen Zeit vollkommen erschöpft ist.

Gleichzeitig ist an der Unterseite des Filters ein QR-Code graviert, der weitere Informationen und kleine Videos zur Reaktivierung der Aktikohle, Reinigung und optimaler Bedienung informiert.

Weiter ist bei der Auslieferung von CALLA ein Wasserqualitätstest beigeliefert, der kostenlos eine Probe des heimischen Wassers erstellt. Somit kann dann die Ionisierungs- Aktivkohle und Filtertechnik so konfiguriert werden, dass jeder Verbraucher die richtige Filtertechnik verwendet und somit das bestmögliche Trinkwasser generiert.

FAZIT

Die Komplexität eines doch eher einfach wirkenden Produkts hat mich sehr überrascht und mir persönlich eine höhere Wertschätzung gegenüber diversen Produkten entgegengebracht. Zudem hat mir der Kurs geholfen analytisch an eine Produktanalyse heranzutreten, und verschiedene Gesichtspunkte zu analysieren und in die Gestaltung mit einbeziehen zu können. Gelernt habe ich außerdem, dass Prototyping im Realen immer Teil des Designprozesses sein muss, damit Proportionen gerecht und nicht überdimmensional ausfallen.

Das Redesign eines Produktes und der Kurs haben meinen Erfahrungsschatz erweitert und meine Herangehensweise an den Designprozess maßgeblich beeinflusst.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Produktdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Holger Jahn

Zugehöriger Workspace

redesign physical products

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2021