Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

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Green Dot Run

Im Kurs „Mashup!“ haben wir die Analyse und anschließende Kombination aus bestehenden Apps als Innovationsmethode genutzt, um selbst eine originelle App-Idee zu entwickeln. Als Abschlussprojekt haben wir die Running-App „Green Dot Run“ ausgearbeitet, die durch ein innovatives Belohnungssystem die Motivation fürs Laufen nachhaltig stärkt.


Kontext

Wir glauben, dass der Schlüsselfaktor für eine gute Running-App ist, wie gut und nachhaltig sie die Nutzer:innen motiviert Laufen zu gehen.

Natürlich müssen die Basisfunktionen, wie das Tracking von Laufdaten und die übersichtliche Darstellung des Trainingsfortschritts, solide ausgearbeitet sein und als Fundament der App fungieren. Aber was die Running-App wirklich besonders macht, wird erst auf diesem Fundament gebaut. Zwar gibt es bestimmt auch die intrinsischen Hardcore-Läufer, die eine minimalistische Anwendung bevorzugen würden. Für die übrigen Nutzer:innen haben wir uns gefragt, wie wir ein neuartiges Motivationssystem entwickeln können, das besser funktioniert als bestehende Prinzipien, denn:

Loslaufen ist nicht einfach. Dranbleiben noch viel schwieriger.

Analyse bestehender Prinzipien

Social Dynamics

Viele der existierenden Running-Apps setzen auf die Social Dynamics einer sogenannten Community. Man kann seine Freunde dazu einladen, ebenfalls mit der App laufen zu gehen oder sich mit anderen Mitgliedern in der App verbinden und Laufleistungen auf „Scoreboards“ vergleichen. Außerdem kann man seine Aktivität über Social-Media-Kanäle teilen. Dann sollen die Freunde digital (von der Couch aus) motivierenden Beifall klatschen („in-run cheers“). Wir konnten zwar keine genauen Daten einsehen, wie oft diese Features verwendet werden, aber aus eigener Erfahrung und durch das Feedback unseres Umfelds, zweifeln wir an der Effektivität und der Verbreitung von Social Dynamics als Motivationsanreiz. Laufen ist für die meisten uns bekannten Läufer ein Einzelsport.

(Scheinbare) Personalisierung

Ein weiteres verbreitetes Prinzip sind personalisierte Inhalte, wie beispielsweise sogenannte „Audio-guided Runs“. Experten und Trainer sprechen Tonspuren ein, die die Nutzer:innen dann während des Laufs akustisch begleiten und anleiten. Dies erleichtert vorallem den Einstieg in das Laufen und hilft Anfängerfehler zu vermeiden. Doch dieses Prinzip funktioniert nur noch eingeschränkt, sobald alle zur Verfügung stehenden Inhalte bereits gehört wurden und sich dementsprechend wiederholen. Bei der Ausarbeitung unseres Konzepts haben wir diesen Audio-Inhalten einen Platz eingeräumt, jedoch die akustische Expertenbegleitung als eine mögliche Form des Inhalts eingesetzt und nicht ins Zentrum der App gestellt.

(Abstrakte) Gamification

In den letzten Jahren hat auch das Thema Gamification große Aufmerksamkeit bekommen. Neben Lernanwendungen eignen sich diese Prinzipien auch besonders gut, um die Motivation für sportliche Aktivitäten zu steigern. Manche Apps sind teilweise um nur ein einziges Gamifikation-Prinzip herumgebaut. Hier gibt beispielsweise es die recht erfolgreiche App „Zombies, Run!“, bei der die Nutzer:innen zum Laufen motiviert werden, indem sie vor virtuellen Zombies wegrennen müssen. Während des Laufens werden Zombie-Geräusche eingespielt, die spielerischen Stress provozieren und entsprechende Survival-Instinkte für Höchstleistungen ansprechen. Doch bei den meisten Apps bleibt in Punkto Gamifikation-Einflüsse beim obligatorischen Klatschen nach dem erfolgreich absolvierten Lauf oder der Aushändigung von abstrakten Belohnungen für besondere Leistungen. Für bestimmte Strecken oder ein kontinuierliches Training an mehreren Tagen hintereinander werden sogenannte „Badges“ oder Trophäen angezeigt und in der Leistungsübersicht der App gespeichert. Zwar spricht dieses Prinzip zweifelsohne den Sammler-Reiz der Menschen an, doch irgendwann ebbt dieser auch ab und man fragt sich, was der Vorteil dieser Belohnungen in der realen Welt sein soll…

Alternative Motivationsanreize

Wir beobachten also, dass bestehende Prinzipien zur Motivation der Anwender:innen entweder fragwürdig sind oder ihren Glanz nach einiger Zeit verlieren.

