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Werkstattfilm: Lichtbogen- & Gasschweißen

Werkstattfilm: Lichtbogen- & Gasschweißen

Im Kurs „Audio-/Video-Labor: Einführung in das audio-visuelle Arbeiten“ wurden uns Arbeitsabläufe der Video-Aufzeichnung, -Schnitt, und -Postproduktion vorgestellt.

Als Abschlussprojekt haben wir in Zusammenarbeit mit Audio-/Videowerkstattleiter Jan und Werkstattleiterin Anne einen Film zum Arbeitsschutz in der Schweißwerkstatt gedreht.

Vorbereitung

Während des Semesters wurde uns zunächst anhand von Vorlesungen und ein paar praktischen Übungen grundlegendes Wissen zur Filmausrüstung, Technik, Video- und Soundaufnahme, sowie ihrer Bearbeitung vermittelt. Dann haben wir Gruppen gebildet und jede Gruppe hat sich einer Werkstatt bzw. einem Gerät gewidmet, zu dem es noch keinen Arbeitsschutzfilm gab. Zu dritt haben wir uns für die Schweißwerkstatt entschieden. Als Ausgangspunkt bekamen alle Gruppen ein Skript mit Information zu den Geräten von Anne.

Planung

Damit es zur detaillierten Ausarbeitung eines Storyboards kommen konnte, haben wir uns mit dem räumlichen Aufbau und gegebenen Lichtverhältnissen der Werkstatt vertraut gemacht. Da wir alle drei noch nie geschweißt haben, fiel es uns zunächst gar nicht so leicht, die Szenen realistisch zu skizzieren und den genauen Ablauf zu planen.

Storyboard

Nach zwei Treffen mit Anne, bei denen wir in der Werkstatt Fotos machen konnten, war es uns schließlich aber doch möglich, ein Storyboard auszuarbeiten.

Rollenverteilung

Wir haben uns allesamt aus unseren Komfortzonen raus bewegt und sind in eine Rolle geschlüpft, in der wir vorher noch nie waren. Jede_r hat sich mit seinem Equipment vertraut gemacht und es hat super geklappt! Natürlich haben wir uns auch gegenseitig unterstützt und bekamen auch Hilfe von Jan, wenn wir sie benötigten.

Regie - Micha aka „Reggi“

Licht & 2. Kamera - Vicky (the Allrounder)

1. Kamera - Kata („das ist der Million Dollar Shot“)

Ton - Ahmad, Helfer in der Not

Marta 1 - Marta, das Naturtalent

Marta 2 - Anne („Call Anne!“)

Marta 3 - Andreas, unser Held

Synchronsprecher: Daniel aka „The Voice“

Testdreh (30.01.20)

Am 30.01. haben wir uns um 13 Uhr getroffen und sind noch einmal das Storyboard durchgegangen. Dann haben wir alles in der Werkstatt aufgebaut und um 14:30 Uhr angefangen zu drehen. Es war auf jeden Fall sehr hilfreich einmal alles testweise mit Marta durchzugehen. Um 19 Uhr waren wir fertig und haben guten Gewissens abgebaut. Ready for the real deal!

Dreh (05.02.20)

Am 05.02. haben unsere Wecker viel zu früh geklingelt! Um 8 standen wir in Potsdam auf der Matte und haben noch etwas verschlafen aber frohen Mutes aufgebaut. Anne hat uns mit Kaffe versorgt und Ahmad mit Bananenchips. Als erstes haben wir die Szenen mit den allgemeinen Hinweisen gedreht, damit Marta erstmal „warm werden“ konnte. Dann kam das Schweißen dran. Dort hatte Marta Unterstützung von Anne und auch von Andreas, der spontan als Stuntman einsprang. Das Schweißen war für uns alle ein besonderer Moment und wir haben gespannt durch unsere Schutzvisiere geschaut und aufgepasst, dass die Kameras und das andere Equipment keine Funken abbekamen. Zu guter letzt kamen die „Sprechszenen“ von Marta. Nach 14 Stunden drehen konnten wir total k.o., aber sehr zufrieden abbauen und den Heimweg antreten. What a day.

