Incom ist die Kommunikations-Plattform der Fachhochschule Potsdam

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10 Lücken

Wenn man im Internet nach bekannten Designern sucht, werden einem zuerst nur männliche Designer angezeigt. Bei genauerem Hinsehen findet man Designerinnen wie Eileen Gray oder im Schatten stehende Frauen wie Ray Eames.
Das kann doch aber nicht alles gewesen sein?!
Im Kurs „Designerinnen“ beschäftigten wir uns mit noch unbekannten oder vergessenen Frauen in der Designgeschichte.

1. EINFÜHRUNG

Um in das Thema „Frauen im Design“ einzusteigen, sollte jeder eine für sich bereits bekannte Designerin dem Kurs vorstellen.
Zusätzliche spannende Vorträge von zum Beispiel notamuse, Dr. Julia Meer, Peggy Seelenmeyer, Anja Neidhardt, Prof. Dr. Susanne Freund, brachten uns in einen Redefluss, der im Kurs viele spannende Themen und Ansichten aufbrachte.
Fest stand nun, dass jeder Biografien verfassen wird und es mindestens eine Publikation geben wird.
Um weiter zu kommen, sollte jeder 5 Designerinnen heraussuchen, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdienen, und sie in einer kurzen Präsentation vorstellen. Wir sammelten ca 50 bewundernswerte Designerinnen.

Liste der Designerinnen

1791-1863 Marie Ellenrieder
14.04.1874 Margarete Junge
21.02.1875 Else Oppler-Legband
25.12.1875 Getrud Kleinhempel
18.09.1877 Mathilde Ade
1882 Margarethe Freytag-Just
16.06.1885 Lilly Reich
21.11.1890 Jeanne Mammen
1891 Helene Nonné-Schmidt
20.11.1897 Germaine Krull
02.06.1899 Lotte Reiniger
02.09.1901 Else Meidner
21.11.1901 Franziska Baruch
10.10.1903 Elizabeth Friedländer
09.05.1904 Grete Stern
26.08.1904 Helene Haeusler
16.12.1905 Elisabeth Hase
23.03.1906 Lea Grundig
20.05.1906 Ellen (Rosenberg) Auerbach
19.12.1908 Gisèle Freund
20.11.1909 Marianne Breslauer
21.11.1912 Elisabeth von Janota Bzowski
12.09.1914 Lilo Rasch-Naegele
09.12.1915 Ilse Decho
01.01.1917 Lucienne Day
04.05.1920 Elizabeth Shaw
14.12.1920 Ingeborg Meyer-Rey
29.01.1923 Walde Huth
25.05.1923 Margarete Jahny
11.07.1928 Nelly Rudin
1932 Christa Petroff-Bohne
03.12.1935 Isolde Monson-Baumgart
27.07.1936 Beate Mainka-Jellinghaus
1937 Rosmarie Tissi
12.01.1938 Monika Schindler
??.??.???? Jutta Neumann
08.04.1941 Vivienne Isabel Westwood
23.03.1943 Claudia von Alemann
19.04.1944 Ingela Håkansson
1945 Beate Passow
21.07.1948 Christine Perthen
26.08.1948 Rotraut Susanne Berner
21.09.1949 Anna Franziska Schwarzbach
14.02.1952 Marlies Ameling
17.07 1954 Ellen Mäder-Gutz
09.01.1955 Jutta Bauer
1954 Sabine Wilharm
1960 Elke Pollak
1963 Anke Feuchtenberger
1964 Jacky Gleich
1967 Uli Lust
1970 Julia Hasting
1890-1966 Frieda Riess
1900-1942 Else Ernestine Neuländer-Simon,
Pseudonym: Yva
1889-1978 Hannah Hösch
1958- Uta Barth
1982 Elisa Strozyk

2. THEORETISCHER TEIL

Damit wir zeitlich alles hinbekommen, mussten wir unsere Auswahl beschränken. Jeder sollte zwei Kurzbiografien verfassen und ausgewählt wurden nur Designerinnen aus Deutschland oder einem deutschsprachigem Raum. Um eine Abwechslung zu erzeugen, wählte jeder eine Designerin aus der Vergangenheit und eine aus der Gegenwart.
Meine Auswahl viel auf Germaine Krull (einer deutsch, niederländischen Fotografin, Kriegskorrespondentin und Hotelmanagerin), als auch auf Elisa Strozyk (Textil und Möbeldesignerin).

3. GRAFISCHER TEIL

Geplant war zu beginn eine Publikation in Form eines Buches herauszubringen.
Relativ zum Beginn sollten wir uns eine Layoutgestaltung überlegen und präsentieren.
Das Überthema „Wir feiern Designerinnen“ wurde gefunden.
Weitergehend wurde überlegt, auf welche Art und Weise man noch das Thema verbreiten könnte.

3.1 ENTWICKLUNGSPHASE

Erste Idee: Layoutgestaltung

Zweite Idee: Sticker und Plakatgestaltung

Wir teilten uns nun in Gruppen auf, die jeweils unterschiedliche Herangehensweisen für die Publikationen im Sinn hatten. Ich war mit in der „Illustrations- / Stickergruppe“.