Wie können wir also das Zielpublikum effektiver und nachhaltiger zum Laufen motivieren?

Antrieb zur Selbstinszenierung

Social Media befeuert den Druck, vorzeigbar zu sein. Entsprechend haben nach dem Aufstieg der großen Social Media Plattformen, wie Facebook, Instagram, TikTok & Co., auch diejenigen Bereiche einen Hype erfahren, die die Selbstinszenierung positiv beeinflussen bzw. steigern: Fitnessstudios, Schönheitsoperationen, Erlebnisreisen und andere Formen von Selbstoptimierung. Oberflächlichkeit generiert Likes und Follower und erzeugt so die erstrebenswerte Anerkennung. Ist man früher vor allem für die eigene Erholung und den Spaß in den Urlaub gefahren, werden in den letzten Jahren immer mehr Reisen angeboten, die vorzeigbare Erlebnisse und für Social Media zugeschnittene Inhalte versprechen.

Weil es ein Massenphänomen geworden ist, mit der eigenen Leistungsfähigkeit anzugeben, reicht das jedoch nicht mehr aus, um aus der Masse hervorzustechen.

Trend zu Sustainability & Purpose

Hier nehmen wir den Trend nach einem nachhaltigen und sinnvollen Lifestyle auf. Viele Menschen wollen nicht mehr nur sich selbst und ihren Besitz darstellen, sondern auch ihre Überzeugungen und was sie Gutes tun. Dadurch erweitert sich das Spektrum der Selbstinszenierung und Selbstvermarktung. Nachhaltige Modelabels erhalten immer mehr Zuspruch und selbst etablierte Big Player entwickeln beispielsweise Sneaker aus recykeltem Plastik aus den Ozeanen. Cyrill Gutsch, Gründer von „Parley for the Oceans“ – das ist die Umweltorganisation, die den recycelten Kunststoff namens Ocean Plastic® entwickelt hat – sagt zwar selbst, dass Recycling „zwar eine temporäre Lösung“, aber letztendlich „auch nur ein Pflaster“ sei (vgl. Emily Chan, vogue.de, 26.01.2020). Trotzdem eignen sich solche Kampagnen sehr gut dafür, das Image des eigenen Unternehmens aufzupolieren und neue Kaufargumente zu propagieren.

Coupons & Affiliate-Links

Das Thema Nachhaltigkeit bremst scheinbar nicht das Konsumverhalten... Statt weniger zu konsumieren, werden einfach andere Dinge gekauft. Und mit dem boomenden Onlinehandel und Preisvergleichsseiten, wird noch intensiver nach dem besten Deal gesucht. Das Marktforschungsunternehmen IFH Köln hat im Dezember 2020 von einem Online-Jahresumsatz zwischen 80 und 88 Milliarden Euro für Deutschland und damit von einem durch die Corona-Krise intensivierten Trend zum Online-Handel gesprochen. Dabei suchen die Unternehmen im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie innovative Möglichkeiten, potenzielle Kunden zu erreichen und zu halten. Große Sportartikelhersteller, wie Nike und Adidas, bieten kostenlose Running-Apps an, um die Markenpräsenz beim Zielpublikum zu erhöhen und über neue Produkte innerhalb der fast täglich genutzten Apps zu informieren. Die App „Nike Run Club“ beinhaltet dabei sogar einen integrierten Running-Shop. Wir glauben aber, dass hier die Verbindung zwischen dem Kern der App und der Conversion auf der Plattform noch ausbaufähig ist. Die beiden Bereiche sind weitgehend entkoppelt und greifen nicht ineinander, was vermutlich verschenktes Potenzial für die Conversion-Rate bedeutet. Denn wer bevorzugt schon nach einem anstrengenden Training Schuhe zu bestellen, statt sich unter die Dusche zu stellen?

