Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

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Mivolis im neuen Gewand

In diesem Kurs (Vom Zeichen zur Marke, WS 2020/21) geht es um das Redesign einer bestehenden Marke. Gemeinsam haben wir uns für „Mivolis“ (eine Eigenmarke von DM) entschieden.
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Farbe

Mein Gestaltungsprozess beginnt mit Farbe:

In diesem Fall eine Primär- und eine Sekundärfarbe. In Bezug auf Ersteres habe ich mich für ein warmes Rosa-Rot entschieden, welches einladend und freundlich wirkt. Gleichzeitig weist es in Kombination mit Schwarz und mit Weiß ausreichend Kontrast auf. Die zweite Farbe ist ein dunkles edel aussehendes und dennoch warmes Blau geworden, welches zugleich die Markenidentität weiter festigt und als Kategoriekennzeichnung dienen kann. 

Bei Farb-Entscheidungen ziehe ich meistens, so auch dieses Mal, das Buch „A Dictionary of Color Combinations“ von dem japanischen Kostüm- und Kimonodesigner Sanzo Wada zurate – sehr empfehlenswert.

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Schrift & Logo

Die Schrift ist eins der wichtigsten Gestaltungselemente einer Produktverpackung.

In diesem Fall habe ich mich für eine Schrift mit Serifen in Kombination mit großen Kontrasten in den Strichstärken (1:8) entschieden. Besagte Schrift habe ich selbst gestaltet und habe daher einen maximal großen Einfluss auf das Ergebnis.

Schrift ist nicht gleich Logo. Um aus dem Mivolis Schriftzug ein Logo zu machen nehme ich die 72°-Schrägen in der Schrift auf und gehe sogar soweit, dass ich die obere, rechte Ecke des “M”s komplett entferne. Wenn man die Marke mit diesem Logo so etabliert, könnte man anschließend sogar nur das “M” verwenden und jeder weiß, um welche Marke es sich handelt. Es ist nicht irgendein “M”, sondern das Mivols-”M”!

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1. Entwurf

Mein erster Entwurf setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen – Logo, eine Art Banderole als Trägerform (unterteilt in unterschiedliche Abschnitte), sämtliche Informationen die für das Produkt nötig sind.

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2. Entwurf

Der zweite Entwurf enthält zwei wichtige Änderungen – eine neue Schrift (Helvetica Neue Condensed Black) und eine zweite Banderole in einer sekundären Farbe, waagerecht.

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Zwischenpräsentation

Die Zwischenpräsentation zeigt meinen Gestaltungsprozess bis zur Ausarbeitung meines zweiten Entwurfs.

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Regeln (sind das "A" und "O")

Ein klares System ist wichtig für die konsequente Anwendung eines Corporate Designs auf viele unterschiedliche Produkte einer Marke – ein „gutes“ Corporate Design lässt sich von jedem anwenden (auch ohne ein Gespür für Gestaltung).

In meiner dritten Version etabliere ich viele Regeln:

Die vertikale Banderole bedeckt genau die Hälfte der Produktbreite (Etikettbreite). Der farbige Abschnitt mit der Produktbezeichnung misst wiederum die Hälfte besagter Banderole (ein Viertel der Produktbreite) und der Freiraum darunter wieder die Hälfte (ein Achtel der Produktbreite).

Auf der kompletten Produktverpackung (Logo ausgenommen) sind nur zwei verschiedene Schriftgrößen zu finden, dabei ist die eine Schriftgröße die Hälfte der anderen.

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3. Entwurf

Neben den eingeführten Regeln enthält der dritte Entwurf auf den ersten Blick kleine, aber dafür umso wichtigere, Änderungen.

Ich hab mich dazu entschieden das Creme-Weiß zu einem klaren, reinen Weiß zu machen, um meinem Produkt einen professionelleren, moderneren, medizinischeren Anstrich zu verpassen.

Zweite Änderung stellt das Entfernen der waagerechten Banderole dar – die beiden, sich überkreuzenden, Banderolen erinnerten stark an ein Kreuz – diese Assoziation möchte ich nicht hervorrufen. Eine Farbfläche auf der die Produktbezeichnung stehen kann behalte ich weiterhin bei.

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Farbliche Kennzeichnung von Kategorien

Nach Betrachtung des Mivolis-Sortiments bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es drei Kategorien gibt, die es von einander zu differieren gilt: „Medizinprodukte“, „Nahrungsergänzungsmittel“ und „Nahrungsmittel

Für diese drei Kategorien habe ich nun drei Farben eingeführt, das schon bestehende Dunkelblau stellt die erste dar.

