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Selbstmarketing mit Instagram

Maximaler Reichweitenaufbau in 128 Tagen

Einleitung

Instagram ist das neue Facebook – zumindest wenn es um die jüngere Zielgruppe geht. Auf der Social Media Plattform werden täglich über 95 Millionen Fotos und Videos hochgeladen. Von Nutzern, Influencern und immer mehr Unternehmen und Marken.

Aus Sicht des Marketings stellt sich die Frage, mit welchen Kommunikationsstrategien auf Instagram gezielt Reichweite aufgebaut werden kann?

Hintergrund

Instagram ist gemeinsam mit Facebook oder Twitter eines der größten sozialen Netzwerke weltweit. Im Fokus stehen bei Instagram Bilder und kurze Videos, die mit Hashtags (#) versehen werden, über die Bilder dann auch für Nicht-Abonnenten auffindbar sind.

Das Potential von Instagram liegt im „Visual Storytelling“. Daher lässt sich im Kontext von Instagram auch von Visual Corporate Storytelling oder von Branded Storytelling sprechen. Im Ergebnis erreichen Marken und Unternehmen auf Instagram über Fotos und Instagram Videos Aufmerksamkeit.
Im Vergleich zu Facebook liegt derzeit ein entscheidender Vorteil der Plattform darin, dass Nutzer wesentlich häufiger mit Inhalten interagieren. Wie in allen sozialen Netzwerken erfolgt die Nutzung in einem zentralen News Feed, also der Startseite von Instagram: Hier werden dem Nutzer alle Fotos aus den Profilen eingespielt, denen er folgt.

In 2017 nutzen 15 Mio. Menschen Instagram in Deutschland. Damit schlägt Instagram eine Prognose von eMarketer, welche von 11 Mio. aktiven Instagram Nutzern in Deutschland in 2017 ausgeht. Weltweit liegen die Instagram Nutzerzahlen im September 2017 bei 800 Mio. monatlich aktiven Nutzern. Täglich verwenden über 500 Mio. Menschen Instagram, von denen 80 % auch mindestens einem Unternehmen folgen. Ein weiteren Fakt der bestätigt, welche Relevanz das Instagram Marketing mittlerweile hat.

Projektziel

Das Ziel des Projekts bestand darin, innerhalb von 128 Tagen für ein Profil der Fitnessbranche maximale Reichweite bei Instagram aufzubauen. Mein Hauptmotiv bestand im exponentiellen Kanalwachstum. Jede Woche sollte die Anzahl meiner Follower um 2% gesteigert werden. Der Bearbeitungszeitraum ist vom 4. Okt. 2017 bis 9. Feb. 2018 im Wintersemester 17/18.

Analyse der Erfolgsmessung

Der Reichweitenaufbau wird in zwei Bereiche unterteilt. Einmal geht es um den Aufbau von Followern, zum Anderen um die Generierung von Interaktionen wie Likes und Kommentaren. Alle Werte werden an KPIs (Key Performance Indicators) gespiegelt und dienen der Erfolgsmessung.

Folgende KPIs sind für das Selbstmarketing bei Instagram relevant:
- Impressionen: Unter „Impressionen“ versteht Instagram, wie oft der Beitrag von Nutzern gesehen wurde – egal ob es sich um Follower handelt oder um User, die auf anderen Wegen zu dem Beitrag gelangt sind. Auch wenn Nutzer den Post mehrmals sehen, wird dies vom System zu den Impressionen gezählt.
- Reichweite: Bei der Reichweite sind mehrfache Impressionen durch den gleichen Nutzer herausgerechnet. Somit wird durch diesen KPI sichtbar, wie viele Menschen Sie tatsächlich mit einem Beitrag erreicht haben.
- Engagement: Interaktionen mit Beiträgen sind ein wichtiger Erfolgsmesser. Hinterlassen Nutzer Likes und Kommentare, ist dies ein gutes Zeichen, dass die Strategie aufgeht. Des Öfteren wird auch eine Engagement-Rate berechnet. Diese gibt an, wie stark Ihre Follower mit einem Beitrag interagieren. Man berechnet die Rate, indem die gesammelten Interaktionen durch die Zahl der Follower geteilt werden.
- Kanalwachstum: Unabhängig vom Erfolg einzelner Posts ist es interessant, das Wachstum des Instagram-Accounts zu beobachten. So kann man frühzeitig bemerken, wenn die Follower-Zahlen nicht mehr zunehmen oder gar sinken.
- Click-Through-Rate: In bezahlten Werbeanzeigen können Unternehmen bei Instagram Links auf der eigenen Website platzieren. Die Anzahl der Website-Klicks zeigt an, wie überzeugend der Beitrag war.
- Hashtag-Verwendung: Ähnlich wie bei Twitter erhöht man die Reichweite bei Instagram zu einem Großteil über den richtigen Einsatz von Hashtags. Dafür ist es von Bedeutung, die Verwendung dieser Hashtags zu tracken. Ohne den Einsatz von Hashtags haben es kleinere Profile ohne große Gefolgschaft sehr schwer, ihre gewünschte Zielgruppe zu erreichen.

