Everyday-Carry-Creative-Kit
Zu Beginn des Seminars bestand die erste Aufgabe darin, ein persönliches Everyday-Carry-Creative-Kit zusammenzustellen – ein Set von Materialien, das man täglich bei sich trägt und spontan nutzen kann.
Mein Kit bestand aus einem Skizzenbuch, einem kleinen Aquarellset, Aquarellpapier, Papierklemmen, mehreren schwarzen Stiften, doppelseitigem Klebeband, einem kleinen Wasserbehälter für Aquarellfarben, einigen Bleistiften sowie verschiedenen Pinseln und Stiften. Mit diesem Set habe ich erste Notizen und Skizzen direkt im Alltag festgehalten.
Mein Everyday-carry-creative-kit und erste Notizen:
Spionieren und Beobachten
Als zweite Aufgabe sollten wir einen Ort beobachten und regelmäßig zeichnerisch dokumentieren. Ich habe mich für einen Blumenladen mit Späti unter meinem Haus entschieden. Über eine Woche hinweg habe ich diesen Ort zu verschiedenen Tageszeiten beobachtet, fotografiert und in meinem Skizzenbuch festgehalten. Die Zeichnungen entstanden hauptsächlich mit Aquarell und konzentrierten sich auf Stimmungen, Veränderungen und kleine Details des Alltags.
Meine Zeichnungen:
Cover
Eine weitere Aufgabe war die Gestaltung von Buchcovern. Dafür sollte in der Bibliothek ein Buch ausgewählt werden, dessen Titel als Grundlage für mehrere Cover-Varianten diente.
Ich habe das Buch „What’s Next? Kunst nach der Krise – Ein Reader“ von Johannes M. Hedinger und Torsten Meyer gewählt.
Auf dieser Basis habe ich zehn verschiedene Cover-Entwürfe entwickelt, ausschließlich in Schwarz und Weiß. Dabei habe ich mit unterschiedlichen Techniken und Materialien gearbeitet, unter anderem mit Collage, gerissenem Papier, Stickerei, Acryl, Markern und Pastell. Außerdem habe ich verschiedene Formate sowie horizontale und vertikale Kompositionen ausprobiert und mit unterschiedlichen grafischen Mitteln experimentiert.
Projektbeschreibung
Die Idee zu diesem Projekt entstand aus meinen eigenen Erfahrungen mit Missverständnissen und der Schwierigkeit, mich in einer nicht-muttersprachlichen Umgebung auszudrücken. Ich wollte ein Buch mit Illustrationen machen, das solche Momente visuell aufgreift.
Die für mich interessanteste und stärkste Idee war schließlich die Arbeit mit Sprichwörtern. In meiner Alltagssprache auf Russisch spielen Sprichwörter eine große Rolle – auch beim Denken benutze ich sie sehr oft. In anderen Sprachen fehlt mir dieser Teil meines Ausdrucks fast vollständig.
Nachdem ich die Projektidee festgelegt hatte, begann ich mit der Recherche. Ich habe beobachtet, welche Sprichwörter ich selbst häufig benutze und welche in meinem Umfeld – bei Freund:innen und Bekannten – oft vorkommen.
Projekt - IM ÜBERSETZEN VERLOREN
Für das finale Projekt habe ich zehn Sprichwörter ausgewählt und zu jedem davon eine Illustration entwickelt. Ergänzend habe ich erklärende Texte geschrieben und alles zu einem Buch gestaltet. Dieses Buch bildet die inhaltliche und visuelle Grundlage meines Projekts und wird innerhalb der Pizzabox präsentiert.
Reflexion
Der Kurs war für mich insgesamt sehr bereichernd. Besonders in der ersten Hälfte des Semesters habe ich es sehr geschätzt, wie intensiv wir mit konkreten Beispielen gearbeitet haben. Die vielen Bücher, Publikationen und visuellen Referenzen haben mir viel Inspiration gegeben und neue Perspektiven eröffnet.
In der zweiten Hälfte des Semesters fand ich vor allem die große Freiheit und den offenen Arbeitsrahmen sehr wertvoll. Das wenige Vorgaben und das Fehlen fester Deadlines haben mich dazu angeregt, eigenständig zu planen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für den eigenen Arbeitsprozess zu übernehmen.