Übung 01: Analyse von bestehenden Kompositionen
Anmerkung: leider ist meine dritte Doppelseite im Kurs verloren gegangen und nicht wieder aufgetaucht. Ich bitte um Entschuldigung.
Aufgabe war es, drei Doppelseiten aus einem Magazin auszuwählen und diese mithilfe von Transparenzpapier abzupausen, sodass ein Eindruck des Layouts, bzw. der Verteilung der Inhalte auf der Seite (Anordnung, Dichte, etc.), entsteht. Anschließend sollten Seitenspiegel und Grundlinienraster ermittelt und eingezeichnet werden.
Als erstes fiel mir auf, dass die Seite mehr weißen Raum lässt, als ich anfangs gemerkt habe. Durch die vielen Details der Buchstaben wirkt eine Seite schnell sehr voll. Bricht man dies aber auf blockartige Darstellungen der Zeilen herunter, wird diese Unruhe reduziert und die Gestaltung der Seite wird klarer. In diesem Fall wurde mein Bewusstsein für den ungefüllten Raum größer.
Beim Einzeichnen des Grundlinienrasters merkte ich, dass alle meine gewählten Seiten mit drei gleichmäßig verteilten Spalten arbeiten. Spannend fand ich, dass auf einer Seite zwei der drei Spalten mit Fließtext gefüllt waren. Anstatt aber diese zwei Spalten so breit zu machen, dass sie die Breite der Seite abdecken, wurde sich hier jedoch dafür entschieden, das Schema der drei Spalten beizubehalten und die dritte Spalte leer zu lassen. So entsteht ein interessantes Spiel mit dem Negativraum, der dafür sorgt, dass sich die Seite weniger voll und überfordernd anfühlt.
Neben dem Grundlinienraster bleibt auch der Seitenspiegel auf allen Seiten gleich — in der Besprechung lernte ich, dass es normal ist, dass Raster und Seitenspiegel innerhalb eines Dokuments/Magazins nicht variieren. Es handelt sich hier um einen zentrierten Seitenspiegel mit Rändern von 1,5 cm. Ein Element, das im Magazin auf einigen Seiten angewandt wird, sind Bilder, die über den Satzspiegel hinaus gehen und teilweise bis an den Rand der Seite reichen. Der einheitliche, und bei etwas genauerer Betrachtung immer erkennbare Seitenspiegel sorgt trotzt dieses “Ausbruchs” für einen gleichmäßigen Lesefluss.
Des Weiteren sind alle Artikel im Blocksatz gesetzt; für Bildunterschriften werden entweder links- oder rechtsbündige Flattersätze verwendet. Dieses klare, immer wiederkehrende Schema unterstützt ein schnelles und intuitives Erkennen unterschiedlicher Arten von Inhalten und erleichtert die Orientierung auf der Seite.
Auffällig ist außerdem, dass die Bilder häufig diagonal von einander in den Ecken der Doppelseite platziert sind, also links oben und rechts unten oder umgekehrt. Beim Durchblättern des Magazins habe ich dieses Schema auf sehr vielen Seiten entdeckt. Das führt einerseits zu einem gleichmäßigen Fluss beim Blättern, andererseits wirkt diese Gestaltung aber auch ein wenig repetitiv, sobald man sich ihr bewusst geworden ist. Oder aber diese einheitliche Gestaltung unterstützt den eher seriösen, sachlichen Charakter des Magazins.
Fazit
Die Übung hat mir gezeigt, dass hinter jeder Seite, die noch so chaotisch wirkt, ein Grundlinienraster und damit ein Konzept steht. Dieses Raster hilft dabei, auch experimentelle Ansätze zusammenzuhalten und einen runden Gesamteindruck zu erzeugen. Das Raster kann zu einem harmonischen, ausgeglichenen Eindruck verhelfen, muss aber keineswegs in dieser einschränkenden Weise genutzt werden. Auch mit Raster können Assymetrien oder „unausgewogenere“ Kompositionen entstehen. Das Raster hilft jedoch dabei, dies gezielt und mit einer unterliegenden Struktur zu tun.
Was die Gestaltung des Textes auf einer Seite betrifft, kann zwischen verschiedenen Schriftsatzarten entschieden werden: Block-, Flatter- und Formsatz. Hier kommt es stark auf die Wirkung an, die man erzielen möchte. So kann ein Blocksatz z.B. sachlich und seriös wirken, ein Formsatz dagegen experimentell und dynamisch. Außerdem kann entschieden werden, ob der Text rechts-, linksbündig oder zentriert stehen soll.