Mit einem Instagram-Business-Account, hat man automatisch Zugriff auf die integrierten Instagram-Statistiken. Zur Verfügung stehen unterschiedliche Daten. Zum einen grundlegende demografische Informationen zu den Nutzern: Alter, Geschlechterverteilung, Herkunft bzw. Standort. Zum anderen erhält man Informationen über Impressionen, Reichweite, Profilaufrufen und der beliebtesten Beiträge. Auch zahlreiche Drittanbieter bieten spezielle Instagram-Analyse-Tools mit integrierter Hashtag Analyse, Beitrags Planung oder Kampagnen tracking an.

Bedeutung von Hashtags

Ein Hashtag ist ein Stichwort, das durch das Rauten-Symbol # vom übrigen Text abgehoben wird. Durch Hashtags wird dem Post eine thematische Zuweisung gegeben.
Die Recherche von Hashtags dient neben der Sichtbarkeit, auch der Wettbewerbsanalyse. Derartige Analysen helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie aktiv ein Themengebiet ist und welche Hashtags die Nische verwendet. Die Instagram App selber kann einem bei der manuellen Recherche helfen, relevante Hashtags zu finden. Öfters schlägt Instagram bei Hashtags selber fünf andere Variationen vor, die hilfreich sein könnten. Um sich die manuelle Recherche von Hashtags zu ersparen, können auch verschiedene externe Hashtag-Tools verwenden werden.

Arbeitsprozess

Meine Vorgehensweise hat sich stark an dem »Lean Start Up« Ansatz (von Eric Ries) orientiert. Zentrale Elemente der Strategie waren die Analyse der KPIs zur Erfolgsüberprüfung, welche mit einer Tabelle dokumentiert worden sind. Zur Planung habe ich mir Wochen- und Monatsziele gesteckt.

Das Projekt ist mit einer Woche Recherche gestartet. Auf dieser Grundlage habe ich dann Ziele für die erste Woche definiert und den ersten Beitrag veröffentlicht. Der weitere Arbeitsprozess erstreckte sich dann in iterativen Schleifen. Jeden Sonntag erfolgte eine Überprüfung der am Montag gesteckten Wochenziele. Zudem habe ich die Daten des Kanalwachstums und Engagements (wie Likes und Kommentare) analysiert und mit den Werten der vorherigen Woche verglichen. Diese Vorgehensweise diente der Erfolgsüberprüfung. Auf dieser Basis habe ich meine Strategie für die neue Woche angepasst. Nach demselben Prinzip wurde mit den Monatszielen gearbeitet. Folglich haben die Ziele dem freien Prinzip »Learning by Doing« eine feste Struktur gegeben, Reflexion und exponentielles Wachstum ermöglicht.

Inhaltliche Arbeit

Die inhaltliche Arbeit für meinen Reichweitenaufbau bestand aus den drei Säulen Recherche, Produktion und Netzwerken.

Recherche

Die Recherche bestand aus dem Lesen von Artikeln und Hören von Podcasts. Darüber Hinaus habe ich online Hashtags Tools zur Analyse gebraucht.

Zu Beginn meiner Arbeit habe ich zahlreiche Artikel über das Instagram Marketing gelesen. Wodurch ich immer die wichtigsten Grundlagenkenntnisse angeeignet habe. Da der Algorithmus der Plattform regelmäßig verändert wird, habe ich besonders nach aktuellen Informationen über Trends und Updates gesucht.

