Im Jahr 2025 habe ich im Rahmen meines Praktikums selbstständig als Produktdesigner gearbeitet. Die Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit Jonathan Wellmann und Levi Kollwitz im Unten Links Kollektiv. Unten Links dient uns als Office und Werkstatt, was uns eine direkte Verbindung von Konzeption, Gestaltung und handwerklicher Umsetzung ermöglicht. Diese Arbeitsweise prägt unsere Projekte maßgeblich und bildet die Grundlage für die im Jahr 2025 realisierten Aufträge. Zentrale Arbeiten waren der Entwurf und Bau zweier individueller Küchen für Wohnräume in Dresden, ergänzt durch weitere eigens entworfene Möbelstücke, sowie die Gestaltung eines Aufstellers zur Präsentation von Zeltstoffen für einen Dachzelt-Hersteller. Ergänzend zur praktischen Arbeit nahmen wir im letzten Quartal des Jahres an einem Gründungscoaching über den Gründungsservice der FHP in Anspruch, um die Gründung einer GbR vorzubereiten.

Intro

Das Unten Links Kollektiv wurde, von mir und anderen Designstudierenden der FHP, vor mehr als vier Jahren während der Corona-Pandemie gegründet, zu einer Zeit, in der gemeinsames Arbeiten und Gestalten auf dem Campus kaum möglich war. Aus dem Bedürfnis nach Austausch, Zusammenarbeit und einem physischen Ort für gemeinsames Entwerfen entstand ein eigenständig organisierter Raum, der als Basis für kreative Experimente und gemeinsames Lernen dienen sollte. 

Der multidisziplinäre Ansatz spielte dabei eine zentrale Rolle. Neben Produktdesigner:innen arbeiteten dort auch Kommunikations- und Interface-Designer:innen, Architekt:innen sowie Künstler:innen. Diese Vielfalt wurde bewusst als Stärke verstanden, da sie andere Perspektiven, Kollaborationen und neue Herangehensweisen ermöglichte. Der Raum fungiert als Begegnungsort für professionellen Austausch, Arbeitsraum und Werkstatt. Das Unten Links Kollektiv hat zusammen in verschiedenen Konstellationen Aufträge und Projekte gestaltet, wobei eine Bedarfsorientierte Gestaltung im Mittelpunkt stand. (Siehe https://fhp.incom.org/project/21308 ; https://fhp.incom.org/project/21477 ) 

Neben der gemeinsamen Leidenschaft zum Design sind wir über die Zeit sehr gute Freunde geworden, was Unten Links zu einen ganz besonderen Herzensprojekt für mich macht.

Ich habe viel Zeit und Energie in den letzten Jahren investiert, die Arbeitsbedingungen für mich und die anderen im Kollektiv entsprechend unserer Projekte und Bedürfnisse zu kombinieren und optimieren.

Über die Zeit entwickelte sich Unten Links zunehmend zu einem attraktiven Werkstatt- und Produktionsort. Mit der wachsenden Nutzung von Maschinen, Materialien und handwerklichen Arbeitsprozessen verlagerte sich der Schwerpunkt immer stärker in Richtung Produktdesign. Insbesondere Levi Kollwitz, Jonathan Wellmann und ich nutzten den Raum kontinuierlich für Entwurfs- und Umsetzungsprozesse. Aus dieser intensiven Zusammenarbeit entstand schrittweise die Perspektive, Unten Links als gemeinsames Produktdesign-Studio weiterzuentwickeln.

Bereits im Jahr 2024 setzten wir uns daher intensiv mit einer möglichen Gründung auseinander. Wir waren uns einig, dass unsere unterschiedlichen Fähigkeiten sich sinnvoll ergänzen: Jonathan im Bereich Entwurf und Darstellung, Levi in der technischen Ausarbeitung und Optimierung, und ich mit einem Fokus auf Material, Fertigung und handwerkliche Umsetzung. Zusätzlich übernahm ich organisatorische und koordinierende Aufgaben innerhalb der Projekte. Trotz dieser klaren Rollenverteilung fehlte uns zunächst ein konkreter inhaltlicher Ansatzpunkt für eine direkte Gründung.