Übung 02: Grundlinienraster in InDesign
Ganzzeilenraster:
Halbzeilenraster:
Ziel dieser Übung war es, in InDesign Halb- und Ganzzeilenraster passend zur Schriftart anzulegen und Fließtext und Stichpunkte auf bestimmte, vorgegebene Art und Weisen anzuordnen.
Entgegen meiner Erwartungen, fiel es mir am leichtesten, die Raster anzulegen. Da ich an einem Windowsgerät arbeite, musste ich es an eine neue Schriftart anpassen. Der Weg aus einem Kleinbuchstaben einen Pfad zu machen und anschließend dessen Höhe abzulesen, erscheint mir zwar ein wenig umständlich und es wundert mich, dass es kein Werkzeug dafür gibt, allerdings funktionierte er für mich sehr gut.
Mehr Schwierigkeiten hatte ich bei den Stichpunkten. Die Tatsache, dass es keine automatische Stichpunktfunktion gibt, ist für mich noch gewöhnungsbedürftig. Da ich es aus anderen Programmen kenne, dass sich zwei kurze Striche ( --) in einen langen umwandeln, war ich etwas irritiert, dass das hier nicht funktionierte. Nun weiß ich, dass ich den richtigen Strich aus den Glyphen auswählen kann. Für die Abstände verwendet man Tabulatoren.
Besonders hilfreich finde ich die Funktion, den Text am Raster auszurichten. In der Kombination mit einem Halbzeilenraster lässt sich übersichtlich, aber flexibel arbeiten. Das Halbzeilenraster ist besonders dann sinnvoll, wenn man mit feinen Abständen klare Zuordnungen, z.B. von Text und Stichpunkten, schaffen möchte.
Übung 03: Komposition/Kolumne/Zeile
3.1: Analoge Arbeit
3.2 digitale Überarbeitung der analogen Arbeit
3.3 freie Arbeit
überarbeitete Version:
In dieser Übung haben wir uns von festen Vorgaben bis hin zu ganz freien Gestaltungsmöglichkeiten an die Erarbeitung eines Layouts herangetastet. Zunächst hatten wir feste Text- und Bildbausteine, die wir analog auf einem Grundzeilenraster anordnen sollten. Hier waren die Einschränkungen natürlich groß, weil Text- und Textrahmengrößen, Satz, etc. überhaupt nicht angepasst werden konnten. Im nächsten Schritt nahmen wir dann digitale Überarbeitungen vor, bei denen aber Formate usw. immer noch nicht verändert werden durften. Spannend fand ich, dass man trotz engster Vorgaben durch Verteilungen auf der Seite oder Drehungen von Texten (z.B. der Überschrift) trotzdem zu spannenden Kompostionen finden kann.
In der freien Gestaltung war der Spannung dann natürlich keine Grenzen mehr gesetzt. Hier wurde dann aber deutlich spürbar, wie kompliziert und zeitaufwändig ein gutes Layout und insbesondere ein guter Satz sind. Eine interessante Komposition zu finden, fiel mir weniger schwer und war für mich der spielerische, spaßige Teil. Den Text dann aber in diese Idee einzufügen (in meinem Fall das Spiel mit schmalen Spalten) war wirklich nicht einfach. Am Ende musste ich dann leider auch meinen Blocksatz gehen lassen, weil es mit dem Text einfach nicht möglich war, einen guten Satz ohne Löcher zu gestalten. Es wurde dann ein Kompromiss aus schmalen Zeilen und Flattersatz. Außerdem verkleinerte ich den Einleitungstext, um ihn optisch zu entzerren. So entstand eine Lösung, mit der ich zufrieden bin.
Die Aufgabe hat mir gezeigt, dass ein guter Satz eine hohe Kunst ist, es sich aber lohnt, die Zeit dafür zu investieren. Außerdem fand ich es lehrreich, mit dem Grundzeilenraster zu arbeiten. Es hilft sehr dabei, ein harmonisches, durchdachtes Layout zu erstellen.
Übung 04: Wort - Gegensätze darstellen
In dieser Übung war es das Ziel, Gegensätze typografisch darzustellen. Dafür durfte das Wort rein typografisch gestaltet werden, d.h. ohne Illustration, Farbe etc. und in einer der beiden vorgegebenen Schriftarten. Ich entschied mich für die Mont Blanc.
