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CHRIST ⸺ Hybrides Brettspiel

Erst teilte Moses das Meer und dann Jesus die Zeitrechnung. In diesem Brettspiel für 2–4 Personen kehrt CHRIST zurück um mal zu sehen, was so passiert ist.

Im Kurs „Zeitmaschinen“ haben wir uns mit Zeitphänomenen und Zeitdarstellungen beschäftigt. Zur Abwechslung wollte ich mich mal an etwas Haptischem versuchen und entwickelte die Idee eines Brettspiels in dem man Ereignisse und Artefakte auf Zeitleisten sortiert. Aufgrund von Lockdown, Einzimmerwohnung und fehlendem Drucker ist es nun leider beim digitalen Prototyp geblieben.

1 ⸺ Spielregeln / App

Die Spielanleitung findet ihr in folgendem Video das den zum Spiel gehörenden App-Prototypen zeigt. 

  • Spielregeln ab 0:00

  • (digitale) Recherchieren-Aktionskarte ab 1:06

X ⸺ Prototyp

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Im Prototyp werden nicht alle Beschreibungen der Aktionskarten gezeigt, deshalb hier noch eine ergänzende Auflistung: 

Tauschen

Spieler:in darf zwei Karten zwischen den Zeitleisten tauschen
(wenige Karten, da sehr großer Vorteil. Muss mit dem ersten Zug gespielt oder abgelegt werden. Wenn zwei Karten mit dem ersten + zweiten Zug etc. ) 

Recherchieren

Spieler:in darf Kartennummer in die App eingeben und eine Information in der App freirubbeln 

(viele Karten da oft Informationen benötigt werden)

Schätzen

Spieler:in schätzt das Jahr (auf 100 Jahre genau).
Wenn richtig: Eigenes Team darf Kartenwert (Zahl im Kreis) nach vorne rücken, wenn falsch: eigenes Team rückt den Kartenwert zurück.
(mittel viele Karten. Kann Vorteil für Spieler:innen mit großem Allgemeinwissen sein, kann bei falscher Selbsteinschätzung auch großen Nachteil bringen. Fördert die Selbsteinschätzung und Konkurrenzgedanken.)

Ein Tisch auf dem gespielt wird. Jede Spieler:in hat ihre eigene Zeitleiste und zu Beginn eine bestimmte Anzahl von Aktionskarten.

2 ⸺ Spielidee

Die übergeordnete Idee zum Spiel war, eine Alternative zu klassischen Quiz-Spielen wie Trivial Pursuit zu entwickeln. Durch die chronologische Sortierung wird das Anwenden von Allgemeinwissen auf eine abstraktere Ebene gestellt, durch die Aktionskarten wird das Spielgeschehen interessanter und im Gegensatz zu vergleichbaren Spielen wie „Anno Domini“ gibt es eine Zufallsebene. 

Wegen der gottverdammten Pandemie konnte ich das Spiel leider nie in der Praxis testen. Meine Recherche im Bereich der Spieleerfindungen ergab, dass wohl 1000 Spielrunden das Mindeste sind um etwas ein Spiel zu nennen (Stichwort Spielsymmetrie: also faire Chancenverteilung, keine Elemente die zu starke Vor- oder Nachteile geben) Daher ist das jetzige Projekt eher eine gestaltete Idee als ein wirkliches Spielekonzept.

3 ⸺ Gestaltung

Die „CHRIST-Karte“ soll einerseits das starre Spielprinzip des Sortierens auflockern, andererseits ist sie auch das namensgebende Element. Daher habe ich mich entschieden eine Jesus-Illustration zu zeichnen, die als freundliches „Maskottchen“ das Spiel begleitet. Da ich nicht der geborene Illustrator bin, besteht hier noch Verbesserungsmöglichkeit. Ich hoffe dass hierdurch einerseits die religiöse Assoziation nicht allzu groß erscheint und das Spiel gleichzeitig keinen Gläubigen auf die Füße tritt.