Die relevantesten Erkenntnisse für meine Ausgangssituation waren:

Profil
- Nutze ein aussagekräftig Profilfoto
- Wähle einen eindeutigen Namen
- Mache in der Biographie deutlich, was andere Nutzer auf dem Profil erwartet

Hashtags
- Nutze beschreibende Hashtags
- Verwende lokale Hashtags
- Überprüfe, wie oft ein Hashtag genutzt wird

Beiträge
- Bleib bei deinem Thema
- Variiere deine Fotos
- Poste qualitative Fotos
- Poste regelmäßig

Interaktion
- Kommentiere und like Beiträge deiner Zielgruppe
- Folge anderen Accounts
- Arbeite mit anderen Nutzern zusammen

In der Community hat sich die ungeschriebene 5-3-1 Regel etabliert, die besagt, dass man einen neuen Follower gewinnt, wenn man fünf seiner Beiträge liked und zudem
drei kommentiert hat. Die Studie »Instagram 2015 Study« von Iconosquare ergab, dass sich 65% der Instagrammer geschmeichelt fühlen, sobald ein Unternehmen ihre Beiträge liked oder gar kommentiert.

Darüberhinaus habe ich täglich verschiedene online Marketing Podcasts gehört. Die besten Informationen konnte ich im »Influencer« Podcast von Julie Solomon finden.
Das Thema des Podcasts sind Trends und Strategien im Influencer Marketing. Die Interview Gäste berichten dabei über Erfahrungen und beruflichen Entwicklungen als öffentliche Person in den Sozialen Medien.

Grundlegend habe ich durch die Gespräche gelernt, dass authentische Inhalte und persönliche Interaktion entscheidend für den Erfolg auf der Plattform sind.

Besonders aufschlussreich war für mich der Erfahrungsbericht von Jennifer Puno. Aus ihrer Sicht macht man wesentlich mehr neue Nutzer auf sich aufmerksam, indem man viele Bilder inhaltlich wertschätzend kommentiert, als selbst zahlreiche Fotos am Tag zu Posten. Mit einem persönlichen Kommentar schaffe man Sympathie und weckt das notwendige Interesse, das eigene Profil zu besuchen. Im Gegenzug wird er einem Likes und Kommentare hinterlassen. Entspricht ihm der Fotostream und der Profilinhalt seinen Interessen, entscheidet er sich im besten Fall auch dazu einem zu folgen.

Ein weiterer Interview Gast, Ellen Yin, hat mich dagegen im Storytelling inspiriert. In den ersten Wochen habe ich mich inhaltlich an ihrem Instagram Fitness Profil orientiert. Für mein eigenes Konzept habe ich ihre Mischung von persönlichen Geschichten aus dem Alltag, informativen Beiträgen sowie motivierenden Zitaten übernommen. Auch hat mir die visuelle Komposition ihres Fotostreams dabei geholfen, eine interessante Aneinanderreihung meiner eigenen Bilder zu finden.

Hashtag Analyse

Ein großer Teil der Recherchearbeit bestand zudem aus der Analyse und der Organisation von Hashtags. Um an relevante Begriffe zu gelangen, habe ich verschiedene Methoden ausprobiert.

Um große Reichweite zu bekommen, muss das Beitragsvolumen bei der Hashtagrecherche berücksichtigt werden. Je mehr Beiträge (=Bilder) ein Hashtag aufweist, desto aktiver wird es verwendet. Dabei war die Erkenntnis, dass Hashtags mit mehreren millionen Beiträgen deutlich schneller in der Masse untergehen als kleine Begriffe, für mich von zentraler Bedeutung. Damit meine Zielgruppe den Beitrag auch zu Gesicht bekommt, habe ich daher stets auf ein akzeptables Beitragsvolumen bei der Recherche geachtet. Auch habe ich festgestellt, dass ein kleineres Nischen-Hashtag auf langfristige Sicht mehr Engagement bringt, als ein übergroßes generisches.
Des Weiteren werden für jeden Begriff die beliebtesten Beiträge in der Übersichtsseite eines Hashtags angezeigt. Landet man mit seinem Inhalt in den beliebtesten neun Beiträgen eines Hashtags, sehen deutlich mehr Leute das Bild und können damit interagieren. Um das Engagement meiner Inhalte zu erhöhen, bestand mein Ziel in der Platzierung von aktiven Nischen-Hashtags. Hier sind meine Beiträge sogar über einen längeren Zeitraum in der Übersicht geblieben.