Bei dieser Übung hat es mir besonders viel Spaß gemacht, ohne die Schriftart aktiv zu verändern, auf kreative Lösungen zu kommen. Dafür habe ich zum Teil auch analog gearbeitet und collagiert. Vor allem das „kontrolliert/unkontrolliert“ hat mir gezeigt, dass es für eine spannende Gestaltung funktionieren kann, Regeln zu brechen. So habe ich hier mit der grammatikalischen Trennung des Wortes gespielt. Ein anderes Element, das ich voher weniger im Kopf hatte, ist das anschneiden von Buchstaben. Das habe ich bei „laut/leise“ gemacht. Den Effekt finde ich auch im digitalen anwendbar und spannend, da so mit der Form der Buchstaben spielen kann. Zuletzt fand ich den Effekt im „frech“-Bild interessant. Hier habe ich mit einer wilden Mischung aus großen, kleinen, fetten und dünnen Buchstaben gespielt. Dadurch entsteht eine dynamische, collagierte Wirkung mit viel Spannung.
Übung 05: Ein Buchstabe - 12 Varianten
Diese Übung verdeutlicht den Charakter unterschiedlicher Schriftarten. Ich wählte den Buchstaben „B“. Ich fand diese Aufgabe besonders spannend, weil mir klar wurde, dass ich unterschiedliche Adjektive mit ähnlichen Erscheinungsbildern assoziierte. Beispielsweise „seriös“ und „leserlich“. Es brauchte dann einen genaueren Blick, um die Nuancen und Unterschiede herauszuarbeiten. Hier war ich überrascht, wie sehr eine Wirkung auf kleinen Feinheiten basiert, die doch große Unterschiede machen können. Mein Ziel war es, dahingehend die größtmöglichen Unterschiede herauszuarbeiten und wirklich die Bedeutung der Worte zu reflektieren und darzustellen. In der anschließenden Besprechung ist mir dann nochmal klar geworden, dass viele Fälle auch sehr subjektiv sind.
Vortrag: Neville Brody
Projekt
Ich habe mich sehr gefreut, den Text „Das Labyrinth des Fauns“ bearbeiten zu dürfen. Zwar war mir dieses Buch zu Beginn noch neu, allerdings kenne ich Cornelia Funkes Schreibstil als einen sehr bildhaften und melodischen. Das Kapitel, das ich auswählte stellt eine Schlüsselszene am Anfang des Romans dar. Zwar gab der Text was kleinere Auszeichnungen und Besonderheiten angeht nicht so viel her wie die beiden anderen, allerdings wollte ich einmal sehen, was sich aus einer so bildhaften Sprache typografisch machen lässt.
Vor allem die konkrete Poesie hat mich inspiriert und war daher Grundlage für mein Konzept. Mir war schnell klar, dass ich es ausprobieren möchte, die Highlights so umzusetzen, dass sie wie richtige Illustrationen im Text funktionieren. Ich fragte mich, inwiefern man Tiefe und Räumlichkeit nur anhand von Buchstaben schaffen kann.
Inspirationen:
Seitenplan
Als ich meinen Seitenplan anlegte, hatte ich noch viele unterschiedliche Ideen, die auch Elemente im Fließtext beinhalteten. Allerdings konkretisierte sich das in der Umsetzung deutlich. Ich entschied mich, die Bilder wie Illustrationen zu behandeln und dementsprechend vom Fließtext zu trennen. Die stärkste Verbindung zwischen Bild und Text ist eine Vignette, um die der Text herum fließt. Um trotzdem noch etwas mehr Spannung hineinzubringen, entschied ich mich für einen Farbwechsel der Seiten. An der Stelle im Text, an der die Protagonistin unter die Erde geht, werden die Seiten schwarz, um den Wechsel der Ebenen zu symbolisieren. Außerdem wird im Text auf ganz subtile Art und Weise mit der Frage gespielt, ob dieses unterirdische Reich und alles was dort passiert überhaupt so existiert und stattfindet. Daher entschied ich mich dazu, es dabei zu belassen, dass die Bilder nur in dem Teil vorkommen, der oberirdisch stattfindet. In Kombination mit den schwarzen Seiten wird die unterirdische Welt durch die schlichte Gestaltung weiter mystifiziert und bleibt undeutlich.
Die oben beschriebene Konkretisierung des Konzeptes entstand zum Teil noch nach der Abschlusspräsentation, nachdem ich Feedback des vorherigen und des zusätzlichen Konsultationstermins einarbeitete. Auch das Cover sieht nun anders aus, da gehe ich unten noch genauer drauf ein. Die Präsentation half aber dabei, viele Punkte klarer zu sehen. Auch wenn einige Aspekte in der Präsentation anders dargestellt, als es nun am Ende umgesetzt wurde, war sie doch ein wichtiger Zwischenschritt.
