Studiocanal ist eine zum französischen Bezahlsender Canal+ gehörende Filmproduktionsfirma. Die Canal-Plus-Gruppe gehört zum Medienkonzern Vivendi Universal. Visuelle Aufmerksamkeit wird hier durch eine Verschiebung vom diffusen Gemenge zur konkreten Herausbildung des Schrift-Logos gelenkt.
Die komplette Logoanalyse der Studiocanal-Animation findet sich in der [Analyse-PDF](https://incom.org/action/open-file/147760 „Logoanalyse“)
Fjällräven ist eine schwedische Firma für Outdoorbekleidung und Trekking-Ausrüstung. Das Logo zeigt einen stilisierten Polarfuchs und eignet sich gut für die Zentrierung des Blicks. Angeregt von der Studiocanal-Animation habe ich mich auch hier für eine Herausbildung des Konkreten aus einem diffusen Gemenge, hier die Nordlichter, entschieden.
Das vollständige Konzept findet sich in der [Logokonzept-PDF](https://incom.org/action/open-file/147774 „Logokonzept“)
Artes Sendung Tracks zeigt seit den späten 90er Jahren Musik und Popkultur für Deutschland und Frankreich. Nach über 15 Jahren wurde der alte Vorspann mit grünem Schleim und zerissenem Papier ausgetauscht und Arte rief in einem Wettbewerb dazu auf, das alte Video noch einmal als Hommage zu bearbeiten. Dieser Aufruf bildete die Grundlage für unser Abschlussprojekt.
Die schon durch das zerreißende Papier anklingende Differenz zwischen Trägermedium und Medieninhalt wollte ich mit meiner Animation auf die Spitze treiben, indem ich die typischen Störungen des dominanten Mediums der 90er herausarbeite: Der Fernseher. Dieser steht im Mittelpunkt der Animation, besonders die typischen Fehler des Analogsignals, wie Bildrauschen, Bildrollen und Synchronfehler, welche die Grenzen des Mediums Fernsehen aufreißen und bewusst machen sollen.
„Medialität zeigt sich ihm als jene Unbestimmbarkeit, von der immer nur neue Skizzen gemacht werden können und deren Zeichnungen und Aufrisse vor allem querlaufenden Performanzen oder Unterbrechungen entspringen, die von der Seite kommen und in die Strukturen eingreifen, Sprünge und Widersprüche erfinden, um dem Paradox des Medialen, seinem Verschwinden im Erscheinen, umgekehrt mittels medialer Paradoxa beizukommen, die es buchstäblich aus der Reserve locken, herausfordern und aufbrechen, um jene Konturen zu dekuvrieren, die sich im Schein der nicht nur technischen Perfektionen hartnäckig verhüllen.“ Dieter Mersch, Tertium datur Einleitung in eine negative Medientheorie
Eine weitere Gestaltungsidee bezog ich aus dem Film „A Scanner Darkly“ von Richard Linklater aus dem Jahr 2007. Nicht nur sind Bildschirme und Störungen dominante Gestaltungsmerkmale des Films, es sticht auch der sehr aufwendig rotoscopierte, Graphic Novel/Zeichentrickstil hervor.
Das Endergebnis: Tracks meets A Scanner Darkly
Das vollständige Konzept der Hacktracks-Animation findet sich [hier.](https://incom.org/action/open-file/147791 „Konzept Hacktracks“)
Der Kurs hat mich insbesondere durch seine interdisziplinären Elemente überzeugt. Eine regelrechte Flut optischer Eindrücke und Ideen konnte im späteren Verlauf des Semesters optimal zur Ideenfindung für die praktischen Projekte genutzt werden.
Meine bisherigen Kenntnisse in After Effects konnte ich endlich für konkrete Projekte anwenden. Das vorherige Anfertigen ausführlicher Konzeptionen, sowie die ausgiebige und sehr konstruktive Besprechung im Plenum haben sehr weitergeholfen. Neben guter inhaltlicher und gestalterischer Beratung gab es auch immer technische Hinweise, wie man sich bei After Effects viel Arbeit ersparen kann.
Mit dem Endergebnis der Tracks-Animation bin ebenfalls sehr zufrieden, auch wenn der „Scanner Darkly“-Aspekt weniger zur Geltung kommt, als vorher geplant. Ansonsten ist die Animation doch weitestgehend so geworden, wie im Storyboard angedacht. Auch der Sound, der nun doch größtenteils aus dem Original-Soundtrack und einigen Noise-Elementen besteht, ließ sich überraschend leicht anlegen und erzielt eine gute Wirkung.
Fazit des Seminars: Eine tolle Anregung sich weiterhin mit Motion Design, aber auch mit Kino, Musik, Gestaltung und dem Bewegtbild auseinanderzusetzen.