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Bitte nicht berühren.

Die Arbeit »Bitte nicht berühren« handelt von kritischer Ausstellungsgestaltung in (kultur-)historischen Museen.

Das erste Kapitel zur Institution Museum sowie das zweite Kapitel zur Geschichtsschreibung dienen dabei der Selbstverständigung und Systematisierung meiner Beobachtungen von (kultur-)historischen Ausstellungen. Im dritten Kapitel zur kritischen Ausstellungsgestaltung beziehe ich aus und zu dieser Disziplin Position: Ich gehe davon aus, dass Geschichte immer gestaltete Repräsentation von Vergangenem ist. Sie ist niemals objektiv und verändert sich mit ihrer Form (vgl. Hayden White). Als Gestalterin bin ich formgebend und argumentiere für eine inhaltlich eingebundene Ausstellungsdesign. Der theoretische Teil dient als Einleitung für die Sammlung im Ordner, in der Ideen und Ansätze für kritische Ausstellungsgestaltung dokumentiert werden. Es geht um gestalterische Konzepte, aber auch inhaltliche Formate, die sich von üblicher Geschichtsschreibung abheben. Mithilfe von Interventionsobjekten stelle ich darüber hinaus eigene experimentelle Ansätze für geschichtspolitische Interventionen vor, die ich als Eingreifen in bereits vorhandene Präsentationen verstehe. Die Objekte können Inhalte vertiefen und ergänzen, alternative Dimensionen hinzufügen, Brüche und Lücken aufzeigen und mit dem Bestehenden in einen Dialog treten.

Die unabgeschlossene Form des Ordners lädt zu Eingriffen und Ergänzungen ein; ganze Teile können ersetzt oder die Struktur geändert werden. Mit den Philosophen Gilles Deleuze und Félix Guattari gesprochen, soll die Arbeit ein »Rhizom« machen: Heterogenes verbindend (erstes und zweites Prinzip), offen für Ergänzungen (drittes Prinzip) und unabgeschlossen (viertes Prinzip), nutzbar als Nachschlagewerk (fünftes Prinzip) und offen einer eigenwilligen Nutzung überantwortet (sechstes Prinzip).

Es ist nicht mein Anliegen, eine ideale Ausstellung vorzustellen oder zu konzipieren, vielmehr möchte ich zeigen, dass es immer wieder progressive Ansätze gab und gibt und dass Museen weiterhin offen für Eingriffe, Partizipationen und Diskussionen sein sollten.


The work "Please do not touch" is about critical exhibition design in (cultural) historical museums.

The first chapter on the institution of the museum and the second chapter on historiography serve to understand and systematize my observations. In the third chapter on critical exhibition design I take a creative position: I assume that history is always a designed representation of the past. It is never objective and changes with its form (see White). As a designer, I am a form-giver, and in this work I argue for an exhibition design that incorporates the content. The theoretical section serves as an introduction to the collection in the folder, in which ideas and approaches for critical exhibition design are documented. It is about creative approaches, but also about content formats that stand out from the usual historiography. With the help of intervention objects, I also present my own experimental approaches to historical-political interventions, which I understand as interventions in already existing presentations. The objects can deepen and complement content, add alternative dimensions, point out breaks and gaps and enter into a dialogue with the existing.

The unfinished form of the folder invites interventions and additions; whole parts can be replaced or the structure changed. Relating to the work of philosophers Gilles Deleuze and Félix Guattari, this work is intended to create a "rhizome" (11-42): Heterogeneously connecting (first and second principle), open for additions (third principle) and unfinished (fourth principle), usable as a reference work (fifth principle) and openly given over to an idiosyncratic use (sixth principle).

It is not my intention to present or conceive an ideal exhibition, but rather to show that progressive approaches have always existed and continue to exist, and that museums should remain open to participation and discussion.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Masterarbeit

Betreuung

dr. julia meer Friedrich Forssman

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2020