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Wela - Vom Zeichen zur Marke

Die Kursreihe „Vom Zeichen zur Marke“ beschäftigt sich mit dem Redesign von Marken, die dadurch aufgewertet werden können. Im Wintersemester 19/20 hat es den Tütensuppenhersteller Wela getroffen. Meinen Ansatz und wie es dazu gekommen ist, erkläre ich hier.

Gute Logos und deren Qualitäten

Der Kurs beginnt mit einer Aufwärmübung zu Logos und deren Qualitäten. Die Teilnehmer haben sich Marken, Firmen und Organisationen rausgesucht und auf einen Tisch zusammen geworfen:

Pluspunkte gibt es für eine gute Argumentation für die Qualität des Zeichens

Ich habe mir die Zeichen der NASA und der Tour de France rausgesucht, da beide mit Formen arbeiten, die Referenzen darstellen. Nasa zeigt einen Orbit, das Weltall und ein bestimmtes Flugzeug in ihrem Siegel, die Tour de France hat einen Fahrradfahrer im Logo versteckt.

PDF mit Visualisierung und Erklärung der Zeichen:

Bekanntgabe der Marke: WELA

Mit der Bekanntgabe des Opfers unserer Redesigns beginnt auch die Recherche. Diese beinhaltet eine Analyse der konkurrierenden Produkte und einen Blick auf das bestehende Design der Verpackungen, des Webauftritts, etc.

Das zum Kurszeitraum aktuelle Design von Wela:

Skizzen und Ideen für Wela

Wellen, Banner, Sterne, bekannte Marken: Viele Möglichkeiten von existierenden und neuen Varianten habe ich an Wela getestet, lange ohne etwas wirklich tiefgründiges.

Zum Zeichen habe ich eine Menge Ideen und Skizzen zu Papier gebracht und noch mehr verworfen:

In einer ersten Umsetzung probiere ich Typographien aus und suche eine Schrift, die möglichst nah am Original ist.

Entwurfskizze

Danach geht es zwischenzeitlich an das Markenzeichen, mein erster Vorschlag ist, das „wela“ über einem Blatt zu positionieren, das an einen Löffel erinnern soll und die Kurven der Typographie wieder aufgreift. Thematisch bin ich bei Natürlichkeit und Frische, meiner Meinung nach wichtige Eigenschaften für eine Suppe.

Das Feedback spiegelt aber wider, dass ein grünes Blatt zu sehr nach „Bio“ aussieht und eine Tütensuppe keine Frische kommunizieren sollte, wenn sie ehrlich sein will.

Also ein anderer Ansatz.

Der erste Entwurf zum Zeichen für Wela:

Dazu kommt ein Entwurf für den Aufbau der Verpackung selbst.

Ich bin noch unzufrieden mit der Aufmachung insgesamt, versuche beim Entwurf aber simpel zu bleiben.

Feedback gibt's keins, also wird weiter dran gefeilt.

Als Ausdruck auf dem Tisch: Ein erster Vorschlag zur Anordnung:

Zwischenpräsentation

Die Zwischenpräsentation zeigt den aktuellen Stand der eigenen Arbeit und den Weg dorthin. Zu jeder Präsentation gibt es ein Feedback und mögliche Tipps.

Ich präsentiere eigentlich nichts, was ich gern präsentiert hätte,  bis hierhin habe ich mich schwergetan ein Zeichen und ein System zu finden, die sowohl mir, als auch dem Dozenten gefallen. 
Hinzu kommt, dass ich keine Idee für einen Aufhänger habe, nichts was ich so richtig gut finde. Skizzen und Gedanken habe ich zwar eine Menge, aber bis zu diesem Zeitpunkt war ich nur unzufrieden.

Die Anordnung ist noch sehr reduziert und das Stockfoto habe ich kurz vor der Abgabe entfernt; die entstanden, weiße Fläche nehme ich temporär in Kauf.

Das Feedback motiviert mich allerdings, eine andere Richtung zu versuchen: Ich schlage einen typographischen Ansatz vor und mir wird die Marke Kiehl's als Referenz vorgeschlagen.

Die Präsentation zum durchklicken:

Typographisch... ?

Inspiriert von Kiehl's entwerfe ich eine sehr saubere Verpackung für Tütensuppen. Im Nachhinein stelle ich mir die Frage ob Suppen eine derart reine Verpackung überhaupt haben sollten - zu Verwirrung würde das Design allemal führen.

Referenz Kiel's:

Das Design von Kiehl's ausgeliehen, überlege ich den Text dann wenigstens umso aufregender zu gestalten.
Seit einiger Zeit machen True Fruits das vorbildlich unterhaltsam und provokant vor:

Diese zwei Prinzipien mildere und vereine ich dann in meinem Entwurf.

Vorder- und Rückseite meiner reduzierten Entwürfe:

Das Zeichen

Zu lange von mir vernachlässigt, kümmere ich mich endlich um mein Zeichen. Passend dazu habe ich einen Ansatz gefunden, den ich umsetzen will: Welas Tradition.

„Seit 1925“ steht stolz auf der Website und bietet mir eine Grundlage, mit der ich argumentieren kann. Also mache ich mich auf die Suche nach der Herkunftsstadt und den Anfängen von Wela.

Kaltenkirchen ist der Entstehungsort, der heute Redesign-verdächtigen Marke und hat neben einem Wappen, welches ich auf das rechte obere Feld der Verpackung abbilde, auch so etwas wie ein Erkennungszeichen.

Werner Feldsien stellte vor ca. 30 Jahren sehr ikonische Straßenlaternen dort auf. Daraufhin wurden die knallgelben Leuchten das inoffizielle Merkmal der Ursprungsstadt von Wela. Die originalen Laternen sind unten auf einem Bild zu sehen.

Daraus leite ich die Form des finalen Wela-Logos ab und verleihe der Marke ein Zeichen, das seine Tradition widerspiegelt.

Wela Zeichen:

Straßenlaternen in Kaltenkirchen:

Qualität und Ansprachestrategie des Markenzeichens

Das Zeichen funktioniert durch den Fokus auf die Tradition von Wela - auf die man offensichtlich auch stolz ist.  Ich habe Versprechen im Bezug auf das Produkt vermieden und bin bei einem Argument gelandet, das unwiderlegbar stimmt. Die Tradition impliziert zwar ein gewisses Können, eben weil man ja schon so lange dabei ist, garantiert aber genau genommen nichts.

Dabei bleibt das Zeichen sehr einfach, ist gut erkennbar und kann gut verkleinert werden. Auch wenn die Referenz eher versteckt wurde, macht es umso mehr Spaß, als Wissender die angedeutete Form zu sehen.

Unterteilung in Flächen

Mein neuer und letzter Ansatz für die Verpackungen ist ebenso simpel wie interessant, ich unterteile die Seiten in farbige Vierecke.

Das Konzept stammt vom Marmeladenhersteller Zörbiger, der bei seinem Redesign schon mit Flächen gearbeitet hat.

Dadurch habe ich die Möglichkeit Inhalte voneinander abzuheben und eine Erwartungshaltung aufzubauen im Bezug auf die Produkte.

Schnell wird klar, dass unten links immer die Sorte zu sehen ist, wohin gegen die Allergiehinweise unten rechts zu lesen sind.

Das Feedback verweist auf die doch sehr gestreute Platzierung der „Tradition seit 1925“ und der Allergiehinweise, woraufhin ich für meine Abgabe die Informationen balle.

Abgabe

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Matthias Beyrow

Zugehöriger Workspace

Vom Zeichen zur Marke

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2019 / 2020