Meine Idee war es von jeder Designerin eine charakteristisch passende Illustration anzufertigen, die dann als Sticker verteilt werden. Auf den Stickern wäre eine Art Farbcodierung vorzufinden, die den Job der Designerin beschreibt (Fotografin, Illustratorin, Möbeldesignerin...)

Von den neuen Datenschutzrichtlinien haben wir im Unterricht entnommen, dass es beim wissenschaftlichen Arbeiten erlaubt ist 15% von einem Bild oder Werk eines anderen zu verwenden und zu veröffentlichen.
Dadurch kam ich auf die Idee eine Plakatreihe zu gestalten, die jeweils diese 15% einer ausgewählten Arbeit von den Designerinnen zeigt. Oder aber man zeigt 15% der oben gezeigten Illustrations - Porträts, um eine gewisse Neugier zu erzeugen.

Zweite Idee: überarbeitet

Die Idee mit den illustrativen Porträts umzusetzen, wäre zeitlich leider nicht möglich gewesen, weshalb ich sie verwarf.
Die Aussage „Wer steckt dahinter?“, welche auf den Plakaten zu erkennen war, war zu einfältig und musste geändert werden.

In einem anderen Kurs wurde uns das Buch „Let us now praise famous men“ vorgestellt, wodurch mir die Idee kam Titel von bekannten Fotografie - oder Designbüchern zum positiven der Frauen umzuändern und für meine Plakatreihe zu verwenden.
Die Idee mit den 15% stand nach wie vor.

Beispiele der umgewandelten Titel & Sprüche:

Hallo ich bin Frau
(hallo ich bin Erik - Erik Spiekermann 2014)

Von vertuschten Designerinnen lernen
(von bekannten Designern lernen)

50 Designerinnen, die man kennen sollte
(50 Designer, die man kennen sollte)

So viel Design wie möglich
(so wenig Design wie möglich - Dieter Rams)

Leben und Werke
( Leben und Werk - Eileen Gray)

Room D311
(Room 606 - Michael Sheridan)

Beware talented women
(beware Wet Paint - Alan Fletcher)

Super abnormal
(super normal - Jasper Morrison Naoto Fukasawa)

Andere:

Frauhaus Archiv
(Bauhaus Archiv)

Mehr ist mehr
(weniger ist mehr - Mies van der Rohe)

The world without design is just eh
(the world without art is just eh)

Dritte Idee: Analyse von Desingbüchern der FHP-Bibliothek

Breites zu Beginn des Kurses sprachen wir über das Problem, dass kaum oder keine Frauen in den Designgeschichtebüchern auftauchen. Durch meine Titelumwandlungen kamen wir bei der Besprechung mit Prof. Morlock zurück auf das Thema.
Ich beschloss meine vorherige Idee mit den 15% fallen zu lassen und mich die letzten zwei Wochen einer neuen zu widmen. Zumal nicht einmal klar war, ob das Verwenden der erlaubten 15% von externen Bilden überhaupt korrekt aufgefasst wurde.

Für meine neue Idee ging ich in die FHP - Bibliothek. Ich wollte nachsehen, wie viele Frauen in den uns gestellten Designbüchern zu finden sind.
Um eine Auswahl treffen zu können, habe ich mir am PC das Register der gesamten Designbüchern angeschaut und per Zufallsprinzip 10 der 125 Bücher herausgepickt

Ergebnis:

100 Designs 100 Years: 1 Frau - 110 Männer
Design & Alltagskulturen - zwischen Konsum & Konflikt: 21 Frauen - 188 Männer
Design: 9 Frauen - 97 Männer
Designklassiker: 2 Frauen - 24 Männer
Die Modernen Klassiker: 17 Frauen - 190 Männer
50 Jahre italienisches & deutsches Design: 23 Frauen - 190 Männer
Designpioniere: 4 Frauen - 123 Männer
Avantgarde Design: 7 Frauen - 81 Männer
Grafikdesign in Deutschland: 14 Frauen - 106 Männer
Grafik Design - von der Wiener Moderne bis heute: 42 Frauen - 113 Männer

Zu diesen Ergebnissen habe ich ein kleines Heft und eine Plakatreihe gestaltet. In der Broschüre ist zu jedem Buch ein kleiner Kommentar von mir und eine Grafik zu entnehmen ist. Diese Grafik stellt die Rate der Frauen in den Designbücher anhand von einer roten Fläche dar. Sie zeigt die ungefähre prozentuelle Menge an Frauen an, die in den Büchern zu finden sind. Der Weißraum im Hintergrund stellt den Anteil an Männern dar.
Um den Designerinnen ihre verdiente Anerkennung zu geben, habe ich sie in der Grafik namentlich aufgelistet.
Die Namen, die in mehreren Büchern auftauchen, habe ich in einem dunklen Grünton dargestellt.

REFLEXION

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kommunikationsdesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Hauptstudium

Betreuung

Prof. Franziska Morlok Prof. Marion Godau

Zugehöriger Workspace

Designerinnen – Eine Publikation.

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2018

Keywords