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MotionBasis09: Micronarrative Loops

Der Kurs »MotionBasis09: Micronarrative Loops« von Prof. Klaus Dufke dreht sich um Wiederholungen und Schleifen. In 3 Teilaufgaben untersuchten wir experimentell unterschiedliche Narrative, die innerhalb der Möglichkeiten von Loops stecken.

1.Aufgabe: Bewegtes Plakat

In der ersten Aufgabe gestalteten wir ein Plakat, welches vor allem typografische Elemente enthalten sollte. Diese galt es im Sinne der Kinetic Type zu animieren.

1.1. SYNAE
Das Plakat SYNAE handelt von einer fiktiven Veranstaltung die im Rahmen des Projektwochenkurses Raumprojektionen stattfinden sollte. Im Team erarbeiteten wir den Versuch einer synästhetischen Erfahrung, die als Projection-Mapping an eine Fassade der FHP projiziert werden sollte. Dafür komponierten wir 5 Musikstücke, jeweils auf Basis einer Farbe. Diese Farben animierten wir wiederum zur Musik.

SYNAE – Projection Mapping

1.1.1. SYNAE – Plakat

Im Plakat wollte ich eine direkte offensichtliche Beziehung mit unserem Projection-Mapping herstellen. Meine Farbe war »Blau« und der zugehörige Animationsstil sollte prägendes Stilmittel des Plakats werden.

Das Wort SYNAE wird 5-fach aufgezählt. Damit gemeint sind die fünf Gruppenmitglieder aus dem Kurs, sowie die fünf Sinne. Synästhesie beschreibt die Vermischung von Sinneswahrnehmungen.

Die Matrix aus Buchstaben die sich dabei ergibt zeigte sich als äußerst vorteilhaft für den gewählten Animationsstil. Dadurch verzeiht sich die zeitweise, nur teilweise Lesbarkeit des Wortes SYNAE.

Mithilfe der Farbverläufe wollte ich die die Schrift ein- und ausblenden. Dafür animierte ich einen Loop der langsam Elemente der Schrift entblößt. In der Mitte des Loops werden alle Schriftelemente auf einmal gezeigt, dann wieder ausgeblendet.  

Durch diesen »Scheinwerfereffekt« wird Bewegung ins Plakat gebracht. Die Typografie selbst habe ich nicht bewegt – nur ein- und ausgeblendet.

Die Schleife der wandernden Farbverläufe ist asymmetrisch um etwas mehr Dynamik in die Animation zu bringen. Damit es looped sind der erste -und der letzte Frame gleich.

Der finale Entwurf:

Musik: Peter Schwarz – Twisted

1.2. Ideensammlung & Inspiration nach erstem Plakat

Da ich bei meinem ersten Bewegten Plakat davon abgesehen habe die typografischen Elemente direkt zu animieren, wollte ich ein weiteres Plakat gestalten.

Bei meinem zweiten Entwurf habe ich mich noch tiefer dem Thema Kinetic Typography auseinandersetzen. Dabei inspirierten mich vor allem die Arbeiten von Studio Dia.

1.3. Sommerbad Humboldthain

Nach langem Überlegen kam ich dazu ein bewegtes Plakat für das Ende der Winterpause im Sommerbad Humboldthain zu gestalten.

Mein Ziel war das Thema Schwimmbad zu abstrahieren und auf grafische, sowie typografische Elemente zu reduzieren. Die Animation sollte einer Wellenbewegung folgen.

Die typografischen Elemente erstrecken sich über sechs Schwimmbahnen. Diese Bahnen sind visuell an Kachelböden in Schwimmbädern angelehnt. Diese Bahnen haben alle einen unterschiedlichen Wellengang. Die Verzerrungen der Kacheln soll an die Brechung des Lichts durch Wasser, erinnern.

Die Gesamtanimation folgt einer Sinuswelle die in sechs Teilschritte unterteilt wurde. Die Intensität, sowie die Komplexität der Welle nimmt von links nach rechts zu.

Der finale Entwurf:

Bei diesem Entwurf ist der Vorteil von Processing gegenüber After Effects, dass ich drastische Änderungen, nur mit ein paar Zeilen Code, vornehmen kann. Um eine ähnlich komplexe Animation in AfterEffects zu verändern müsste ich etliche Keyframes und Einstellungen anpassen. Außerdem passieren bei Processing oft »Happy Accidents«.

In der zweiten Version habe ich die Sinusfunktion mit einem Tangens ausgetauscht – dabei brauche ich nur 3 Buchstaben zu verändern:

      int wave = int(sin((frameCount + ( x*y )) * 0.03) * 60);

zu:

      int wave = int(tan((frameCount + ( x*y )) * 0.03) * 60);

2. Aufgabe: Walk Cycle

Bei dieser Aufgabe ging es darum einen sich wiederholenden Bewegungsablauf als Loop festzuhalten. Dabei sollten Bewegungsmerkmale die dem Objekt eigen sind in die Animation miteinfliessen.