Die Idee

Motivation durch reale Vorteile

Wir haben versucht, das Laufen mit einem neuartigen Prämiensystem zu kombinieren, das sich auch in der realen Welt lohnt.

Mashup

Die Idee für Green Dot Run ist uns bei der Analyse und Kombination von Running-Apps mit angebundenem Online-Shop und Tracking von Laufdaten, wie „Nike Run Club“, und Prämienprogramm-Apps, wie „Miles & More“ App von Lufthansa, gekommen. Bei Letzterer können Aktivitäten wie Flugmeilen als interne Währung in der App gesammelt werden und gegen Prämien in der echten Welt eingetauscht werden.

Dreifache Belohnung

Für die Nutzer:innen der Green Dot Run App ergeben sich beim Laufen mit gleich drei verschiedene Vorteile:

Vorteil 1

Das neuartige Belohnungssystem macht Laufen attraktiv. Nutzer:innen gehen regelmäßiger Laufen und leben aktiver und gesünder. Das ist nicht nur gut für das eigene Wohlbefinden, sondern ist Endeffekt vermutlich auch eine Entlastung für das Gesundheitssystem.

Vorteil 2

Nutzer:innen sammeln durch das Laufen mit der App Punkte, die sie für Prämien ihrer Wahl eintauschen können. Die Prämien passen zu einem umweltgerechten und fairen Lifestyle und bieten ein hohes Identifikationspotential. Belohnungen sind nicht mehr nur abstrakte Gamifikation-Elemente, sondern stellen reale Vorteile in Form von Produktverüntigungen, Limited & Early Access, sowie weiteren Optionen dar.

Vorteil 3

Ganz nebenbei werden bei jedem Lauf gleichzeitig Spendengelder generiert, mit denen gemeinnützige Projekte unterstützt werden können, die den Nutzer:innen am Herzen liegen. Man läuft nicht mehr nur für sich, sondern macht gleichzeitig die Welt mit jedem Lauf besser. Erreichte Erfolge eignen sich darüber hinaus auch noch ganz gut für das Teilen auf Social Media…

Finanzierungsmodell

Die Finanzierung der App, die Ausschüttung von Spendengeldern und Prämien, sowie die Bereitstellung von Content erfolgt über Partnerschaften mit ausgewählten Sponsoren. Dabei ist es wichtig, dass die Basis der Zusammenarbeit übereinstimmende Werte und Sinnstiftung („Purpose“) sind, mit denen sich die Zielgruppe der App identifizieren kann. Das können beispielsweise nachhaltige Modelabels oder Firmen aus anderen Bereichen sein, die sich für ein umweltgerechtes und faires Wirtschaften einsetzen. Im Gegenzug erhalten diese Marken die Reichweite von Green Dot Run. Die Plattform bietet treue, fast täglich wiederkehrende Nutzer:innen, die lange im Kosmos der App verweilen. Die Sponsoren können hier durch Inhalte und Prämien für ihre Marke werben und Conversion auf ihre Produkte bekommen.

Alternatives Finanzierungsmodell

In der Diskussion nach der Abschlusspräsentation kam der Gedanke auf, dass, statt eines allgemeinen Sponsorings, die Finanzierung der App auch direkter gestaltet werden könnte: Kommt etwa ein Kauf eines Produktes über einen Link innerhalb der App zustande, behält Green Dot Run eine Service-Gebühr vom Verkäufer des Produkts ein. Durch die direkte Weiterleitung und ein Auslassen des herkömmlichen Handels, können Produkte in der App auch in diesem Modell mit attraktiven Rabatten angeboten werden. Zusätzlich zum vergünstigten Preis spendet der Verkäufer automatisch einen Spendenbetrag an die Organisation der Wahl des Käufers. So wird die Spende direkter mit dem Kauf des Produkts einer bestimmten Marke assoziiert und könnte so das Finanzierungsmodell für bestimmte Firmen attraktiver gestalten.

User Flow

Im Folgenden zeigen wir die Green Dot Run App anhand der Userin Sasha.