Schwierigkeiten

Die erste Schwierigkeit bestand, wie schon gesagt, darin, dass wir als Filmteam erstmal keine Ahnung vom Schweißen hatten. Wir mussten uns erstmal ins Thema einarbeiten, viele Fragen stellen und uns ein Bild vom Prozess machen, bevor wir das Storyboard ausarbeiten konnten.

Wir hatten außerdem den Anspruch an uns selber, dass das Video kein langweiliger, trockener Arbeitsschutzfilm, sondern ein lockeres Anleitungsvideo werden sollte, das alles Wichtige vermittelt und dabei noch Spaß und Lust auf Schweißen macht. Wir hatten viele Ideen für „Humormomente“ (wie Reggi sie nannte), mussten dabei aber stets aufpassen, dass diese nicht überwiegen und dass es in erster Linie ein informativer, verständlicher Film wird.

Schwierig war es auch, das ganze Equipment und dazu noch alle beteiligten Personen in der winzigen Schweißwerkstatt unterzubringen. Es war kuschlig!

Bei den Ton-Aufnahmen hatten wir oft mit Lärm von draußen zu kämpfen, vor allem mit den Tram-Geräuschen.

Postproduktion Teil I

Zum ersten Screening nur eine Woche nach dem letzten “Action” stand auch schon der Rohschnitt.

Insgesamt 48 GB Bild- und einige Stunden Tonmaterial hatten gesichtet, sortiert und umbenannt werden müssen. Was eine Fleißarbeit! Besonders bei der Benennung war man gut beraten, sich vorher Gedanken gemacht zu haben, um beim Bild- und Ton-Matching nicht komplett den Überblick zu verlieren.

Screening 1 (12.02.20)

Das Ergebnis ließ sich sehen: 16 Seiten Skript zu Anfang übersetzen sich in knapp neun Minuten geballte Bewegtbild-Power. Doch so stolz wir auch auf unser Ergebnis waren, so ernüchternd fiel gleichzeitig das Feedback aus: Gerade in die am Tagesende gedrehten On-Szenen mit Marta hatten sich einige Fehler eingeschlichen: Ein falsch ausgerichtetes Mikro, eine für Marta unvorteilhaft ausgerichtete Kamera in der Halbnahen; und auch die Schweißszenen hielten Annes hohen (Sicherheits-) Ansprüchen nicht stand: Die Schweißnähte sollten cleaner, die Werkstücke sleeker und die Arbeitsvorgänge korrekter dargestellt werden.

Doch auch wir waren längst nicht fertig. In einem anderen Kurs waren wir auf “The Voice”, Daniel, gestoßen und zum Stichwort “Humormoment” war unser brillanter Plan, Martas Stimme mit seiner zu dubben. Man traf sich also zu weiteren Tonaufnahmen in der Schweißwerkstatt.

Screening 2 (19.02.20)

Nach dem Feedback des zweiten Screenings eine weitere Woche später, mussten wir diese Idee allerdings fallen lassen. Der Arbeitsfilm war in sich schon so kompakt und an jeder Ecke voll mit auditiven und visuellen Eindrücken, da war das Voice-Over einfach too much. Definitiv aber war es fein die Idee verfolgt und umgesetzt zu haben!

Nach dem zweiten Screening, bei dem sich nicht alle Kritik ausbügeln ließ, wurde schnell klar, dass nachgedreht werden müsste. Wir einigten uns auf einen Termin zu Anfang des Sommersemesters direkt im April.

Doch dann kam Corona.

Und aus April wurde August.

Zwischendurch (irgendwann im Juli und August 2020)

Erst einmal musste ein neuer Termin gefunden werden. Nicht ganz einfach mit acht Leuten und mitten in den Semesterferien. Natürlich klappte es aber doch und auch Marta, nach erfolgreich bestandenem Bachelor mittlerweile voll im Berufsleben unterwegs, war auch wieder am Start. Gott sei Dank!