Tools

Die Instagram­ Analysen haben sich als ein praktisches Feature herausgestellt, um auf einen Blick die wichtigsten Daten übersichtlich aufbereitet zu bekommen. Für eine ausführliche Datenanalyse habe ich allerdings noch zusätzliche Instagram­ Tools herangezogen.

Squarelovin - Kostenloses Kanalanalyse

Die Web Plattform dient der Kanalanalyse. Ich habe Squareinlove genutzt, um eine klare Übersicht über Followerschaft, Account-Wachstum und Performance meiner Beiträge zu bekommen. Mit dem Tool konnte ich auch mein Engagement und Performance einzelner Beiträge messen. Durch die Ergebnisse habe ich den besten Zeitpunkt für neue Beiträge ermittelt und die idealsten Hashtags identifiziert. Allerdings sind die Analyseergebnisse der kostenlosen Version für meine Bedürfnisse langfristig zu oberflächlich.

Later - Zeitliche Planung und Organisation der Beiträge

Das Instagram Tool habe ich getestet um die Inhalte meiner Post zu planen. Die Plattform Later hat Funktionen zur Organisation und Vorbereitung der Bild-, Text- und Hashtag- Komposition. Ich fand es sehr praktisch die Fotos zunächst am Computer hochzuladen. Mit der App wurde ich dann später an den Zeitpunkt der Veröffentlichung erinnert und mir das vorbereitete Post Paket an mein Smartphone übertragen.
Automatisches Posten wurde leider von Later zu dieser Zeit noch nicht angeboten. Da lediglich der Prozess bis zum Veröffentlichen vorbereitet werden konnte, habe ich das Tool noch vier Wochen Testphase nicht weiter verwendet.

Hootsuite - Social Media Netzwerk Verwaltung

Ähnlich wie bei Later und unterstützt dieses Werkzeug die Verwaltung und die Veröffentlichung von Postings. Hootsuite habe ich ausprobiert, da man mit der Plattform mehrere Social Media Kanäle von unterschiedlichen Netzwerke gleichzeitig verwalten kann. Die integrierte Analyse-Funktion konnte ich leider mit der Testversion nicht nutzen.

Google Keep - Verwaltung von Text-Bild-Notizen

Letztendlich war ich nicht mit den getesteten Post-Planungs-Plattformen Later und Hootsuite so zufrieden, dass ich eine andere Methode gefunden habe meine Beiträge zu verwalten. Die Benutzeroberfläche »Google Keep« (dem Notizen Verwaltungstool von Google) ließ sich deutlich einfacher bedienen, wodurch ich eindeutig Zeit in meinem Arbeitsprozess gespart habe. Genauso wie bei Later konnte Bild, Text und Hashtag Paket für den Tag vorberietet und die visuelle Komposition der Bilder nebeneinander organisiert werden. Die App hat mir dann eine Push-Benachrichtigung gesendet, wenn der Zeitpunkt zur Beitragsveröffentlichung bevorstand. Alle Inhalte wurden dann in die Instagram App Posterstellungs-Funktion kopiert.

Peoplemap - Marketing Tool

Peoplemap ist ein kostenpflichtiges Marketing Tool, welches den Aufbau und die Verwaltung der eigenen Instagram Community unterstützt. Die Plattform bietet die Möglichkeit Profile in Listen zu verwalten. Der größte Vorteil der Listen bestand für mich darin, zeiteffizent mit vielen Nutzern zu interagieren. Peoplemap war für mich das beste Werkzeug um aktiv Nutzer meiner Zielgruppe zu identifizieren und strategisch zu meiner Followerschaft zu konvertieren.

Produktion

Die Produktion bestand aus der Aufnahme von Fotos, der Bildbearbeitung, dem Schreiben von Textbeiträgen sowie der Organisation der Post.

