1.Stigmatisierung von Depression
Mein Beweggrund, dieses Thema anzusprechen ist einerseits ein persönlicher, andererseits ein mir wichtiges Anliegen auf die Situation depressiv Erkrankter aufmerksam zu machen.
Mit Hilfe von einer Kampagne, könnten individuelle Eindrücke, unangenehme Wahrheiten, irritierende Bilder und klare Fakten zu einer breiteren Akzeptanz in der Gesellschaft führen.
Dies soll sowohl im virtuellen, als auch im realen Raum passieren.
Durch Plakate und Aktionen, als auch durch die Präsenz in soziale Medien.
1.2 Depression Kampagnen und Information
Es gibt zahlreiche offizielle Kampagnen und Projekte, die über Depression informieren und aufklären. Dabei werden in Form von Artikeln und Reportagen Betroffenenperspektiven dargestellt. Des Weiteren, gibt es Plakatkampagnen, digitale Werbung und Webseiten, die sowohl Betroffenen als auch deren Angehörigen über die Krankheit aufklären.
Darüber hinaus, gibt es auch private und ganz individuelle Sichtweisen auf die Thematik, die weniger das Große und Ganze im Fokus hat, sondern mehr die eigenen Eindrücke im alltäglichen Leben aufzeigt. Dies geschieht mit durch Blogeinträge, Twitterposts, Comics, Bücher, Videotagebücher etc.
Ich würde mich gerne mit meinen persönlichen Wahrnehmung der Krankheit und deren Auswirkungen in meinem alltäglichen Leben beschäftigen. Somit wird das komplexe Thema reduziert auf ganz konkrete Situationen, die es dem Betrachter ermöglicht, sich darin wiederzufinden wenn er möchte.
Mit Hilfe von Illustrationen und Fotos würde ich mein kleinen Geschichten erzählen und über social Media teilen.
2. Slackside "Depression and Me"
Slackside
slack (adjective) [slæk] „schlaff“, „schlapp“
Eine kurze Begegnungen mit Depression in der realen Welt. Eine Dokumentation persönliche Erfahrungen mit einer unsichtbaren Krankheit.
Konzept:
Mein Konzept besteht darin, Interaktion von Depression in Form einer Katze und einer betroffenen Person darzustellen. Die Comics dienen als Sammlung meiner tagtäglichen Erfahrungen und Begegnungen mitnderen oder alleine.
Stil:
Auf sarkastische, humorvolle, ironische, nachvollziehbare, ehrliche, zugängliche und nicht belehrende Art und Weise, soll der Betrachter unterhalten werden. Die Geschichten sollen ohne Vorwissen auf Anhieb funktionieren und auf Augenhöhe dem Betrachter gegenüber treten.
Ziel:
Mein Ziel ist es, mithilfe von Comics das Thema der Depression zu erklären/darstellen Es bietet darüber hinaus Betroffenen sich wiederzuerkennen, Gleichgesinnte zu finden und das Gefühl vermittelt zu bekommen nicht alleine zu sein. Angehörigen von Betroffenen finden eventuell einen Zugang zu der Gefühlswelt ihrer Liebsten.
Die Seite versteht sich als behüteter kleiner Kosmos welcher entweder ein „Fels in der Brandung“ oder ein kurzweiliger Ort des Transits sein kann.
Das Thema Depression lag und liegt mir sehr am Herzen. Desto schwieriger finde ich den Richtigen Umgang damit. Ich denke nicht, dem Thema mit meiner Idee und Konzeption gerecht werden zu können, weswegen ich meine Thematik und Fokus nochmals verändert habe.
2.1 Zwischenpräsentation
Meine ersten Überlegungen zu meinem Konzept „Ich und die Depression“, Darstellung persönlicher Momente im Alltäglichen.
2.2 Meine Rolle als Erzähler
Das Feedback der Zwischenpräsentation hat mich bestärkt meine Idee so fortzusetzen wie ich es mir gedacht hatte. Anfängliche Unsicherheiten schwanden trotz geteilter Meinung zu der Darstellungsweise meiner Depressionserfahrung.
Die Frage ob und in wie weit das Thema „verharmlost“ werden kann und darf ist wichtig. Die Rückmeldung aus dem Kurs haben mich dementsprechend lange darüber nachdenken lassen. ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Art des Erzählens und Illustrierens beibehalte, da es sich um meine ganz persönlichen und natürlich auch subjektiven Wahrnehmungen handelt. Und es darf anecken, darf unangenehm sein. Das ist das Thema ja auch. Und ich denke, wenn man versucht es so neutral und ernsthaft wie möglich zu halten, erreicht man weniger. man verwässert seine eigene Geschichte und die Brisanz des eigentlichen Themas. Meine Aufgabe ist nicht die der Aufklärung auf wissenschaftlichen Niveau. Auch bin ich keine Beratungsstelle. Ich bin jemand der aus seiner gefärbten Perspektive berichtet. Leute können sich damit identifizieren, es ablehnen, darüber nachdenken oder teilen. Egal welche Reaktion ich damit hervorrufe, ich habe eine Reaktion hervorgerufen und wenn es nur das Aufmerksammachen auf das Thema ist, auch wenn es nur das Wort in Erscheinung treten lassen ist, dann ist es schon genug.
2.3 Zeitung
3. Abschlusspräsentation
Die positive Rückmeldung, hat mich dazu motiviert meine Idee weiter zu verfolgen und durch neue Comics sowie Animationen zu ergänzen.
Anfangs war ich unsicher, ob diese Thematik hier in dem Kurs richtig aufgehoben ist. Es ist etwas sehr persönliches, was mir unglaublich wichtig ist. Meine Angst bestand auch darin, dass ich dem Thema nicht gerecht werde und es untergeht in Verkopfungen oder Überforderungen.
