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SPÄTI – Kennzeichen für einen Ladentypus

SPÄTI – Kennzeichen für einen Ladentypus

Konzeption und Konstruktion eines universellen Kennzeichens für den Ladentypus der Spätverkaufsstellen.

Ein Spätkauf, Spätverkauf oder auch umgangssprachlich Späti, ist ein ostdeutscher Begriff für einen Einkaufsladen, welcher außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten geöffnet hat. In der damaligen DDR wurden Spätverkaufsstellen vor allem als Versorgungsquelle für Schichtarbeiter und Schichtarbeiterinnen genutzt. Heute ist der Späti Supermarkt, Bäckerei, Poststelle sowie Treffpunkt in einem und ein fester Bestandteil der Berliner Kiezkultur.

01 ZIEL

Ziel meines Konzeptes ist es, mit Hilfe eines Schildes den Spätkauf als Unikum zu erhalten und die Individualität der Ladengestaltung nicht einzuschränken. Vielmehr werden die farbenreichen Reklame- und Leuchtschilder, das vielschichtige Sortiment sowie die persönliche Note der Inhaber und Inhaberinnen, als Erkennungsmerkmal genutzt. Denn durch diese Eigenheiten hat der Späti Kultstatus und ist aus der Berliner Kiezkultur nicht mehr wegzudenken. 


02 KONZEPT

Mein Konzept verknüpft Individualität mit einem einheitlichen System. Es wird den Spätverkäufen die Freiheit der eigenen Gestaltung ermöglicht, während ein einheitliches Schild die sofortige Erkennbarkeit fördert.

Aber wie kann sich ein Schild im farbenreichen Reklamedschungel der Spätis behaupten und für die Kundschaft sofort sichtbar sein?

Die Lösung ist Reduktion und Bewegung.
Deshalb habe ich mich für ein Schild aus zwei kreisförmigen, weißen LED-Leuchten, welche abwechselnd blinken, entschieden.

Reduktion der Leuchtfarbe auf weiß, um einen Kontrast gegenüber der farbenfrohen Ladengestaltung zu erzeugen. Da die Funktion von Spätis vor allem in der Nacht eine große Rolle spielt, bietet weiß als hellste Leuchtkraft, eine hohe Auffälligkeit.

Die Bewegung der abwechselnd blinkenden Leuchten, verstärkt die Auffälligkeit. Die Kreisform des Schildes ist von den typischen Ä-Punkten im Wort Späti abgeleitet und lehnt sich in seinem Aussehen an ein Zwei-Phasen-Ampelsystem an. Dadurch verstehen Kunden, unabhängig der Herkunft, dass es sich um ein Lichtsignal handelt.
Die Kreisform bildet außerdem einen Kontrast zu den rechteckigen Reklameschildern und fördert somit die Wahrnehmung des Schildes. Durch die Einfachheit der Kennzeichnung wird das Aussehen des Ladentypus Späti schnell gelernt.

03 ANWENDUNG

Damit für jeden Inhaber und jede Inhaberin die Möglichkeit besteht das Konzept anzuwenden, ist mein Entwurf kostengünstig gehalten. Das Schild besteht aus zwei weißen LED-Leuchten in einem Leuchttransparent. Diese haben einen geringen Energieverbrauch, sind witterungsbeständig und garantieren dadurch eine lange Haltbarkeit.

Weiterhin muss die einheitliche Kennzeichnung für jeden Spätverkauf universell anwendbar sein. Dafür werden vier Anwendungsmöglichkeiten der Schilder zur Verfügung gestellt. 
Das unterstreicht noch einmal den Individualitätsgedanken des Konzeptes. Grundsätzlich gilt, je mehr Schilder, desto höher die Aufmerksamkeit. Sobald der Späti geöffnet hat, blinken die runden LED-Leuchten abwechselnd auf.


04 FAZIT

Wir alle kennen die typischen Berliner Spätis und mögen die kleinen, bunten und vollgestopften Läden so wie sie sind. Deshalb fand ich das Thema, ein Corporate Design für Spätis, sehr spannend. Für mich war klar, dass ich die Einzigartigkeit der Spätverkäufe nicht zerstören möchte. Deshalb war der Grad zwischen Einheitlichkeit und Individualität sehr herausfordernd für mich. 
Der Kurs hatte eine sehr gute Dynamik und es gab ehrliche sowie kritische Diskussionsrunden bei denen ich viel gelernt habe. Die Einzelgespräche waren sehr hilfreich und die vielen Fragezeichen in meinem Kopf konnten schnell beseitigt werden.
Ich habe viel probiert, verworfen, überlegt und war mir immer unsicher, ob ich zu viel oder zu wenig gestalte. Diese Unsicherheit hatte ich bis zum Schluss. Vielleicht wäre es interessant zu sehen, wie die unterschiedlichen Späti Inhaber und Inhaberinnen auf das Konzept reagieren und ob es angenommen werden würde.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Hauptstudium

Betreuung

Prof. Matthias Beyrow

Zugehöriger Workspace

SPÆTI – Kennzeichen für einen Ladentypus

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2018 / 2019

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