Mein Foto Equipment bestand aus dem iPhone 6s Plus, einem Fernauslöser sowie zwei Stativen. Die ersten Bilder habe ich noch mit einer Spiegelreflex Kamera aufgenommen. Es hat sich aber schnell heraus gestellt, dass meine Spiegelreflexkamera zu unhandlich ist. Da alle Aufnahmen parallel während meines Trainings entstanden sind, hat das Smartphone sich als ein besseres Werkzeug dargestellt. Durch die Fotostudien der Workouts habe ich viel über Perspektive, Inszenierung und Wirkung meines Körpers gelernt. In Zukunft werde ich die Bilder mit einer professionelleren Kamera machen, da ich damit routinierter fotografieren kann.
Die so entstanden Aufnahmen wurden mit Lightroom verwaltet und bearbeitet. Durch die tägliche Arbeit mit dem Programm, habe ich dessen Möglichkeiten und Grenzen erfahren. Vor allem habe ich gelernt, wie man mit minderer Bildqualität bestmögliche Ergebnisse produzieren kann. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Maximalgröße der im Feed angezeigt Bilder 510 x 510 px entspricht. Durch Dateikomprimierung und der verhältnismäßig kleinen Anzeige auf dem Smartphone Screen, fällt die mindere Qualität nicht so sehr auf.

Ein weiterer Bestandteil der Produktion war das Verfassen der Bildtexte. Diese habe ich in den ersten 3 Monaten auf Englisch verfasst. Da die meisten Kommentare deutschsprachig waren, habe ich die Sprache an die meiner Follower angepasst. Auch die Analyse meiner Abonnenten hat wiedergespiegelt, dass 40 Prozent sich in Deutschland lokalisieren lassen.
Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, welche Inhalte am meisten Interaktionen herbei führen und auf diesen Erkenntnissen fortlaufend meine Content-Strategie angepasst. Die Nutzer auf Instagram bevorzugen authentische Geschichten. Beiträge ohne persönlichen Charakter sind langfristig nicht nachhaltig. Das Berichten über Gefühle und Schwächen wird in den meisten Fällen mit unterstützenden Kommentaren gewürdigt.

Bei der Organisation der Post müssen Inhalt sowie visuelle Abfolge der Bildmotive beachtet werden. Aus Nutzersicht ist es langweilig jeden Tag ein Motivationsspruch zu lesen. Daher habe ich bei der Planung darauf geachtet, das meine Community eine interessante Abwechslung aus Motivation, Inspiration, Tipps und persönlichen Berichten erhält. Auch sollte das visuelle Storytelling beachtet werden. Entscheidend ist dabei auch eine interessante Abfolge von Motiven und Perspektiven bieten zu können. Schnell ist mir aufgefallen, dass viele Nutzer ihre Fotos zum Beispiel im Fitnessstudio immer vor dem selben Spiegel machen. Um aus der Masse der Profile heraus zu stechen, bestand mein visuelles Konzept aus kurzen Bildserien im selben Outfit mit unterschiedlichen Perspektiven, Locations oder Übungen. Da der erste Eindruck beim Profilbesuch für die Bereitschaft zum Folgen entscheidend ist, habe ich zudem stets auf einen harmonischen Übergang der einzelnen Bilder geachtet.

Bei der zeitlichen Planung der Veröffentlichung muss zudem der Instagram Algorithmus berücksichtig werden. Basierend auf meinen Beobachtungen und der Analyse von Experten, wird ein Bild zunächst nur etwa 10% der Follower gezeigt. Egal welches Bild gepostet wurde. Durch diese Stichprobe findet der Algorithmus heraus, ob es sich für den Rest der Nutzer überhaupt lohnt, dieses Bild zu sehen. Beiträge mit hohem Engagement in kurzer Zeit wird positiv bewertet. Aus diesem Grund waren meine Postings am Morgen und am Abend auch häufig erfolgreicher, da zu diesen Zeiten mehr Nutzer mit ihrem Smartphone interagieren. Ganz besonders aktiv waren sie jedoch am Wochenende.
Darüber hinaus war es mit dem Job zu Posten auch nicht abgeschlossen. Nach meinen Beobachtungen kann auch dieses Verhalten vom Algorithmus bestraft werden. Gefühlt wurde mein Bild stärker unter meinen Followern angezeigt, wenn ich innerhalb der ersten Stunde nach Veröffentlichung auf Kommentare reagierte.
Die mögliche Logik dahinter ist, wenn man auf die Kommentare direkt eingeht, signalisiert das Verhalten dem Algorithmus, dass der Post eine Wichtigkeit besitzt. Dies führt dann zu der Entscheidung, die Sichtbarkeit des neuen Beitrages zu steigern.