Corona-geschult bereiteten wir uns in Zoom Meetings auf den Nachdreh vor, änderten in einigem hin und her das Skript bis es final abgenickt wurde, erstellten einen minutengenauen Tagesablauf (On- und Off-Szenen mit Marta first!), teilten konkret die Aufgaben auf und dachten immer und immer wieder an die Continuity (gerade auch mit Blick auf Aussehen und Styling von Marta und Andreas und sowieso den ganzen schweißtechnischen Abläufen).

Vorbereitung (12.08.20)

Herausfordernd war, die Szenerie von Februar weiterzuführen. Konkret bedeutete dies, dass wir winterliche Lichtverhältnisse (=Dunkelheit) im Sommer brauchten. Bahnen von Molton vor den Fenstern brachten das gewünschte Ergebnis.

Allgemein waren die Vorbereitungstermine vor dem eigentlichen Drehtag immer sehr hilfreich, weil einem vor Ort meist noch etwas einfiel, was in der Vorbesprechung vergessen worden war und auch weil es schlicht kein zu unterschätzender Zeitfaktor ist, das Equipment anzuschleppen, aufzubauen und anzutesten (Akkus, SD-Karten, check check check).

Nachdreh (13.08.20)

Um 10.00 Uhr starteten wir in den Nachdreh, die Teamkonstellation hatte sich leicht geändert, nicht aber der Flow;)
Gefühlt entspannter als noch beim ersten Dreh ging’s los:
Wir wussten was uns von der Technik und vom Ablauf erwartete, auf was wir zu achten hatten und wie viel Kaffee angebracht war, um den anderen nicht auf den Keks zu gehen. Wie auch beim ersten Mal blieben wir kommunikativ ständig in Kontakt, halfen einander und hatten mit Jan, Anne und Andreas bis zum Schluss dankbare Hilfestellung bei Fragen.

In seiner Intensität stand der zweite Dreh dem ersten allerdings in nichts nach:
Knackige 31°C Außentemperatur, hübsche Mund-Nasen-Masken und ausgeschaltete Lüftung (Audio), nach 10 Stunden waren wir echt durch. Und endlich durch!

Postproduktion Teil II & Screening 1 (27.08.20)

Zwei Wochen Zeit hatten wir dieses Mal für das Editing und wie auch beim ersten Mal drehte Reggi voll auf. Mehr noch. Zum ersten Screening präsentierte er eine Version des neuen, vormals 75 GB schweren Materials (Slo-Mos), die alle ziemlich zufrieden nicken ließ.

Wie man den rohen Zustand überspringt, erfahrt ihr im Folgenden in “Reggi’s Top-Four Editing Tips”:
1. Investiert Zeit in die Ausarbeitung des Skriptes. Ein genauer Fahrplan vereinfacht das Editing.
2. Organisation während der Materialsichtung ist key, um nicht den Überblick zu verlieren.
3. Manchmal hilft es Audios aus verschiedenen Dateien ineinander zu schneiden, um eine flüssige Tonspur ohne übermäßige Pausen zu generieren:
“Es kam nicht oft vor, dass ich eine Audiodatei auseinander schneiden musste. Wenn doch, war es teils frustrierend aber mir gefiel die Challenge”
4. Im besten Fall arbeitet man beim Schnitt mit zwei Monitoren, da das Schnittfenster auf dem Laptop begrenzt ist. So lässt sich Verrutschen oder Kopieren von Video- oder Audiospuren in falsche Spuren vermeiden.

;)

Screening 2 (16.09.20)

It’s a wrap! Almost.
Ein halbes Jahr nach Dreh- und fast ein Jahr nach Kursbeginn geht das Projekt Schweißwerkstattfilm in die letzten Details. Allerletzte feine Stolperer wurden via Zoom besprochen. Den Final Cut übernimmt nun Gesine.

Endergebnis (Stand 17.09.20)

Fachgruppe

Werkstattpraxis

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Dipl. Des. Anne Boenisch Jan Schütze

Zugehöriger Workspace

Audio-/Videowerkstatt: Einführung in das audio-visuelle Arbeiten »№9 – Filme zum Arbeitsschutz in der Modellbauwerkstatt III«

Entstehungszeitraum

WiSe 19 / 20 – SoSe 20