Öffnet Sasha die App, wird sie im Explore-Tab mit den relevanten Infos für einen möglichen Lauf begrüßt. Neben den Wetterverhältnissen kann sie sehen, dass sie heute mit einem Lauf die Chance hat, ihre „Running Streak“ zu vollenden und dadurch zusätzliche Punkte generieren kann. Die Hauptnavigation in der Green Dot Run App erfolgt über die Tab Bar mit den vier Bereichen „Explore“, „Donations“, „Rewards“ und „Statistics“. Über der Tab Bar befindet sich das sogenannte „Terminal“. Dieses Element ist ebenfalls, ähnlich wie die Anzeige eines aktiven Songs in einem Musikplayer, in der ersten Hierarchieebene konsistent implementiert. Hier ist das Profilbild mit Sashas aktuellem Erfahrungslevel, Sashas aktueller Punkte- und Spendengeld-Kontostand und der Button zum Starten eines Laufs zu sehen.

Explore Tab

Im Explore Tab kann Sasha durch die neuesten Inhalte von Green Dot Run stöbern. Das Interface ist in Karten eingeteilt, die in einem Modal View für nähere Infos geöffnet werden können. Die App bietet eine Vielzahl an Inhalten aus den Bereichen Running, Sustainable Lifestyle und Fair Products an. Inhalte sind entweder sofort verfügbar, wie besipielsweise saisonale Rezeptideen, oder sie sind an eine Freischaltung mit Punkten gekoppelt.

Können durch Karten zusätzliche Punkte generiert werden, werden diese in grün angezeigt. Registriert sich Sasha beispielsweise für den kommenden Berlin Marathon, erhält sie zusätzliche Punkte. Dadurch fördert die Green Dot Run App unter anderem die Motivation, auf ein bestimmtes Ereignis hinzuarbeiten und entsprechend oft und kontinuierlich zu trainieren. Außerdem wird der Austausch innerhalb der Running-Community gestärkt.

Müssen Inhalte durch eigene Punkte erst freigeschaltet werden, sind die Punkte in weiß dargestellt. Das können zum Beispiel von Experten bzw. Größen des Sports angeleitete „Audio-guided Runs“ sein, die Sasha während des Laufs nützliche Tipps geben, oder aber Lifestyle-Guides, in denen sie sich Tipps für ein ausgewogeneres Leben holen kann.

Running Session

Ein Lauf kann jederzeit über den entsprechenden Button im Terminal gestartet werden. Die App wechselt – falls verfügbar – auf die Apple Watch und zeigt im Hauptscreen die verstrichene Zeit und zwei Ringe in den Farben von Punkten und Donations an, die sich mit dem Lauffortschritt füllen. Durch ein Tippen auf die Zahl innerhalb der Ringe kann zwischen der Zeit und den erlaufenen Punkten bzw. den Donations umgeschaltet werden. Der zugehörige Ring wird im Interface entsprechend hervorgehoben.

Möchte Sasha sich mehr Daten zu ihrem Lauf ansehen, kann sie über die Pagination auf den nächsten Screen wechseln. Hier kann sie durch die verschiedenen Daten scrollen, die ihren Lauf statistisch abbilden.

Ganz links, im dritten Screen befinden sich die Controls. Unter anderem können hier über die „Edit“-Funktion weitere Screens eingeblendet und deren Reihenfolge angepasst werden. So kann sich jeder Nutzer das gewünschte Interface individuell zusammenstellen.

Session Summary

Wird der Lauf beendet, erscheint auf dem iPhone ein modales Fenster mit den Laufdaten, der zurückgelegten Strecke und weiteren Informationen, wie beispielsweise der während des Laufs abgespielten Songs.

Außerdem bietet die App den Nutzer:innen einen speziellen Reward an, wie in diesem Fall einen zeitlich limitierten Coupon. Dieser Coupon kann mit der entsprechenden Punktezahl erworben und schlussendlich im Shop des Partners eingelöst werden.

Rewards Tab

Weitere Rewards können im entsprechenden Tab gefunden werden. Die oberste Karte zeigt dabei immer einen besonderen Reward an: Im Fall von Sasha ist es Early Access für eine limitierte Sneaker-Kollektion. Weitere Rewards beruhen unter anderem auf Vergünstigungen für Produkte von nachhaltig und fair produzierenden Marken. Zudem kann man sich den Zugang zu Spezialevents, wie etwa digitalen Filmpremieren freigeschalten. In der „Reward Collection“ werden alle bereits erworbenen Prämien gelistet.