Statt diese Fragen rein theoretisch zu klären, entschieden wir uns bewusst dafür, unsere Zusammenarbeit anhand realer Projekte zu erproben und weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, das Pflichtpraktikum selbstständig im Team umzusetzen. Den konkreten Anlass dafür lieferte Anfang Januar 2025 eine kurzfristige Anfrage für den Entwurf einer Küche. Dieses Projekt wurde zum Ausgangspunkt unserer gemeinsamen selbstständigen Tätigkeit und bildet den Einstieg in den folgenden Bericht.

Küche - BW6

Das Projekt BW6 entstand aus einem persönlichen Kontakt. Ein Freund von mir, dem ich bereits im Herbst 2024 eine Küche entworfen und gebaut hatte, war zufrieden mit meine Leistungen und hat mich weiter empfohlen. Auf dieser Basis bekam ich Anfang Januar 2025 die Anfrage, ob ich mir vorstellen könne, auch für seine Tante eine Küche zu gestalten und umzusetzen. Sie stand kurz davor, eine Wohnung in Dresden zu beziehen, wobei der Einzug bis Mitte März geplant war. Durch den späten Zeitpunkt der Anfrage war der zeitliche Rahmen entsprechend knapp.

Vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Überlegungen zur zukünftigen Zusammenarbeit entschieden wir uns, dieses Projekt als Dreierteam umzusetzen. Ziel war es, nicht nur den Auftrag zu realisieren, sondern die praktische Zusammenarbeit unter realen Bedingungen zu erproben. Das Projekt sollte Aufschluss darüber geben, wie sich unsere unterschiedlichen Schwerpunkte im Arbeitsprozess ergänzen, wie Aufgaben verteilt werden können und ob sich diese Art von Aufträgen grundsätzlich für eine gemeinsame berufliche Perspektive eignet.

Für den Projektstart fuhr ich zu einem Aufmaßtermin nach Dresden. Vor Ort nahm ich die Maße der Küche auf und verschaffte mir einen Eindruck der räumlichen Gegebenheiten.

Vor Ort wurden diese Überlegungen konkretisiert, indem wir Materialproben für Oberflächen der Küche und des Fußbodens, sowie räumliche Proportionen gemeinsam betrachteten und erste gestalterische Schwerpunkte definierten.

Auf dieser Grundlage erstellten wir mehrere Moodboards zu Details und Ausführungen, sowie erste visuelle Darstellungen unterschiedlicher Oberflächen- und Aufteilungsvarianten. Diese dienten später als Gesprächsgrundlage, um Prioritäten, funktionale Anforderungen und ästhetische Vorlieben der Kundin herauszuarbeiten.

Küche - BW7

Während des zweiten vor Ort Termins kam eine weitere Bekannte der Kundin hinzu, die ebenfalls Interesse an einer individuell gestalteten Küche äußerte. Anhand der bereits vorbereiteten Moodboards und Entwürfen konnte ich unsere Arbeitsweise und gestalterischen Ideen direkt vermitteln. Da sie sich zu diesem Zeitpunkt noch zwischen verschiedenen Standardlösungen namhafter Möbelhäuser orientierte, konnten wir durch die konkrete Vorarbeit zu unserem Prozess und individuellen Lösungen überzeugen.

Kurz darauf entschied sie sich ebenfalls für eine Küche von uns - später BW7 genannt. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, ein zweites Aufmaß in unmittelbarer im Nachbarhaus aufzunehmen. Mit zwei konkreten Aufträgen kehrte ich nach Berlin zurück.

Entwurfsphase BW6/7

Ich übernahm die Kommunikation mit unseren Kundinnen via Mail und klärte Details zum Projektrahmen, unseren Leistungen und Kosten und dem Ablauf der verschiedenen Tätigen Gewerbe in den in der Renovierung befindlichen Wohnungen.

Wir erstellten ein gemeinsames Projekt-Board wo wir als erstes unser Material sammelten und einen konkreten Zeitplan ausarbeiteten, um den knappen Deadlines gerecht werden zu können. Wir setzten den Januar als Planungsphase fest und wollten im Februar anfangen die Materialien und Einbaugeräte zu bestellen und die Möbel zu bauen um dann bis Mitte März fertig zu sein.

