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JELLYFISH AND ME

Philosophie: Der Mensch und die Qualle

Die Aufgabe

Erarbeite ein individuelles Buchkonzept, welches sich mit dem Thema „Quallen“ beschäftigt und später zusammen mit den Konzepten der anderen Kursmitglieder in einer kleinen Auflage produziert wird.

Meine Idee

Was denken wir, wenn wir eine Qualle sehen? Welche Gefühle projizieren wir in ihre Erscheinung? Welche Reaktionen lösen sie in uns aus?

Die Recherche zu dem Thema der Quallen hat mich feststellen lassen, dass es kaum verschriftlichte Gedanken zu dem Bereich der Philosophie zu geben scheint und wenn doch, dann gut versteckt. Die meisten Artikel, die zu finden waren, haben sich mit den offensichtlichen, wissenschaftlichen Themen beschäftigt. Doch ich wollte eine andere Richtung einschlagen. Daher habe ich mich kurzerhand entschieden, meine eigene Lyrik der Quallen niederzuschreiben und diese mit Zitaten von Freunden und anderen Menschen zu ergänzen.

Ich habe mich hierbei bewusst nicht mit allen Aspekten befasst, sondern meine Gedanken frei schweben lassen, um die ersten Assoziationen in ihrer wahrsten Form zu erfassen. Die Gestaltung ist dabei an die Schwarmbildung der Quallen angelehnt und soll an ein Notizbuch eines Denkers erinnern, das die Augen zu einer Erkundung über die Seiten einlädt.

Inspiration

Nach einer ausgiebigen Recherche und Suche, konnte ich meine Beispiele für das Layout, das ich verfolgen wollte, auf 3 Bilder eingrenzen. Sie zeigen Doppelseiten, die frei und offen wirken und doch einer gewissen Struktur folgen. Einige Elemente wirken wie Randnotizen oder Gedanken, die schnell dazu getextet wurden. Dieses aufgeräumte Durcheinander hat bei mir die Assoziation mit der Schwarmbildung der Quallen hervorgerufen und passte beinahe perfekt zu meiner Vorstellung eines Layouts eines philosophischen Textes.

Experimente

Besonders beeindruckt hat mich der Titel des 1. Beispiels der Inspiration. Die welligen Lettern wirken wie ein Scan, der schiefgelaufen ist und verzogen wurde, was bei mir sofort die Assoziation zu nassem, sich gewellten Papier hervorgerufen hat.

So habe ich meine eigenen Experimente mit dem Scanner durchgeführt und dabei einen Druck des Wortes „Qualle“ oder „Jellyfish“ in verschiedenen Schriftarten immer wieder bewegt und herumgezogen. Die dabei entstandenen typografischen Experimente waren so faszinierend, dass ich sie in meinem Konzept benutzen wollte.

Sie erinnern an Papier, das ins Wasser geworfen wurde oder die verwischte Tinte einer schnellen, durchnässten Notiz.

Genutzte Schriftarten (letztes Beispiel, von oben nach unten):
– Ammonite
– Unstroke
– Unisono Quickpath
– Strive
– Lucky

Layout & Inhalt

Das Layout beruht auf meiner vorherigen Inspiration, ein Kontrast zwischen Ordnung und Unordnung, Freiheit und Masse. 

Der von mir verfasste Haupttext bildet die Grundlage der ersten Doppelseite und ein von einer guten Freundin verfasster Text die Grundlage der zweiten Doppelseite. Aufgebrochen wird dieser durch Einwürfe anderer Zeilen und der typografischen Experimente. Verschiedene, das Auge leitende Elemente, wie Dreiecke und Balken durchbrechen das Layout und geben das Gefühl von Freiheit und Zwanglosigkeit. Ein Eindruck, den Quallen für mich verkörpern.

Die dritte Doppelseite zeigt weitere typografische Experimente, die einen schönen Kontrast zu dem geordneten Absatz bilden, den sie einrahmen.

Die Titelseite und auch Rückseite des Konzeptes zeigen Beispiele der typografischen Experimente, die teilweise durch lange Linien ergänzt wurden und an die Tentakel der Quallen erinnern sollen.

Inhaltlich beschäftigen sich alle Texte mit der Verbindung der Menschen zu den Quallen. Sie sprechen von Assoziationen, Eindrücken und Gedanken. Der Haupttext auf der ersten Doppelseite bezieht sich auf die positive und träumerische Seite der Quallen, während der Haupttext der zweiten Doppelseite sich eher mit der negativen Sicht auseinandersetzt.
Die sie umgebenden Zitate sind teils berühmten Personen entsprungen und, teils von Personen meines näheren privaten Umfelds. Dabei handelt es sich um verschiedene Sichtweisen und kurze Eindrücke, die manchmal leserlich und manchmal nur bruchstückhaft erkennbar sind. 

Das Ziel aller Texte und Zitate ist es den Leser zum Nachdenken anzuregen und womöglich die eigene Sichtweise über Quallen und das Leben zu erkunden.

Das Endergebnis

– Format: 190mm x 297mm (Einzelseite)
                 380mm x 297mm (Doppelseite)

– Seiten: 8 (Einzelseiten)
– Farbigkeit: S/W
– Papier: Metapaper extrarough warmwhite 105g

Digitales Mockup – nicht zu 100 % repräsentativ

Reales Objekt

Fazit

Abschließend ist zu sagen, dass mir der Entstehungsprozess und der Kurs allgemein sehr viel Spaß bereitet haben. Ich habe einiges an Freude gehabt mit dem Layout zu experimentieren und auch meine eigenen Gedanken in Textform zu verewigen.

Es war eine schöne Idee, gerade mit Fokus auf das Online-Semester, eine gemeinsame Publikation mit allen Kursmitgliedern zu kreieren und auch das Thema Quallen war abwechslungsreich und etwas, worüber man nicht alltäglich nachdenkt.

10/10 would do again.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Betreuung

katrin holst

Zugehöriger Workspace

Fragil, schön und glibberig: Quallen.

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2020