Inhalt

Um das Bildmaterial des Mitte Museums inhaltlich schlüssig in meine Narration einzubinden, habe ich mich für den Text von Dieter Bartetzko „Die Faust im Nacken. Berlins verworrener Weg zu einer Architektur der Mitte“ entschieden. Der Text behandelt die Architektur der Nachkriegszeit in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg und geht dabei insbesondere auf die Entwicklungen im Bezirk Mitte ein. Bartetzko setzt sich kritisch mit der architektonischen und städtebaulichen Geschichte Berlins auseinander und ordnet diese analytisch ein.

In der Mitte des Buches ist eine Bildstrecke mit Fotografien aus dem Archivmaterial des Mitte Museums integriert. Diese habe ich invertiert, collagiert und experimentell bearbeitet, um ihnen innerhalb des Gesamtkonzepts ein stärkeres visuelles Gewicht zu verleihen. Für den Druck habe ich mich für fliederfarbenes Papier entschieden, um dieses Kapitel meines Buches hervorzuheben und eine visuelle Abgrenzung innerhalb der Publikation zu schaffen.

Gestaltung

Bei der Gestaltung des Buches lag mein Fokus auf dem Format, dem ich  eine besondere Form gegeben habe. Ausgangspunkt ist das klassische DIN-A5-Format, das an der offenen Buchseite durch einen abgeschrägten Endbeschnitt verändert wird. Dadurch erhält das Buch eine asymmetrische Silhouette.

Diese Form verweist  auf Trümmerfragmente: unregelmäßig, unperfekt und nicht geradlinig. Sie steht in direktem Bezug zum Inhalt des Buches, der sich mit der Zerstörung Berlins und den Ruinen auseinandersetzt, die der Zweite Weltkrieg im Stadtraum hinterlassen hat.

Der Satzspiegel ist an die abgeschrägte Seitenform angepasst und einspaltig angelegt. Auf diese Weise reagiert die Typografie auf die formale Gestaltung des Buches und unterstützt dessen asymmetrische Erscheinung.

Für die Kapitelüberschriften wurde die Display-Schrift Amsterdrum Grotesk verwendet. Diese habe ich modifiziert, um durch unterschiedliche Buchstabenformen Individualität und Unregelmäßigkeit zu erzeugen.

Als Fließtextschrift kommt Barlow Light zum Einsatz. Einzelne Schlüsselbegriffe innerhalb der Fließtexte werden mit der Amsterdrum Grotesk hervorgehoben.

Umsetzung

Die Buchseiten (120 g) sowie das Buchcover (300 g) wurden im Copyshop Print Express Potsdam in schwarz weiß gedruckt. Der gesamte Druckprozess verlief reibungslos.

Das anschließende Binden in der Buchbindewerkstatt hat mir große Freude bereitet und war ein wichtiger praktischer Teil des Projekts. Vielen Dank an Lea Giesecke, die mir bei kleineren Herausforderungen zur Seite stand und mir insbesondere beim abgeschrägten Endbeschnitt geholfen hat.

Publikation

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Hier das Fertige Buch mit einpaar ausgewählten Seiten.

Social Media

Eine Auswahl von Seiten auf dem Format 1080 x 1350 px.

Fazit

Der Kurs hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht, auch wenn er sehr arbeitsintensiv war. Besonders gefreut habe ich mich über die Kollaboration mit dem Mitte Museum und die Möglichkeit, mit Archivmaterial zu arbeiten.

Das Binden und die Herstellung eines Buches haben mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, was Prozess und Endprodukt im Gestaltungszusammenhang bedeuten. Für zukünftige Projekte nehme ich mit, mich intensiver mit dem Thema Flattersatz auseinanderzusetzen, da ich bei dieser Gestaltung gemerkt habe wie viel Übung mir in dem Bereich noch fehlt.

Sehr geschätzt habe ich außerdem die Kursatmosphäre, insbesondere den kontinuierlichen Austausch sowie das aufmerksame Feedback und die offenen Diskussionen.