Die Anfänge
Zum Einstieg sollten wir Stöcke und Hölzer mitbringen, um diese als Zeichenstifte zu verwenden. Die angespitzten Stöcke haben wir dann zum Zeichnen mit Tusche verwendet. Das war das erste Mal, dass ich mit Tusche gearbeitet habe und es war dementsprechend anspruchsvoll.
Gezeichnet haben wir einen (Holz)Stuhl von Jörg Hundertpfund.
Die Bilder der Tusche-Zeichnungen muss ich hier nachreichen, weil ich sie abgegeben habe, ohne sie zuvor zu fotografieren.
Das Museum für angewandte Kunst
Weiter ging es mit Besuchen im Museum für angewandte Kunst. Hier haben wir geübt Stühle „frei“ zu zeichnen. Die verschiedenen Ansichten, von weiter unten, von verschiedenen Seiten, haben mir geholfen die Perspektiven besser zu realisieren und umzusetzen.
Das freie Zeichnen ohne Tisch und vom echten Objekt ist mir recht schwer gefallen. Das sieht man den Zeichnungen auch an. Allerdings war es eine sehr gute Übung und es hat spaß gemacht, die verschiedenen Stühle im Designhistorischen Kontext kennen zu lernen und gemeinsam im Museum zu zeichnen.
Zeichnen, zeichnen, zeichnen...
Im Verlauf des Kurses sollten wir mindestens fünf Stühle pro Woche zeichnen. Das war eine echte Fleißarbeit, hat mir aber sehr viel geholfen. Ich konnte die qualitative Entwicklung meiner Zeichnungen von Woche zu Woche sehen und mit den Tipps und Unterstützungen jeden Freitag durch Anna und auch die anderen Studierenden im Kurs, hatte ich immer mehr Übungen und Zeichenstrategien an der Hand um mich weiter zu entwickeln.
Oval-Übungen
Nachdem wir die groben Perspektiven verinnerlicht hatten, haben wir das Zeichnen von Ovalen geübt.
Das haben wir mit verschiedensten Flaschen und Gläsern geübt. So konnten wir die Form im Ganzen sehen und zeichnen.
Auch diese Übungen habe ich abgegeben, ohne sie für die Incom Doku zu fotografieren und muss sie nachhreichen.
Danach haben wir die Übung weiter geführt mit runden und ovalen Stühlen und Hockern. Diese waren aus verschiedenen Perspektiven zu zeichnen und durch die vorherigen Übungen hat es bei mir erstaunoch gut geklappt.
Fineliner-Zeichnungen
Nach einigen Wochen habe ich mich beim zeichnen wieder sicherer gefühlt. An dem Punkt habe ich angefangen, mich mit Fineliner auszuprobieren. Bisher hatte ich nur mit Bleistiften in verschiedenen Stärken gezeichnet.
Die Linienführung habe ich zunächst mit Bleistift vorgezeichnet, diese habe ich dann mit einem 0,05mm Fineliner nachgezogen und die Schattierungen mit einer Kreuzschraffur ergänzt. Nach und nach habe ich mich auch an die 01,mm und 0,3mm starken Fineliner getraut um damit in der Zeichnung unterschiedlich starke Linien zu ziehen.
Es war ein tolles Erfolgserlebnis für mich, zu sehen, wie gut die Ergebnisse geworden sind.
Abschlussprojekt
Für das Abschlussprojekt in Form eines A2 Posters hatte ich ziemlich schnell eine Idee. Ich wollte mit einen Stuhl aussuchen, der mir gut gefällt und anspruchsvoll aber nicht zu schwer zu zeichnen ist. Diesen wollte ich dann aus verschiedensten Perspektiven zeichnen und eine Studie daraus machen.
Diese Studie sollte dann auf dem Plakat zu sehen sein.
Nach einiger Überlegung habe ich mich für den Eames LCW Plywood Chair von Vitra entschieden. Diesen habe ich auf der Webseite von Vitra aus den verschiedensten Perspektiven fotografiert (es gibt dort ein Animationstool, mit dem der Stuhl aus jeder erdenklichen Perspektive anzusehen ist) und habe mich ans zeichnen gemacht.
Ich habe immer die selbe Perspektive zwei mal gezeichnet, im Zeichenbuch auf den gegenüberliegenden Seiten. So konnte ich gut testen, welche Schatten ich wo präferiere, welche Linien wo dicker sein sollten und so weiter.
Im Verlauf der nächsten Wochen habe ich nach Absprache mit Anna dann verschiedene Exemplare des Stuhls gezeichnet und auch verschiedene Schattierungsmethoden ausprobiert. So konnte ich meine Expertise bei der Zeichnung des Stuhls ausweiten und mich trotzdem weiter ausprobieren.
Poster
Nachdem ich genügend Zeichnungen für das Poster hatte, ging es darum, die besten herauszusuchen und eine passende Platzierung auf dem Poster zu finden. Ich hatte verschiedenste Entwürfe, habe mich aber dann in Absprache mit Anna für meine ursprüngliche Idee, ein Liniengitter mit den verschiedenen Perspektiven des Stuhls verteilt entschieden. Dazu kommt der Schriftzug mit dem Namen des Stuhls in Futura.
Den Druck habe ich, wie die meisten des Kurses, mit Riso umgesetzt. Da habe ich mich beim Gitter und dem Punkt hinter Eames für den Rot-Ton entschieden, die Zeichnungen sind schwarz gedruckt. Beim Papier habe ich ein ungebleichtes, beiges Papier gewählt, was dem Endergebnis einen Vintage-Look gegeben hat, womit ich sehr zufrieden bin.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kurs mir, entgegen aller Erwartungen, bisher am meisten Spaß gemacht hat.
Zeichnen war nie meine Stärke, ich wusste, dass für gute Ergebnisse viel Fleißarbeit nötig sein würde. Allerdings hat mir der Kurs so viel spaß gemacht, dass die Fleißarbeit mir leichter gefallen ist als gedacht und die Ergebnisse mir eine Bestätigung meiner Übung gegeben haben. Die Infos, Tipps und Anleitungen von Anna haben mir viel geholfen, das direkte Feedback jede Woche war aufwändig und zeitintensiv und hat mir viel geholfen und mich auch jedes Mal neu motiviert.
Am Ende war ich so motiviert, dass ich mein Zeichenbuch noch mit Kopix-Übungen gefüllt habe. Der Umgang mit den Filzstiften liegt mir zwar nicht, ich habe mich aber getraut etwas neues auszuprobieren und versucht besser zu werden.
Vom Kurs nehme ich nicht nur ein (zum ersten Mal vollständig) gefülltes Skizzenbuch und ein schönes Plakat mit, sondern auch, dass Fleißarbeit spaß machen kann und dass es manchmal einfach etwas Übung und die richtigen Anweisungen braucht, um Stühle perspektivisch korrekt und zeichnerisch gut darstellen zu können.