Uns war bewusst das dieser Plan knapp war und ohne viel Puffer, waren jedoch motiviert reale, vergütete Projekte zu bearbeiten und starteten direkt rein. Neben unseren regulären Treffen donnerstags und freitags arbeiteten wir stetig an den Entwürfen weiter oder bauten erhaltenes Feedback ein, um die Entwurfsphase möglichst knapp zu halten.

Die Kommunikation lief via Zoom-Call oder später zu Details und terminlichen Abstimmungen via Mail und Telefon.

Die Kundin der BW6 entschied sich für eine natürliche Birkensperrholz-Optik (Multiplex und Koski Eco-Transparent) mit einer Echtholz-Arbeitsplatte aus Eiche. Als Kontrast sollte ein dunkelblau marmorierter Linoleumfußboden verlegt werden.

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Die BW7-Küche sollte gelb / hellblaue Fronten bekommen, welche durch eine neutrale, graue Arbeitsplatte komplimentiert wurde.

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Beiden Küchen sollten mit neuem Kühlschrank, Einbau-Herd, -Geschirrspüler und -Backofen (mit Mikrowellen-Funktion) ausgestattet werden. Wir entschieden uns für Marken-Geräte im mittleren Preissegment, um dem Budget gerecht zu werden.

Die Korpusse und Schubladen sind alle aus geöltem Birken-Multiplex und die Fronten aus beschichteten Koski-Platten, welche feuchtigkeitsbeständig und kratzfest sind.

So kamen wir, nach einigem Hin und Her und einer Anpassung des Briefings und Budgets zu zwei konkreten Entwürfen bzw. Angeboten. Wir rechneten mit netto 20 EUR / Stunde und addierten alle Material-, Transport und Verarbeitungskosten. Wir vereinbarten eine Preisspanne für die Umsetzungsphase, da wir noch keine Erfahrungswerte zu unseren tatsächlichen Arbeitszeiten im Team hatten.

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Umsetzungsphase BW6/7

Nun konnte es pünktlich zu Anfang Februar an die Umsetzung unserer Entwürfe gehen. Wir bestellten die Materialien und Geräte gemäß unserer Liste. Da die beiden Küchen sich in Aufbau und Anforderungen ähneln, konnten wir die meisten Komponenten gleich in einer Bestellung für beide Küchen abhandeln, was die Logistik deutlich vereinfachte.

Ich erstellte aus den Entwürfen Schnittpläne für die Korpusse, Fronten, Arbeitsplatten, Schubladen etc.

Nachdem wir alle Teile auf Maß gesägt hatten, wurden die Verbindungen der Möbelteile vorbereitet. Wir haben Teile mit Dominos verleimt und/oder verschraubt. Dabei war unser Anspruch eine möglichst saubere Optik, ohne sichtbare Schrauben und mit durchgehender Holzmaserung in den Fronten, zu erzeugen. Besondern nützlich war der Lasercutter zum erstellen von präzisen Fräßschablonen für bspw. Griffmulden.

Danach wurden alle Teile gefast, geschliffen gewässert, noch mal geschliffen und abschließend geölt. Besonders beanspruchte stellen wie Griffe oder Teile in der Nähe der Spüle wurden ein weiteres mal geölt.

Montage BW6/7

Nach einigen Nachschichten und Improvisationen hatten wir nun alle Teile der beiden Küchen für die Montage vorbereitet. 

Wir liehen uns einen Transporter mit Hebebühne, welcher uns später auch als mobile Werkstatt diente.

Da wir die Oberschränke als ohne doppelte Zwischenwände als ein Möbel gebaut hatten, mussten wir diesen bei der BW7 durch das Küchenfenster manövrieren. Zu Viert war das machbar - wir merkten jedoch schnell, dass die 4 Montage-Tage für beide Küchen, die wir veranschlagt hatten, recht knapp kalkuliert waren…

Da sich die beiden Küchen nur 100 Meter Luftlinie voneinander befinden, konnten wir uns gut aufteilen und parallel an den beiden Küchen arbeiten. Es war dadurch aber auch nicht so einfach den Überblick zu behalten, wo wer welche Aufgabe als nächstes angeht.