Donations Tab

Während der Laufens gesammelte Spendengelder können im Donation  Tab an ein gemeinnütziges Projekt vergeben werden. Wie im Explore und Rewards Tab wird auch hier ganz oben eine besondere Aktion hervorgehoben. Im Beispiel von Sasha eine Community-Challenge, die die Green Dot Run Community dazu animieren soll für ein aktuell brisantes Hilfsprojekt gemeinsam Spenden zu sammeln. In den „Charity Follow-Ups“ berichten Organisationen, welche Fortschritte sie in der letzten Zeit durch Sashas Spendengelder gemacht haben. Davon motiviert entscheidet sich Sasha erneut zu spenden und wählt ein Projekt von Unicef Pakistan aus, das sich für die Bereitstellung von Trinkwasser einsetzt. Mit einem Schieberegler kann Sasha den Betrag wählen, den sie spenden möchte.

Profile

Im Profil, welches über das Profilbild im „Terminal“ erreicht werden kann, sind alle Kilometer, Punkte und Spendengelder aufgelistet, die Sasha ingesamt erlaufen hat. Außerdem kann sie sehen, wieviele Punkte ihr noch fehlen, um das nächste Level zu erreichen. Außerdem findet sie hier ihre drei meistunterstütztesten Charities.

Iterationen von Details

Terminal

Bei der Iteration für das Terminal-Element haben wir verschiedene Positionierungen und Varianten gestaltet. Bei den Versionen im oberen Bereich der Screens haben wir auch die verschiedenen Zustände und Animationen der Nav Bar, insbesondere des Nav Bar Titles, beachtet und überlegt, wie sich die Elemente des Terminals dazu verhalten müssen. Am Ende haben wir uns für eine Implementierung über der Tab Bar entschieden. Diese Lösung ist an die Darstellung von Musikplayern angelehnt und positioniert das Terminal als wichtigstes Element in der App in einen ergonomisch gut erreichbaren Bereich.

Profilbild & Level-Visualisierung

Bei der Darstellung des Profilbilds und der Visualisierung des Fortschritts des Nutzers haben wir sowohl mit Symbolen, als auch mit einer Farbcodierung gearbeitet. Lange Zeit haben wir einen farbigen Ring um das runde Profilbild anvisiert; um aber eine Verwechslung mit dem „Story“-Pattern, bekannt von Instagram & Co., zu vermeiden, haben wir uns am Ende für ein Icon auf einem kleinen farbigen Kreis entschieden.

Interface der Apple Watch

Bei der Gestaltung des Interfaces, das während einer Running Session angezeigt wird, haben wir uns von iPhone-Screens mit GPS-Navigation während des Laufens zu einem reduzierten Screen auf der Apple Watch entwickelt. Nach dem Motto „Watch First“ haben wir die Inhalte extrem reduziert, um sie an den begrenzten Platz anzupassen. Was auf die Apple Watch passt, kann bei Bedarf dann auch äquivalent auf den iPhone-Screen übertragen werden, falls die Apple Watch nicht wie bei Apple Fitness+ zur Voraussetzung gemacht werden soll. Bei der Darstellung von Progress Bars haben wir uns, in Anlehnung an existierende Human-Interface-Komponenten der Apple Watch, für eine ringförmige Anordnung entschieden.

Secondary Screens der Apple Watch

Für die übrigen Screens des Watch-Interfaces haben wir uns mit Farbcodierungen zur besseren Differenzierung von Funktionen, auch bei einem flüchtigen Blick während des Laufens, beschäftigt. Wir haben auch überlegt, inwieweit wir eine Anpassung und Personalisierung der Darstellung durch die Nutzer:innen zulassen. Außerdem hatten wir auch miniaturisierte Darstellungen von primären Elementen, wie der Fortschrittsringe, in den Secondary Screens angedacht. Letztendlich haben wir uns im Sinne der Übersichtlichkeit für eine farblich reduzierte Variante mit individuell zusammenstellbaren Einzelscreens mit klarer Aussage entschieden.