Probleme, Lösungen und Erkenntnisse
1) der Aufwand und die Klarheit des Konzepts
Ich begann das Projekt sehr optimistisch mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten und Ideen im Kopf. Schnell merkte ich aber, dass auch kleinere Ideen häufig mit sehr viel Aufwand verbunden sind. Insbesondere wenn man nebenbei das Programm lernen muss. Dieser hohe Aufwand ist ein wichtiger Grund, weshalb ein klares Konzept mit Grenzen sinnvoll ist. Als ich mich u.a. Aus zeitgründen dafür entschied, mich auf die drei großen Illustrationen zu fokussieren, wurde mein gesamtes Konzept viel Klarer und ich konnte effizienter arbeiten.
2) der Druck
Nach der Gestaltung ging es ans Drucken. Nach einiger Überlegung entschied ich mich, mein Heft zuhause an meinem Drucker zu drucken. Da die Doppelseiten ohnehin etwas kleiner als A4 waren, ging das. Ich entschied mich für diese Variante, weil ich kaum Erfahrung mit dem Druck und vor allem dem Ausschießen hatte und die Fehleranfälligkeit dementsprechend hoch war. Um trotzdem gute Ergebnisse zu erzielen, wollte ich die Flexibilität haben, die ich zuhause hatte.
Zunächst entschied ich mich für ein festes, mattes Papier in polarweiß von 170 g. Außerdem lernte ich, dass InDesign direkt als Broschüre drucken kann und das Programm das Dokument dann in der entsprechenden Reihenfolge ausschießt. Das war eine sehr hilfreiche Funktion. Bevor ich drucken konnte, stellte ich noch einmal sicher, dass der Drucker richtig ausgerichtet ist, damit die Vorder- und Rückseite gut übereinander passten. Das half auch, um am Ende keine Blitzer an der Faltkante zu haben. Bei den schwarzen Seiten hat das nicht perfekt geklappt und die gegenüberliegende weiße Seite blitzt etwas durch. Allerdings hält es sich im Rahmen und wirkt nach einer unvermeidbaren Ungenauigkeit, mit der ich leben kann. Wichtiger ist mir, dass die Bilder, die über eine Doppelseite laufen keine großen Verschiebungen haben. Darauf gehe ich gleich noch einmal ein.
Die schwarzen Seiten waren insgesamt die komplizierteste Entscheidung. Da man ja nicht auf schwarzem Papier drucken kann, musste ich die weiße Seite schwarz bedrucken. Hier sieht man, dass die Oberfläche durch die bedruckte Papierstruktur nicht ganz ebenmäßig ist. Außerdem war bei meinem Drucker das Problem, dass die Farbe zum Teil nicht perfekt auf dem Papier hält. Leider konnte ich das Problem nicht komplett lösen, weshalb man an manchen Stellen, an denen die Seite gefaltet wurde, kleine Abriebe hat. Durch Vorsicht konnte ich das zum Glück minimieren, aber ideal ist das natürlich leider nicht. Allerdings führte das dazu, dass ich mich entschied, das Cover weiß zu lassen. Ursprünglich hatte ich eine schwarze Version geplant (s.u.), allerdings sah die Faltkante ausgedruckt dann so unschön aus mit hellen Flecken, dass ich die weiße Version erstellte, um nicht an Hochwertigkeit zu verlieren.Inzwischen finde ich die weiße Version aber genauso schön und bin froh mich auf den Kompromiss eingelassen zu haben. Außerdem habe ich mich entschieden, auf das Blau auf dem Cover zu verzichten und bei einem reinen schwarz-weiß-Konzept zu bleiben. Auch über diese Entscheidung bin ich froh, da das Blau an keiner anderen Stelle mehr auftaucht und mir so richtig nicht gefällt.
Nachdem endlich alles gedruckt war, ging es ans Binden. Beim Falten musste ich wie gesagt vorsichtig sein und beim Stanzen der Löcher arbeitete ich dann ganz genau. Hier hatte ich nämlich die Chance alle Seiten noch einmal genau an einander auszurichten, um Verschiebungen den den Bildern zu vermeiden, die durch eine ungenaue Platzierung der Inhalte auf der Seite durch den Drucker eventuell entstanden wären. Ich schaffte es, die Verschiebungen sehr gering zu halten. Zuletzt zog ich den Faden durch die Löcher. Ich bin sehr froh, mich für die Fadenbindung entschieden zu haben. Zum einen hat sich einen handgemachten Touch, der zu meinen handgemachten Bildern und meiner Gestaltungsphilosophie passt (alle Bilder sind ohne KI o.ä. entstanden). Zum anderen greift der schwarze Faden das Gestaltungskonzept auf und ist damit ein Teil des Werks und nicht nur ein Mittel zum Zweck.
alternatives Cover:
Das gedruckte Ergebnis:)