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Konzept

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Ruhe am Meer. Im Zentrum steht eine einzelne Person, die im Wasser schwebt und treibt. Die Darstellung vermittelt ein Gefühl von Stille, Losgelöstheit und zugleich von Einsamkeit.

Die Seiten sind auf Transparenzfolien gedruckt, sodass beim Umblättern verschiedene Tiefenebenen des Meeres sichtbar werden und sich immer neue Bildräume und Überlagerungen ergeben.

Gestaltung

Zunächst plante ich, die Figur und die Umgebung mit ausgeschnittenen Ebenen zu gestalten. Während der Recherche entdeckte ich jedoch die Möglichkeit, auf Transparenzfolien zu drucken. Jede Seite sollte unterschiedliche Tiefenebenen des Meeres zeigen, wodurch sich beim Umblättern neue Bildräume und Überlagerungen ergeben.

Die Innenflächen von Vorder- und Rückseite illustrierte ich mit Himmel und Meer als Gegensätze von oben und unten. Die Seiten wurden auf Transparenzfolien mit verschiedenen Texturen gedruckt, sodass Licht und Farbe auf unterschiedliche Weise wirken. Am Ende setzte ich eine Walfigur als überraschendes Element ein, das die Tiefenstaffelung verstärkt.

Druck

Die Innenflächen von Vorder und Rückseite druckte ich gemeinsam mit Juliana im Risografie Verfahren. Es war meine erste Erfahrung mit dieser Technik. Erst beim Drucken selbst verstand ich wirklich, warum die Vorbereitung der Daten so wichtig ist. Ich lernte, bewusst weiße Flächen stehen zu lassen, damit sich die Farben nicht ungewollt überlagern. Gleichzeitig fand ich es sehr spannend zu sehen, wie sich die Farben mischen, wenn man sie übereinanderdruckt. Das Ausprobieren und Experimentieren war ein wichtiger Teil meines Lernprozesses.

Die restlichen Seiten druckte ich digital auf Transparenzfolien. Dabei arbeitete ich viel mit Versuch und Irrtum, um herauszufinden, welche Farben und Texturen auf welchem Material am besten wirken.

Buchbinden

Der Prozess der Buchbindung war deutlich komplexer, als ich zunächst erwartet hatte, aber er hat mir viel Spaß gemacht. Gemeinsam mit Lea lernten wir, nahezu alle Maschinen der Buchbindewerkstatt zu bedienen, von manuellen und automatischen Schneidemaschinen über die Falzmaschine bis hin zur Presse.

Zunächst fertigte ich eine klassische Hardcover-Bindung mit blauem Stoffeinband an. Nach dem Feedback von Sven entschied ich mich jedoch für ein transparentes Cover, das den Blick ins Innere bereits von außen ermöglicht und die Leser*innen stärker zum Erkunden einlädt.

Die Seiten nähte ich manuell mit der Achtstich-Technik. Das Cover gestaltete ich im Querformat etwas größer, sodass ich die Enden nach innen falten konnte. Dadurch war es nicht notwendig, das Cover zusätzlich zu kleben oder zu nähen.

Reflexion

Mit dem Endergebnis des Buches bin ich sehr zufrieden, aber noch wichtiger war für mich der gesamte Prozess. Zu Beginn der Woche fühlte ich mich überfordert und unsicher, da in kurzer Zeit viele gestalterische und technische Entscheidungen getroffen werden mussten. Mit jedem Tag lernte ich jedoch, meine Erwartungen anzupassen, komplexe Ideen loszulassen und mich stärker auf das Machen selbst zu konzentrieren.

Diese Erfahrung war für mich besonders wertvoll, da ich zum ersten Mal die Möglichkeit hatte, mit so vielen professionellen Werkzeugen und unter guter fachlicher Begleitung ein Projekt vollständig umzusetzen. Auch der Austausch mit meinen Kommiliton*innen war ein wichtiger Bestandteil der Woche.

Diese Projektwoche war für mich eine intensive und schöne erste Erfahrung im ersten Semester und ein guter Einblick in das Studium, der mich sehr für die Zukunft motiviert hat.