Nach 6 Tagen Montage waren nun alle Möbel aufgebaut und eingestellt, die Geräte angeschlossen und die Silikonfugen gezogen. Wir haben die Küchen erleichtert und erschöpft an ihre neuen Besitzerinnen termingerecht übergeben können.

Aufsteller Vickywood

Während wir Unten Links die Küchen gebaut haben, erreichte uns eine Anfrage von unserem Nachbar auf dem Gelände. Der Filialleiter von Vickywood, einem Hersteller von PKW-Dachzelten und -Seilwinden, fragte uns, ob wir uns vorstellen könnten, einen Aufsteller für die angebotenen Zeltstoffe ihrer neuen Dachzelt Linie innerhalb von 14 Tagen zu entwerfen und umzusetzen.

Kurzerhand entschieden wir uns den Auftrag anzunehmen. Ich setzte mich mit unserem Kunden zusammen und wir skizzierten ein Paar Ideen. Danach habe ich diese im CAD konkretisiert und Jonathan hat ein Rendering erstellt, während Levi zu Materialien recherchierte. Ich erstellte einen Kostenvoranschlag mit Materialkosten und Arbeitszeiten und sendete diesen zusammen mit den Renderings noch am gleichen Tag an unseren Kunden, welcher sich zufrieden zeigte und uns den Auftrag erteilte.

Das Briefing war schon recht konkret: es sollten 8 Tafeln ca. DIN-A4 auf einem neutralen Hintergrund präsentiert werden. Die Kunden von Vickywood sollen - im Geschäft oder auf einer Messe - die mit den Stoffproben bespannten Tafeln abnehmen und zu Ihrem PKW für einen Farbabgleich mitnehmen können. Das Möbel sollte sich in das Gesamtbild des Geschäfts bzw. des Messestandes einfügen und einfach, möglichst werkzeugarm auf- und abbaubar sein. Das Plattenmaterial in Form von schwarz beschichteter Sperrholzplatte mit Anti-Fingerprint-Oberflächewurde gestellt. 

Ich entschied mich das Logo von Vickywood in den Füßen des Möbels aufzugreifen und einfache Steckverbindungen vorzusehen. Die einzelnen Stoffproben werden durch Magneten gehalten und durch die kleinen transparenten Acrylglas-Winkel positioniert. Rückseitig werden die magnete eingelassen und durch eine 3D-gedruckte Kappe abgedeckt.

Mithilfe unseres Laser-Cutters erstellten wir eine Schablone, welche dann bündig in das Material gefräst wurde. Alle Kanten wurden gefast, geschliffen und geölt.

Den größten Aufwand stellten die einzelnen Stoffproben dar, welche alle erst auf eine MDF-Trägerplatte geklebt wurden, welche dann mit einem Blech durch eine Niete mit Lederschlaufe verbunden wurde. Im Vorfeld  haben wir verschiedene Strategien zum Falten und Überschlagen des Stoffes probiert, bis wir eine ordentliche Variante gefunden haben. 

Anfangs benutzen wir Kontaktkleber, welcher allerdings durch den Stoff durchgeschlagen hat. Daher mussten wir 3 neue Stoffproben über Vickywood bei dem Stoffhersteller nachordern, was dann zur Folge hatte, dass wir erst einen Tag vor der Deadline fertig stellen konnten.

Als wir dann alles fertig hatten, konnten wir den Aufsteller in den Lastenfahrstuhl stellen und zu Vickywood einfach ein Stockwerk höher fahren.

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Küchenmöbel - BW7.2

Nachdem unsere Kundin der BW7 sehr zufrieden mit ihrer neuen Küche war, hat Sie sofort komplimentierende Möbel bei uns bestellt.

So haben wir einen Küchentisch, drei Stühle und einen Vorratsschrank entworfen und gebaut. Nach zwei Feedbackrunden war der Entwurf entschieden, welcher optisch mit der Küchenzeile harmonieren sollte.

Der der Kostenkalkulation konnten wir nun durch unseren Erfahrungswert aus dem Küchenbau unsere Lohnkosten genauer abschätzen.

