Erste Schritte
Zu Beginn des Kurses begannen wir damit, Formstudien aus Papier zu erstellen, um den ästhetischen Möglichkeiten auf den Grund zu gehen und zu erforschen, was mit Biegen und Stecken alles möglich sein kann. Es ging dabei ganz zentral um die Erschaffung einer gewissen Stimmung, die wir mit Tischplakaten, passenden Bildern und Adjektiven hinterlegten. So begann der Prozess nicht mit dem simplen Überlegen, was für eine Idee man gerne umsetzen möchte, sondern ausgehend von einer vielleicht ungeplanten Formstudie heraus etwas zu schaffen, das ein bestimmtes Gefühl erzeugt oder grundlegend durch seine Form eine Stimmung mit sich bringt.
Nach der Vorstellung dreier dieser Konzepte entschied dann der Kurs, welchem ich mich widmen sollte, und wählte meinen Vorschlag, den ich zu der Zeit mit „FUN“ betitelt hatte. Der wesentliche Aspekt dieser Idee war es, geschwungene Elemente mit geraden zu verbinden, um eine schlittenartige Form zu kreieren, die etwas Spielerisches mit sich bringt. Schon auf den ersten Zeichnungen habe ich außerdem mit der Idee gespielt, das Objekt in doppelter Hinsicht nutzbar zu machen: stehend und liegend, mit zwei unterschiedlichen Funktionen. Diese doppelte Nutzbarkeit hat mich von Beginn an gereizt.
Werkzeugbau
Nach dem Bauen eines 1:1-Modells, anhand dessen man sich die genauen Proportionen noch besser vorstellen konnte, fing ich an, das Presswerkzeug für die gebogene Form des Entwurfs zu bauen. Zunächst laserte ich den Bogen aus und übertrug ihn auf dickere Holzplatten, die ich zu einem Spantenmodell zusammenbaute. Die geschwungene Seite versetzte ich dann mit Bugholz, das nass gemacht und um die Form gebogen wurde. So war das Werkzeug fertig und ich konnte mit dem Verleimen der Furniere starten.
Verleimen
Beim Verleimen nutzte ich als oberstes und unterstes Furnier Weißesche, die durch ihre helle Farbe und eine schöne Maserung sehr elegant und hochwertig wirkt. Als Zwischenfurniere benutzte ich günstige Buchenfurniere.
Ich hätte nicht gedacht, dass das Verleimen ein so großer Akt sein würde. Dadurch, dass durch den aushärtenden Leim die Zeit sehr begrenzt ist und alles schnell klappen muss, war es eine sehr stressige Aktion, die ich ohne viele helfende Hände nicht geschafft hätte. Im Endeffekt hat es nach langem Hin und Her und einem Wettlauf gegen die Zeit gerade so geklappt – mit ca. 1000 Zwingen und zahlreichen Spanngurten.
Letzte Schritte
Nach dem Aushärten des Leims fräste ich die spitz zulaufende Form des Schlittens mit der Bandsäge aus und schliff sie am Seitenschleifer. Da mein Objekt aus einer geschwungenen Seite, einer geraden Seite und zwei Zwischenstreben bestehen sollte, war auch nur das geschwungene Teil aus Furnier gepresst. Für die anderen Teile verwendete ich Buchen-Multiplex, das genau die gleiche Stärke hatte wie mein gepresstes Formholzteil. In die „Sitzfläche“, die lange gerade Seite, fräste ich mithilfe einer gelaserten Schablone ein Griffloch ein, das es ermöglichen sollte, das Objekt leicht zu transportieren.
Im letzten Schritt leimte ich die vier noch einzelnen Teile mit Dübeln zusammen.
Finales Produkt
Ich bin sehr zufrieden mit meinem Endergebnis, auch weil es bis kurz vor Ende nicht ganz klar war, ob ich es bis zur Werkschau fertigstellen würde. Etwas, das ich auf jeden Fall mitnehme, ist die Erkenntnis, dass es nahezu unmöglich ist, ein einigermaßen großes Formholz-Objekt alleine von vorne bis hinten zu bauen. In diesen großen Dimensionen zu leimen, ist ohne Hilfe kaum möglich.
Der Kurs hat mir gezeigt, wie man in einem Team arbeitet, vor allem unter Zeitdruck. Und ich fand es generell wahnsinnig schön, wie viel sich im Kurs untereinander geholfen wurde. Gerne wieder.