„Es ist dumm das Studium von einer Website abhängig zu machen. Hätten meine Freunde mir die FH Potsdam nicht empfohlen, hätte ich mich hier aber nicht beworben.“ Dass unsere Hochschulwebsite zu wünschen übrig lässt, wird eigentlich jedem klar, der sie einmal gesehen hat. Rangetraut hat sich bis jetzt aber noch niemand an das Konglomerat unterschiedlichster Parteien, das über die letzten Jahre sein Eigenleben entwickelt hat. Das wollten wir in diesem Kurs jetzt ändern. Inhaltlich wurde der Kurs unterteilt in die Analysephase und die Entwurfsphase. Wir haben von Anfang an in Gruppen gearbeitet, wobei wir uns im ersten Abschnitt kursgesamt mit Aufgaben abgesprochen und Ergebnisse geteilt haben, bevor wir in der Entwurfsphase eigenständig Ideen ausgearbeitet haben.

1| ANALYSE

Nachdem wir uns in unseren Gruppen zusammengefunden hatten, ging es zunächst darum, sich ein grundlegendes Bild von der Website und den vorhandenen Problemen zu machen. Dazu haben wir versucht, so konkret wie möglich zu notieren, wo die Schwächen liegen, was warum wie nicht funktioniert, die Website in Elemente aufzuteilen und uns diese genauer anzugucken. Die für uns schwerwiegendsten Punkte waren:

a) inhaltlich

  • unübersichtliche Anzahl an Unterseiten

  • schwer verständliche Infoarchitektur > erschwerter Zugang zu den gewünschten Informationen

  • Dopplung der Unterseiten und Informationen auf unterschiedlichen Seiten

  • schwer nachvollziehbare Kategorisierung/Unterteilung von Informationen und Unterseiten 

b) Interaktion

- schwer bedienbares Navigationsmenü 

- nicht responsive
- schwammiges Wording der Menüführung

c) visuell

- fachbereichsrelevante und hochschulrelevante Inhalte schwer
voneinander unterscheidbar

- keine Repräsentation der Studieninhalte/Besonderheiten/Philosophie der FHP

Im Austausch mit den anderen Gruppen sind wir, nicht überraschend, dahingehend bestätigt worden und es ging nun darum, tiefer ins Detail zu gehen.

Wir waren in diesem Kurs viel auf uns allein gestellt und hatten zwischenzeitlich ab und zu Probleme uns für die Analysephase selber Aufgaben und Zwischenziele zu definieren. Unter Absprache mit den anderen Gruppen und der Beratung von Prof. Langer, könnten wir uns später aber gut zurechtfinden.

1.1 BENUTZERGRUPPENANALYSE

So haben wir als erstes damit begonnen uns konkret mit den Benutzergruppen auseinanderzusetzen. Es ging uns dabei weniger darum, jede Person zu inkludieren, die irgendwann mal die FHP-Website besuchen könnte, als viel mehr ein Verständnis dafür zu erlangen, was unsere Website inhaltlich erfüllen muss. Bisher haben wir die Seite nur aus der Perspektive der Studierenden betrachtet. Wir konnten aber schnell sehen, wie vielzählig die Zielgruppen und daraus resultierend die Anforderungen an die Internetseite waren.

1.2 VERGLEICHSANALYSE ZU ANDEREN HOCHSCHULEN

Während sich die anderen Gruppen um die Auswertung der Trackingdaten und Interviews mit Studierenden, Mitarbeitenden und Lehrenden gekümmert haben, haben wir uns mit dem Vergleich anderer Hochschulen beschäftigt.

Dazu haben wir einmal visuell und strukturell verglichen, um sehen zu können, was andere Hochschulen anders machen, welche Dinge bei ihnen gut funktionieren und was man daraus lernen kann.

In unserer Recherchephase haben wir eine Styleguide-Analyse sowie die Informationsarchitekturen (ersten Ebenen) mit anderen Hochschul-Seiten durchgeführt. Dies gab uns einen Einblick, wie sich andere Hochschulen über ihre Website visuell als auch inhaltlich präsentieren und wie deren Informationseinteilung aussieht. In den folgenden Beispielen untersuchten wir die Bildsprache, Typografie, Farbgebungen,Menüführungen und Interaktionselemente der verschiedenen Hochschulen Beispiele.

Iwiefern kann man visuell als auch inhaltlich Aspekte wie Philosophie, Art der Lehre und Studierendenleben kommunizieren?

Styleguide Analyse 

Unser Ziel war es, die unterschiedlichen ästhetischen und inhaltlichen Aspekte zu vergleichen, die diese Universitäten/Hochschulen auszeichnen. Welche Emotionen und Eindrücke werden bei den Betrachter*innen hervorgerufen? Wie werden diese Eindrücke durch das Design vermittelt?
Spiegeln die Bildsprachen die Philosophien der Hochschulen wieder?
Aufgrund dieser Fragestellungen haben wir verschiedene Websites zerlegt und diese anschließend auf diese Eigenschaften hin analysiert. Wichtig war eine Auswahl zu treffen, die sich von den Hochschulphilosophien und Lehrangeboten inhaltlich und visuell voneinander unterscheiden: FH Mainz, Universität der Künste (UDK), New York City University (NYU) und unsere FH Potsdam (FHP).

FH MAINZ

FHP ANALYSE 4.png

UDK

NYU

FHP

INSIGHTS DER ANALYSE

Bildsprache spielt eine wichtige Rolle bei der Darstellung von Emotionalität. Dies veranlasste uns zu überlegen, wie wir den Charakter der FHP vermitteln können. Qualität, Innovation, Interdisziplinarität und flache Hierarchien waren die Merkmale mit denen wir die FHP beschreiben wollten. Dies versuchten wir in unserem Entwurf umzusetzen. 

Farbigkeit spielte auch eine grosse Rolle auf den Hochschulseiten.  Kodierung mit Farbigkeit 
kann Struktur
 schaffen
, um die jeweiligen Ebenen der Website übersichtlicher zu machen. Bei der Navigation zeigte sich das Akkordeon Menü am geeignetsten für komplexe Inhalte.

Das Layout Raster ist der FHP Seite ist nach einem ungeraden Raster aufgebaut, welches auf den ersten Blick von allen Entwürfen heraussticht. Allerdings bietet sich ein gerades Raster zum Beispiel in Form von einem Kachelsystem besser für responsive Designs an. Der zusätzliche Weissraum, der dadurch entsteht, lässt mehr Ordnung zu.