2.1. Slinky

Meine Wahl fiel auf einen Gegenstand dessen Bewegunsablauf mich schon lange fasziniert. Es ist ein geometrischer Körper der sich elegant auffächert wenn er die Treppe runter »geht«. Die äußeren Ringe geben die Bewegung vor, die Inneren teilen sich dazwischen auf.

Slinkys bewegen sich recht mechanisch und doch organisch:

Ich wusste ehrlich gesagt nicht wie ich das umsetzen sollte. Für mich war es am interessantesten, das Ganze mit Cinema4D zu versuchen.

Dafür habe ich zuerst den geometrischen Körper und einen Bewegungsablauf unter perfekten Bedingungen gebaut. Dieser Bewegungsablauf bewegte sich über eine Treppestufe – in einer Auffächerung und einem Zusammenfallen.

Da wir die Bewegung in einem Loop festhalten sollten, musste ich die Kamera, sowie die Treppe mitbewegen, damit der Slinky sich auf einer Stelle bewegt. Das HDR musste sich auch parallel zum Slinky bewegen, damit die Belichtung und Reflexion im ersten -und letztem Frame gleich sind.

pw: slinky

Meine Idee bis zu diesem Punkt war: Wenn ich den Bewegungsablauf und den Loop zu »perfekten« Bedingungen umsetzen kann, dann kann ich im nächsten Schritt der Bewegung mehr Charakter und Merkmale hinzufügen.

Hier habe ich unterschätzt wie aufwendig eine individuelle Bewegung sein kann und auch erkannt das meine Kenntnisse in der 3D-Animation für diese Aufgabe noch nicht weit genug gehen. Mit dem Ergebnis bin ich dennoch ganz zufrieden.

Der finale Entwurf:

3. Aufgabe: Doodle

In dieser Aufgabe haben wir uns an den »Google Doodles« orientiert. Ein Thema wird dabei in einer grafischen Darstellung oder einer Animation präsentiert.

3.1. James Turrell – Ganzfeld

Weil ich ein großer Fan von James Turrel's Arbeiten bin, viel meine Wahl zuerst auf seine Ganzfeld „Aural“ Arbeit im Jüdischen Museum.

Da Doodles manchmal auch interaktiv sind wollte ich einen Versuch mit meinen Möglichkeiten starten.

Dafür schrieb ich ein sehr einfaches Programm in Processing. Die Mausposition definiert die Position im Raum, sowie die Raumfarbe, der Mausklick sorgt für den Ganzfeldeffekt.

3.2. Suzanne Cianni – Diva of the Diode

In meinem zweiten Doodle setzte ich mich mit einer großartigen Musikerin auseinander, Suzanne Ciani.

Ciani wird auch »Diva of the Diode« genannt. Dioden sind elektronische Bauteile, die auch in Synthesizern verwendet werden. In meinem Doodle wollte ich diese Dioden zum visuellen Thema machen.

Suzanne Ciani ist vor allem im Zusammenhang mit ihrem Instrument bekannt. Sie spielt einen Buchla Synthesizer. Diesen steuert sie durch Sequencer. Diese Sequencer spielen Sequenzen von Melodien und zeigen ihre aktuelle Position mit einer leuchtenden Diode an.

Sequencer laufen in Wiederholungen. Diese Musik lebt von Loops und deren Abweichungen. Es war naheliegend diese Sequenzen als leitende Idee für die Animation zu verwenden.

Die größte Schwierigkeit lag für mich bei der Animation von meinem Character. Ich hab mich an Duik versucht, einem Rigging-Plugin für After Effects. Es ist nicht so geworden, wie ich mir vorgestellt habe, aber mir gefällt die Animation und ich hatte viel Spaß dabei.

Der finale Entwurf:

Musik: Peter Schwarz – Prada

Fazit:

Als ich den Kurs wählte hatte ich noch keine genaue Vorstellung was mich erwartet. In den ersten Wochen wurde ich mit Inspirationsquellen von Prof. Klaus Dufke, sowie den anderen KursteilnehmerInnen überflutet. Im Zuge der drei Aufgaben frischte ich meine Kenntnisse in After Effects wieder auf und versuchte mich, wenn es ging, mit anderen Techniken, die ich in vorherigen Semestern gelernt habe.

Ich habe viel gelernt und in die Projekte sehr viel Zeit investiert. Und doch weiß ich, dass ich manches, durch ein anderes Thema oder eine andere Technik, hätte besser realisieren können. Ich freu mich schon auf zukünftige Projekte mit den im Kurs erworbenen Kenntnissen.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Klaus Dufke

Zugehöriger Workspace

MotionBasis09: Micronarrative Loops

Entstehungszeitraum

WiSe 19 / 20 – SoSe 20