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4. Entwurf

Neben den nun vollends eingeführten Kategoriefarben betrifft die wichtigste Weiterentwicklung die Trägerform der Produktbezeichnung. Statt Farbfläche nur noch eine Umrandung – so kommt es nicht zu Konkurrenz mit der anderen Farbfläche und ich erzeuge gleichzeitig einen fast nostalgischen Look durch die Ähnlichkeit mit dem Etikett auf einem alten Apothekengefäß.

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Deckel

Für den Deckel kann ich mir zwei mögliche Designs vorstellen. Einmal einfach das „M“ aus dem Logo mit dem diagonalen Strich und einmal nur das „M“ in einem angeschnittenen Kreis – letzteres bekommt eine emblemartige Wirkung. Final habe ich mich für den Kreis entschieden, da dieser in der Umsetzung leichter und günstiger zu realisieren ist, denn es ist möglich nur einen Aufkleber zu bedrucken und nicht den Deckel selbst.

Wie abgebildet gibt es in Kombination mit der Kategoriefarbe viele verschiedene Möglichkeiten das Emblem einzufärben. Des Weiteren kann man direkt dem Deckel die Kategorie entnehmen.

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Das "M" als Logo

Meine letzte Weiterentwicklung ist, den Schriftzug „Mivolis“ durch das „M“ zu ersetzen. Durch die fehlende obere rechte Ecke des M's wird es zu einem Logo, welches als Emblem ohne den restlichen Schriftzug bestehen kann. Dieser Schritt vereinfacht die Verpackungen und sorgt dafür, dass auch auf sehr schmalen Verpackungen das Logo in angemessener Größe abzubilden ist.

MeinM“ kann sich durch seine Formensprache (besonders die abgeschnittene obere Rechte Ecke) gegen andere Logos, welche auch nur aus einem „M“ bestehen gut abgrenzen – Beispiele wären dafür das McDonald's-Logo oder das BMW-M-Logo.

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Finales Design (alle Produkte)

Das endgültige Ergebnis besteht eigentlich nur daraus die zuvor definierten Elemente zu nehmen und auf Basis meines erstellten Reglerwerks zusammenzusetzen. Es entstehen viele verschiedene Verpackungen –  in verschiedenen Größen – in verschiedenen Formen. Sie erzeugen im Vergleich zueinander ein Zusammengehörigkeitsgefühl und gleichzeitig weisen sie genug Differenzen auf um im DM-Markt von einander unterschieden zu werden.

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Abschlusspräsentation

Dieses Video zeigt meinen gesamten Gestaltungsprozess – von der ersten Farbentscheidung bis zum fertigen Produktdesign.

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Fazit

Dieser Kurs war für mich ein schöner Einstieg in's Thema Branding. Dadurch dass man ein wenig in's kalte Wasser geschmissen wird, kann jeder Kursteilnehmer auf seine Art einen Gestaltungsprozess durchlaufen. Dieser kann auf viele unterschiedliche Arten beginnen: Scribbeln auf dem Papier, Analyse der Konkurrenz im DM-Markt, Ideen unter der Dusche oder auch direkt in Illustrator. Schön daran finde ich vor allem die Realitätsnähe – niemand steht neben einem und sagt wie es gemacht wird und wie nicht – Feedback gibts, in regelmäßigem Rhythmus, wöchentlich. Das gab mir die Möglichkeit mir vorher Gedanken darüber zu machen, welche Fragen ich konkret habe und wozu ich auch kein Feedback mehr brauche.

Diese freie Arbeitsweise führte auch dazu, dass dem Kurs, zur gleichen Marke, wirklich grundlegend unterschiedliche Ergebnisse entsprungen sind.

Egal an welchem Punkt man sich in seinem Grundstudium befindet bietet dieser Kurs einen Mehrwert, man arbeitet an einem konkreten Produkt mit dem man sich auf seine Weise beschäftigen kann – analytisch oder intuitiv – digital oder analog – schnell oder langsam. Ich würde sogar behaupten, dass wenn man diesen Kurs zweimal macht, beide Male gleich sinnvoll sind.

Das einzige was ich als Ergänzung interessant fände, wäre ein kleiner thematischer Ausflug: „Was ist im Druck (Produktion) der Verpackung möglich und was nicht?“

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Matthias Beyrow

Zugehöriger Workspace

Vom Zeichen zur Marke — Entwurfsgrundlagen fürs „Branding“

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2020 / 2021

Keywords