Hintergrund zum Entwurf
Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung für die Gestaltung des Gemeinschaftsraumes/Küche in meiner 5er Wohngemeinschaft machte ich mir Gedanken über ein modulares Möbelsystem, welches sich durch seine Platzierung und Ausrichtung an verschiedene Aufgaben und Bedürfnisse anpassen kann. So bildeten sich folgende Anforderungen an das Möbel heraus:
- Modularer Aufbau für verschiedene Bedürfnissituationen der Mitbewohner*innen
- Günstige und langlebige Materialien
- Einfache und werkzeugarme Montage / Demontage und Reinigung
- Funktionen: Aufbewahrungsort, Sitzgelegenheit, Tisch / Arbeitsfläche (stehend)
Um die Funktionalität und Vielseitigkeit der Einsatzmöglichkeiten nicht einzuschränken, musste auf eine Rückwand oder diagonale Verstrebung verzichtet werden. Diese Voraussetzung war besonders herausfordernd und prägend für die Gestaltung und Statik.
Entwurfsskizzen Module
Die Skizzen stellen die Frontansicht der quaderförmigen Möbel aus Plattenwerkstoff dar. Interessant ist das Verhältnis der Trennwände für die Funktion Aufbewahrung und das der Außenkanten (1:2) für ein besseres Stapeln bzw. Zusammenstellen.
Um ein stimmiges Gesamtbild von mehreren Modulen zu erreichen müssen gelegte und gestellte Module senkrechte bzw. waagerechte Trennwände auf gleicher Höhe haben.
Für die Funktionen Sitzmöglichkeit und Arbeitstisch waren die Außenmaße auf 40-50cm x 80-100cm beschränkt.
Entwurfsskizzen Eckverbindungen
Die Eckverbindungen zu Gestalten war die größte Herausforderung des Entwurfs.
Um eine einfache und werkzeugarme Montage und Demontage zu gewährleisten musste auf Leim oder Schrauben verzichtet werden.
Je nach Budget sollte eine Vielzahl an Plattenwerkstoffen gleicher Stärke (OSB, MDF, Dreischichtplatte, Multiplex, Siebdruckplatte) als Material möglich gemacht werden. Durch die verschiedenen Materialeigenschaften und entsprechenden Gestaltungsmöglichkeiten musste auch auf materialinterne Steckverbindungen verzichtet werden.
Dadurch rückte die Variante die Platten mithilfe von gesteckten Elementen zu verbinden in den Mittelpunkt. Diese Elemente müssen die Platten gegen diagonale Krafteinwirkung und Verformung schützend stabilisieren.
Modell








3D-Modell

Technische Zeichnung Modul
Das Modul besitzt drei Kammern, welche je nach dem ob es gestellt oder gelegt wird, Stauraum für verschieden große Gegenstände bietet und als Sitzmöglichkeit (Höhe: 45cm) bzw. als Stehtisch (Höhe: 90cm) genutzt werden kann.
Eine Kammer bietet dabei immer die Möglichkeit zum Verstauen eines Eurobehälters (Normmaß: BxL 30x40cm).
Das Verhältnis der Außenkanten von 1:2 erlaubt einfaches und stabiles Anordnen mehrerer Module auf- oder nebeneinander.
Technische Zeichnung Eckverbinder
Die Eckverbinder wurden im Prototyp aus Polylactide (PLA) 3D-gedruckt. Der Drucker arbeitet dafür nach dem Fused Deposition Modeling (FDM) Verfahren. Das kostengünstige PLA konnte auch mit nur 50% Fülldichte hohe Stabilität beweisen.
Für eine serielle Produktion wären auch Materialien wie Aluminium denkbar, bspw. als ein Aluminiumstrangguss für die Produktion und den Betrieb von Verbinder-Profilen als Meterware. Eine solche Produktion würde sich allerdings wegen hoher Werkzeugkosten erst ab großen Stückzahlen lohnen.
Die Stärke der Verbinder (3,5mm) entspricht der üblichen Stärke eines Kreissägeblatts, so dass die Nuten mit einem Schnitt gefräst werden können.
Das lichte Maß der Verbinder ist 14,6mm, um ein festes Aufstecken auf die 15mm Multiplexplatten zu garantieren, bei welchen die Stärke bis zu -0,2mm variieren kann.
Die kleinen Innenradien (r=1mm) der Verbinder erzeugen beim Einschlagen in die geradkantigen Nuten in den Platten, die für die Statik des Moduls nötige Spannung. Des weiteren erlauben sie einen sauberen Druck und eine lückenlose und fließende Optik.
Herstellung Modul










































Herstellung Eckverbinder









Produktfotos MOGAL