Profile

Beim Profile Modal war für uns die große Inszenierung des Profilbilds gesetzt. Bei der detaillierten Fortschrittsanzeige und bei der Darstellung der Inhalte, die man auf Social Media teilen kann, haben wir aber einiges ausprobiert. Die Diskussion drehte sich bei den Social Media Karten vorallem darum, was inhaltlich die beste Lösung ist: Sollen alle Donations individuell teilbar sein oder nur die Top 3? Soll der Fortschritt als Ganzes teilbar sein mit dem Fokus auf die Person oder ist das zu plump? Bei der Fortschrittsanzeige haben wir von einer linearen Darstellung auf eine Ringanzeige gewechselt, um eine höhere Konsistenz der Darstellung anderer Screens zu erreichen.

Prozess

Bevor wir die Idee für Green Dot Run hatten, haben wir im Laufe des Kurses schon einige andere Ideen entwickelt, die wir mehr oder weniger detailliert beschrieben haben.

Ideenfindung I

Die erste Runde an App-Ideen sind wir komplett ohne Scheuklappen angegangen und hatten verschiedenste Ideen: Von kuratierten DIY-Tutorials für Alltagsprobleme, einem Nachrichtenformat zur Klimakrise, über die Anreicherung von Home-Schooling mit Gamification, bis hin zu einer Umzugs-App, war so einiges dabei. Interessant ist im Nachhinein betrachtet, dass wir uns schon sehr früh mit Gamification-Prinzipien auseinandergesetzt haben, die später in die Ausarbeitung von Green Dot Run geflossen sind.

Ideenfindung II

Da wir in der ersten Runde die Definition des Mashups sehr weit interpretiert hatten und die Herleitung der Ideen noch zu schwammig war, haben wir in der zweiten Runde unsere Favoriten nachgeschärft und zusätzlich neue Ideen entwickelt. Die Umzugs-App und das spielerische Lernen haben wir weiterverfolgt. Als dritte Idee ein Erinnerungsformat zur Darstellung von persönlichen Daten hinzugekommen. In dieser Phase haben wir sehr viele und vielleicht auch zu viele Ideen für Aspekte gehabt, die man in neuen Kontexten umsetzen könnte.

Ideenfindung III

In der dritten Runde haben wir versucht, die vorhandenen Ideen auf eine einzige, einfach kommunizierbare These herunterzubrechen, auf der wir unsere App aufbauen können. Dabei haben wir uns mit den Themen Home-Schooling und Umzugs-App schwer getan und waren nicht zufrieden mit den bisherigen Konzepten. Deswegen haben wir noch vor der Präsentation zum nächsten Kurstermin eine Kehrtwende gemacht und eine neue Idee entwickelt, die letztendlich zu Green Dot Run geworden ist.

Schärfung des ersten Konzepts

Zunächst war die Idee Mitmach-Fitnessvideos (wie z.B. in „Nike Training Club“) mit einem Prämiensystem zu kombinieren. Das Problem war aber, dass es in dieser Art von App schwierig ist, den Trainingsfortschritt zu messen und Prämien nur an diejenigen auszuschütten, die sie sich verdient haben. Ob ein Video nur abgespielt wurde oder ob die Person auch mitgemacht hat, kann dabei nicht nachvollzogen werden. Das System war also zu einfach auszutricksen.

App Store Preview

Die Übung, das Konzept für die App so darzustellen, wie sie später im App Store angeboten wird, hat uns geholfen die Idee noch weiter auf den Punkt zu bringen. Die Simulation von ersten konkreten Screens hat es uns ermöglicht, Feedback von der Gruppe einzuholen und so die Wirkung verschiedener Elemente abzuschätzen. In der Diskussion im Kurs haben wir dann den Fokus von einer Running-App mit Prämiensystem als Add-On dahingehend verschoben, dass die Prämiensystem-Idee im Mittelpunkt stehen soll. Im Verlauf des Projekts haben wir uns immer wieder daran orientiert, was wir ursprünglich als Fokus definiert hatten.

Erster Entwurf der App-Struktur

Beim ersten Entwurf für eine App-Architektur haben wir mögliche Funktionen und Inhalte noch abstrakt als Post-its in Miro angelegt und einer Tab Bar-Navigation zugeordnet. Dabei haben wir unter anderem verschiedene Inhalte entwickelt, die in der App angeboten werden und unsere Message unterstützen könnten. Dadurch konnten wir uns schon vor einem ersten Entwurf abstimmen. Kurz vor Weihnachten haben wir dann den ersten User Flow mit konkreten Screens ausgearbeitet, der schon viele Elemente der finalen Version angedacht hat – beispielsweise die an die Kartendarstellung des App Stores angelehnte Darstellung von Inhalten, die großzügig gestaltet sind und zum Stöbern einladen.