Da keiner von uns bisher einen Stuhl gebaut hatte, entschieden wir uns einen Prototypen zu bauen, welcher auch bei der Kostenkalkulation berücksichtigt wurde. Dazu haben wir einen Schnittplan erstellt, alle Teile 1:1 in 4mm MDF ausgelasert und als Fräßschablone genommen.

Ebenfalls mit dem Laser wurde eine zweiteilige Spantenform zum Pressen und Verleimen der Rückenlehne hergestellt.

Die Umsetzung ging dank unserer Erfahrung aus dem Küchenbau nun deutlich flüssiger, sodass wir die Möbel in der kalkulierten Zeit fertiggestellt haben.

Gründungscoaching

Parallel dazu habe ich gemeinsam mit meinen Projektpartnern die Gründung der Unten Links Produktdesign GbR vorbereitet, die sich derzeit in der Abschlussphase befindet. Wir möchten uns als Produktdesign-Agentur branchenübergreifend mit ganzheitlichen Konzepten für Entwürfe und deren Umsetzungen etablieren. Dazu nutzen wir die Räumlichkeiten des, unter anderem von mir gegründeten, Unten Links Kollektivs.

Im Zuge dieser Gründungsvorbereitung habe ich im Rahmen des Gründungsservice der FH Potsdam ein Coaching in Anspruch genommen. Dieses umfasste 4 Gesprächstermine mit einer Unternehmensberaterin, in denen unter anderem die Positionierung, Ausrichtung und Struktur der geplanten GbR sowie die Einordnung der bisherigen Projekte als Grundlage der zukünftigen Tätigkeit besprochen wurden.

Die Gründungsvorbereitung war ein wichtiger und aufschlussreicher Bestandteil meiner berufspraktischen Tätigkeit und steht in engem fachlichem Zusammenhang mit den im Jahr 2025 durchgeführten Projekten.

Reflexion

Das Jahr 2025 selbstständig zu arbeiten war für mich eine sehr spannende und aufschlussreiche Erfahrung. Die Selbstständigkeit als Produktdesigner ist bei mir schon von Anfang des Studiums ein Gedanke, der sich über die Gründung des Unten Links Kollektivs und der nun in Gründung befindlichen Unten Links Produktdesign GbR stetig entwickelt hat. 

Die größten Herausforderungen im selbstständigen Arbeiten waren für mich und mein Team das präzise Planen von Abläufen, Deadlines und Lohnkosten, da wir mit in diesem Feld wenig Erfahrungswerte hatten. Bei dem ersten Projekt lag unser tatsächlicher Stundenlohn bei 8,30 EUR, welcher sich zuletzt auf 22 EUR erhöhen lies. Wir mussten uns anfangs erst mal sortieren, ein Arbeitsumfeld einrichten und optimieren und dabei auch das ein oder andere mal ineffizient arbeiten, um daraus bessere Lösungen zu finden. Daher sehe ich in den verschiedenen Projekten, vor allem weil diese alle im Möbel- und Küchenbau stattgefunden haben, eine gute Lernkurve. Wir haben gelernt realistischer zu kalkulieren, Kundenkommunikation zu betreiben und uns Aufgaben entsprechen unserer Skills aufzuteilen. Meine Rolle im Team hat sich von Projekt zu Projekt heraus entwickelt: Kundenkontakt und Preisverhandlungen, technische Ausarbeitung und Fertigung, Projektmanagement. 

Für mich war auch eine wichtige Erkenntnis, dass ich meinen Hintergrund im Handwerk nutzen möchte, um künftig mehr als Designer gestalterisch zu arbeiten. Ich habe weiterhin großen gefallen daran, die Projekte, die ich plane auch umzusetzen, muss jedoch anerkennen, dass der Markt und die letztendlich möglichen Projekte dafür begrenzt sind. Daher versuche ich die nächsten Projekte zu integrieren, dass wir - an angebrachter stelle - mehr auf automatisierte Prozesse setzen und/oder Umsetzung in teilen oder sogar ganz outsourcen, um letztendlich mehr gestalterische Designarbeit machen können.

Zusammen mit meinen Kollegen Jonathan und Levi schaue ich zuversichtlich auf 2026, in dem wir uns als Team und als Unternehmen weiterentwickeln wollen.