Die #-Zahl kann beim Recherchieren in die App eingeben werden, die Zahl im Kreis gibt den Kartenwert beim Schätzen an.
Das Kreuz und die Pfeile auf der CHRIST-Karte verdeutlichen ihren trennenden Charakter in der Zeitleiste.

Obwohl ich dies zwischenzeitlich in Betracht zog, habe ich mich letztendlich entschieden auf den Zeitleisten-Karten keine Illustrationen der beschriebenen Artefakte/Ereignisse abzubilden. Meine Vermutung ist, dass so mehr und freiere Assoziationen bei den Spieler:innen entstehen. Aber natürlich können Illustrationen neben Fotos oder kurzen Texten in die Recherche-Datenbank der App aufgenommen werden und so (bei Bedarf der Spieler:in) zu besserer Orientierung und Einschätzung beitragen.

Fonts:

  • Favorit Pro
  • Favorit Pro Expanded
  • DIN Pro
  • Nimbus Roman No9

Farben: 

  • CHRIST-Gelb (#FFDE32)
  • Papier (#F5F3E7)  in der Printversion gelbliches Recycling-Papier
  • Schwarz

Je nach Interessensgebiet der Spieler:innen kann das Spiel mit verschiedenen Erweiterungspacks gespielt werden. Die Farbe des kleinen Punkts gibt an zu welchem Pack eine Karte gehört.

4 ⸺ Prozess

Nachdem ich zunächst andere Ideen wie etwa ein Zeit-Quartett verfolgte, entschied ich mich nach ein paar Tagen aber schnell dazu, das Spiel auf Zeitleisten aufzubauen. Ich schnitt mir einige prototypische Ereignisse mit Jahreszahlen auf der Rückseite aus und probierte verschiedene Spielprinzipien die mir in den Sinn kamen aus – natürlich immer mit mir selbst als Spielpartner. Am meisten Zeit hat denke ich die sinnvolle Auswahl von möglichen Aktionskarten in Anspruch genommen. Aber auch der Spielfluss brauchte einige Ansätze, schließlich habe ich mich hier für die einfachste Version entschieden. Wie ich zu der endgültigen Lösung kam, konnte ich leider nicht mehr genau nachvollziehen. Hauptaugenmerk war jedenfalls, dass das Spielprinzip möglichst einfach ist und die Aktionskarten möglichst ausgewogene Chancen ermöglichen. Außerdem fand ich an dieser Variante spannend, dass man direkt zu Rundenbeginn eine bestimmte Anzahl Aktionskarten erhält und so abhängig von der Verteilung der Zeitleiste abwägen kann, wie man strategisch am besten vorgeht. Unklar blieb mir, wieviele Aktionskarten zu Beginn ausgegeben werden sollten. Die Zahl 5 ist relativ random. Vielleicht könnte man dies auch anhand der Selbsteinschätzung der Spieler:innen selbst entscheiden.

Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ein wirklich ausgeglichenes Spielkonzept nur mit einem physischen Prototypen und verschiedenen Mitspielern würde ausarbeiten können. Da die Drucklabore in der FH immer noch geschlossen waren, entschied ich mich mein Spielkonzept in dieser groben Phase stehen zu lassen und mich vor allem auf die grafische Umsetzung und das Zusammenspiel eines Brettspiels mit einer Handy-App zu konzentrieren.

Zeitlich nicht mehr geschafft habe ich leider eine schönere Umsetzung der Animationen im App-Prototypen. Hier sind bis jetzt nur die Standard-XD-Übergänge zu sehen.

Verschiedene Ideen für Aktionskarten

5 ⸺ Danksagung

Danke an alle im Kurs und Prof. Boris Müller für euer Feedback und Jona für Detail-Kritik. Vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal!

Ein Projekt von

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Masterstudium

Betreuung

Prof. Boris Müller

Zugehöriger Workspace

Zeitmaschinen

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2020 / 2021

Keywords