Depressionen spielten, spielen und werden eine Rolle in meinem Leben spielen. Auch während des Projekts, während des gesamten Studiums. Davor. Danach. Jetzt.
Es war sowohl treibende Kraft als auch Hemmnis zugleich. Das Projekt hätte besser werden können. Aber es ging nicht. Ich habe am Ende doch wieder den Weg des geringsten Widerstandes gewählt.
3.2 Animationen
4. Fazit und abschließende Gedanken
Depression ist eine psychische Krankheit. Depression betrifft jeden 20. Menschen. Depressionen können in jedem Lebensalter und in jeder Gesellschaftsschicht auftreten. Aber Depression ist immer noch ein Tabuthema.
Dieses Projekt ist sehr persönlich für mich und so sind es auch meine Worte und Bilder die ich zeige. Ich möchte hier meine ganz eigenen Erfahrungen mit dieser Krankheit teilen.
Mit Bildern können sich viele Menschen besser identifizieren, als mit Worten. Bilder sind zugänglicher und berühren uns meist direkter. Deswegen habe ich die Illustration als Mittel meiner Kommunikation gewählt. Mein Ziel ist es, dass diejenigen, die meine Geschichten betrachten, sich oder einen Angehörigen eventuell wiedererkennen oder wenigstens darüber einen Gedanken verlieren.
Ich persönlich habe selten die Kapazität mich auf ungewohnte Blickwinkel, Darstellungsweisen und Ausdrucksformen einzulassen. Generell „sich auf etwas einlassen“ fällt mir schwer. Daher nehme ich es niemanden übel, wenn er sich nicht mit dieser Fülle an subjektiven Darstellungen befassen möchte.
Ich weiß, dass solche Zeitungsformate immer etwas sperrig zu lesen sind, aber vielleicht werden diese Zeilen ja trotzdem von irgendjemanden wahrgenommen. Ich schreibe nicht, weil ich denke „Ja natürlich wird das gelesen“ sondern eher ist das im Moment, 27.05.2025, mein Gedanke zu meinem Projekt.
Nun genug des Vorgeplänkels. So verworren, wie dieser Text ist, sind auch meine Gedanken dazu. Ich kann keine kohärente Geschichte erzählen. Vielmehr würde ich stichpunktartig kurze Anekdoten zu den Abbildungen wiedergeben, die sich wahrscheinlich immer anders ereignen je öfter ich sie erzähle. Aber ich denke, das ist der Punkt. Sie sind eben ambivalent und ein Schnappschuss des Moments in dem sie entstanden sind. Flüchtige Gedanken, festgehalten in einfachen Zeichnungen.
Unabhängig von dem wer ich bin, sehen sich die Betrachter selbst in den Comics. Das ist es, was es ausmacht: Eine universelle und verbindende Darstellung von Situationen die einem doch vertraut vorkommen. Manche mehr, manche weniger. Eine indirekte Form der Kommunikation auf Augenhöhe. Von Betroffenem zu Betroffenen zu Angehörigen von Betroffenen. Es sind zwar „nur“ 5% der deutschen Bevölkerung erkrankt, aber jeder Erkrankte hat ein soziales Gefüge, welches ebenfalls indirekt von der Depression betroffen ist.
Die Situationen, die ich in den Comics darstelle, mag jeder irgendwie schon einmal erlebt haben und sind nicht exklusiv auf die Depression zu beziehen. Das Beschriebene ist vielmehr ein Sinnbild für so viele Bereiche meines Lebens, die auf die selbe banale Art und Weise behindert werden und zum Scheitern führen.
Ich will niemanden belehren, aufklären, beraten oder vorführen. Es muss nicht jedem gefallen. Es darf anecken, unangenehm und missverständlich sein. Ja, missverständlich, denn subjektive Wahrnehmungen sind meistens missverständlich. Ich verharmlose nicht. Ich will nur nicht den Stereotyp von der „ach so bemitleidenswerten, leidenden Person, die von der großen dunklen grauen Wolke überschattet wird“ bedienen. Depressive lachen und genießen Dinge. Aber das scheint nicht in die Vorstellung von „so hat ein depressiver Mensch auszusehen“ zu passen. Depressive können Schwierigkeiten haben mit „banalen“ Aufgaben zurechtzukommen und nicht völlig überfordert zu sein. Sie verlieren vielleicht das Interesse an Dingen, die ihnen Freude bereitet haben. Sie denken eventuell, sie würden allen zur Last fallen. Schuld. Trauer. Frust. Wut. Sie wünschen sich manchmal nicht mehr zu leben.
Ja, das passt schon besser ins Bild. Und ja, auch das kann natürlich Depression sein. Aber Betroffene wissen wie Scheiße es ist. Wie elendig man sein Leben fristet. Wie viel man verpasst. Wie es das Umfeld belastet. Wie es einen selbst zugrunde richten kann.
Die Comics sollen gar nichts. Sie sind einfach nur da. Und ich denke, jeder der sie sich durchliest hat eine Meinung dazu: Zustimmung, Ablehnung, Gleichgültigkeit. Daher sind alle dazu eingeladen, sich ihre eigene Meinung zu bilden.
Wenn ich einen Denkanstoß geben konnte, dann habe ich schon mehr als genug geschafft. Denn Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu richten ist wichtig und ich hoffe damit Menschen und Betroffenen jeglicher Art Mut zu machen.
Und am Ende ist es auch ein kurzer Ausschnitt meines Lebens und Empfindens, als ganz persönliche Dokumentation für mich.