Netzwerken

Um mehr Follower auf Instagram zu generieren, muss man vor allem ausdauernd und regelmäßig sozial aktiv sein. Das bedeutet konkret: idealerweise postet man täglich mindestens ein bis zwei Fotos oder Videos, liked zielgerichtet möglichst viele Beiträge anderer Nutzer, hinterlässt Kommentare und folgt anderen Instagrammern. Über das regelmäßige Liken und Kommentieren von Beiträgen, sowie das Abonnieren spannender Profile, erhöht man seine Sichtbarkeit in der Community. Nutzer werden auf das eigene Profil aufmerksam, schauen sich gegebenenfalls das Profil an und folgen einem dann.
Ich habe festgestellt, dass insbesondere wertschätzende und persönliche Kommentare diesbezüglich eine große Wirkung haben. Mit der Strategie »Follow Follow back« habe ich dagegen keine guten Erfahrungen gemacht. Man folgt einem Instagrammer mit dem Motiv, dass dieser einem im Gegenzug zurück folgt. Nachteil an dieser Follower-Strategie ist, dass man einer Vielzahl von Profilen folgen muss, um selbst signifikant Abonnenten zu generieren.
Darüber hinaus sind „Gefällt mir“-Angaben essentiell, um neue Fol­lower für sich zu begeistern. Der Vorteil besteht hierbei darin, dass „Gefällt mir“-Angaben schnell vergeben sind. Wenn man gleich mehrere Beiträge eines Nutzers geliked hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit seine Aufmerksamkeit gewonnen und er hat sich im besten Fall dann mit meinem Profil auseinandergesetzt.

In den Wochen des Projektes habe ich täglich mindestens zwei Stunden die Beiträge von neuen Nutzern kommentiert und über 300 Likes für Bilder vergeben, die dem Fitness Kontext zuzuordnen waren. Dabei mussten die Kommentare und „Gefällt mir“ Angaben gleichmäßig über den Tag verteilt werden, da bei „übermäßigen Interaktion“ der Instagram Algorithmus den eigenen Accounts für eine Zeit sperrt.
Des Weiteren habe ich Erfahrungen mit Instagram Engagement-Gruppen gemacht. Das Grundprinzip einer Engagement Gruppe besteht darin, dass die Mitglieder über einen neuen Post direkt benachrichtigt werden. Durch die Nachricht sind dann alle dazu aufgefordert, diesen Beitrag zu liken und zu kommentieren.
Diese Regel ist wieder auf die Eigenschaften des Algorithmus zurück zu führen. Wenn ein Beitrag innerhalb von kurzer Zeit viele Likes und Kommentare bekommt, steigen die Chancen, dass dieser auf der Explore-Page von Instagram angezeigt wird. Dadurch bekommst das eigene Profil noch mehr Engagement, was wiederum mehr Reichweite bringt. Das alles führt dazu, von neuen Usern entdeckt und abonniert zu werden.
Meiner Beobachtung nach geht diese Strategie nur dann auf, wenn auch wirklich alle Mitglieder den Postings zeitnah liken und kommentieren. Ich habe erfahren, dass die ersten 5 – 15 Minuten dafür sehr entscheidend sind, denn hier wird der Content von Instagram bewertet und eingestuft. Die Regeln in diesen Gruppen sind ziemlich streng und der Ton nicht gerade freundlich. Für mich persönlich standen Zeitaufwand und Stress in keinem guten Verhältnis, sodass ich aus derartigen Gruppen wieder ausgetreten bin.
Meine alternative Methode bestand darin, mit einzelnen Nutzern erst eine Bindung aufzubauen.