Abschied von vordefinierten Läufen

Dabei ist uns aufgefallen, dass vordefinierte Routen bzw. Läufe den Bereich der App, der vor und während des eigentlichen Laufens angezeigt wird, unnötig komplex machen und von unserem Fokus auf die Prämiensystem-Mechanik zu sehr ablenken. Deswegen haben wir uns dazu entschieden vordefinierte Strecken, wie sie beispielsweise in der App „Strava“ angeboten werden, zu streichen.

Entwicklung des Terminals

Zunächst hatten wir dem Bereich „Laufen“ einen eigenen Tab zugeordnet. Das hat sich aber als suboptimal für die Navigation herausgestellt, weil sich der Bereich zu sehr von den anderen Bereichen der App abgehoben hat und deshalb nicht unserem ursprünglichen Fokus entsprach. Besser wäre es eine konsistente Implementierung in allen Tabs zu erreichen, um so den Zugang von überall in der App zu ermöglichen. Der Button zum Starten einer Session sollte als fixes Element in allen Tabs dargestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt haben wir den Button um den Kontostand und die Abbildung des Profilbilds erweitert. Im Zuge dessen nannten wir dieses Element fortan „Terminal“.

Selbstinszenierung in den Fokus

Beim Feinschliff der App haben wir den Aspekt der Selbstinszenierung gemäß der Zielgruppe und Laufmotivation noch präsenter gestaltet. Wir haben dafür an mehreren Stellen Share-Buttons eingebaut und bestimmte Inhalte „Ready for Social Media“ gemacht.

Aufgabenverteilung

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Einschränkungen haben wir bei diesem Projekt wieder komplett digital zusammengearbeitet. Zunächst sind wir ergebnisoffen in das Semester gestartet und haben uns mit der Themenfindung relativ lange Zeit gelassen. In der Anfangsphase haben wir unabhängig voneinander Ideen entwickelt und uns diese gegenseitig gepitcht und anschließend deren Potential für eine App diskutiert. Als wir unser Thema festgelegt hatten, haben wir unsere Ideen für den Fokus der App und deren Aufbau gebündelt und im Verlauf des Semesters immer weiter zusammengebracht. Am Ende haben wir die Arbeit an der Sketch-Masterdatei und die Ideation von neuen Detaillösungen unter uns aufgeteilt, sodass wir das Projekt in kurzer Zeit effektiv stemmen konnten.

Fazit zum Kurs

Abschließend können wir sagen, dass uns der Kurs außerordentlich gut gefallen hat. Das Thema „Mashup!“ hat für uns als Designer einen großen Mehrwert dargestellt, denn: das Analysieren von bereits existierenden Mechaniken und Pattern, sowie die anschließende Neukombination mit anderen Komponenten gehört unserer Meinung nach in das Skillset eines jeden Interface-Designers. Die im Kurs vermittelten Methoden zur rapiden Generierung von Ideen haben uns, wie man vielleicht auch schon in der Prozessdokumentation erkennen konnte, auch über unser Kursprojekt hinaus viele interessante Ideen und konzeptuelle Ansätze eingebracht.

Neben dem Inhalt des Kurses müssen wir ein großes Lob an Ivo und Paul aussprechen, die uns mit ihrer Art des Umgangs mit der Onlinelehre beeindruckt haben. Beide waren zu jedem Kurstermin super vorbereitet und jederzeit offen für Fragen und Feedback. Besonders ihr Fokus auf die Stärkung der Kursgemeinschaft hat uns in Zeiten der physischen Distanz imponiert. Darüber hinaus hat ihr detailliertes Feedback in den Gruppenkonsultationen unser Projekt und uns als Designer nach vorne gebracht. Chapeau!


Zum Schluss findet ihr hier noch unsere Keynote, inklusive Blick auf den gesamten User Flow, als Video-Clip:

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Keine Angabe

Betreuung

Ivo Herrmann Paul Thiele

Zugehöriger Workspace

Mashup!

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2020 / 2021