Nach einer Woche regelmäßigem Liken und Kommentieren ihrer Posts, habe ich dann eine persönliche Nachricht gesendet. Auf meine Anfrage, ob Interesse besteht miteinander zu netzwerken, wurde in den meisten Fällen sehr positiv reagiert. Unter dem Strich hat sich der Aufbau von persönlichen Beziehungen für mein Netzwerk sehr gelohnt.
Mit einzelnen Menschen bin ich sogar außerhalb der Plattform in Kontakt getreten. Heute leite ich bei WhatsApp und Telegramm zwei sehr aktive und unterstützende Supporter Gruppen, in denen ich die Spielregeln selber bestimme.
Meiner Meinung nach sind die Instagram Engagement Gruppen nur eine gute Strategie, wenn man viel Zeit hat und aggressiv wachsen will.

Ergebnis

Alle folgenden Daten entsprechen dem Status vom Dienstag 27.02.2018

Abonnenten

Key Performance Indicators

Impressionen Beiträge

Kanalwachstum

Exponentielle Zunahme der Follower

Engagement Stegiegrung

Durchschnitt der Kommentare pro Monat

Beitrag mit den meisten Likes

Durchschnitt der Likes pro Monat

Beitrag mit den meisten Kommentaren

Fazit

Eine Grunderkenntnis des Projektes ist, dass je mehr Abonnenten man generieren möchte, desto größer muss auch der eigene Aktivitätslevel auf Instagram sein.
Dabei ist es gerade zu Beginn wichtig, täglich möglichst viele Beiträge zu liken und zu kommentieren. Meine Empfehlung ist es jeweils eine Stunde morgens und abends interaktiv zu sein. So kommt man im Schnitt auf 100 Kommentare pro Tag. Mit diesem Einsatz können wöchentlich etwa 100 - 200 neue Follower dazu gewonnen werden. Man sollte sich dabei jedoch selbst treu bleiben und nur Beiträge liken und kommen­tieren, die man wirklich interessant findet und die zu dem eigenen Profil passen. Das gilt ebenso für die Profile, denen man folgt.

Nach meiner Einschätzung werden sich die ausdauernden Aktivitäten auf Instagram nur so nachhaltig auszahlen. Ich habe festgestellt, dass Fol­lower, die nicht zu einem passen, auch früher oder später wieder abspringen. Darüber hinaus sehe ich auch die Qualität der Profile, denen man folgt und die einem folgen, als ein Aushänge­schild. Aus diesem Grund habe ich auch bewusst jedes Profile blockiert oder gemeldet, welches offensichtlich unseriös war.

Auch wenn dieses Vorhergehen sehr mühsam ist, sollte man sich jederzeit bewusst sein, dass man später von einer echten und aktiven Community deutlich mehr profitieren wird. Aus Marketingsicht ist die Qualität der Beziehung zu den eigenen Followern deutlich wichtiger, als deren Anzahl.

Sehr praktisch war dabei für mich das Tool »Peoplemap.co«. Es hat mir sehr bei der täglichen systematischen Interaktion geholfen. Der größte Nutzen bestand darin, Profile zu finden, die meiner Zielgruppe entsprechen und sich sehr aktiv auf der Plattform verhalten.

Unter dem Strich ist der Aufbau von einer Instagram-Seite ein hartes Stück Arbeit und nimmt viel Zeit in Anspruch. Man kann nicht eine Seite bei Instagram anlegen und über Nacht tausende von Follower erwarten. Darüberhinaus habe ich festgestellt, dass der Algorithmus bei Inaktivität die Reichweite des eigenen Profils begrenzt. Ohne regelmäßigem interaktiven Verhalten und Posten neuer Beiträge hat man auf der Plattform keine Chancen.

Auch ist es eine echte Herausforderung, interessante Inhalte zu erstellen, auf welche mit viel Interaktion reagiert wird. Emotionale Themen funktionieren nach meiner Beobachtung am Besten. Besonders viel Unterstützung erfährt man von seiner Community, wenn man über persönliche Ängste und Schwächen spricht.

Aber am wichtigsten ist es, nicht zu vergessen, dass hinter jedem Account ein Mensch steckt. Abgesehen von den Boots, welche aber nicht zu der Zielgruppe zählen. Trotz ehrgeizigen Profilaufbau, sollte man sich im Marketing immer noch menschlich und authentisch verhalten.

Quellen

Fachgruppe

Interfacedesign

Art des Projekts

Studienarbeit im Hauptstudium

Betreuung

Prof. Matthias Beyrow

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2017 / 2018